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Lieferprobleme verbinden

29. Oktober 2018, 9:30 Uhr | Anja Zierler

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Chinas Standortsvorteil schwindet

Dass China als Produktionsstandort zunehmend an Charme verliert, bestätigen die Teilnehmer in der Diskussionsrunde. Ein Grund sind die steigenden Lohnkosten, wodurch der Standortvorteil, den China lange Jahre für sich beanspruchte, immer mehr schwindet. Odu baut aktuell in Rumänien ein neues Werk, das ab September bezugsbereit sein soll, hat aber auch einen Standort in China. »Wir fertigen in Rumänien gewisse Sachen deutlich günstiger als in China«, so Giba. »Die Natur des chinesischen Produktionsstandorts hat sich etwas geändert. Wir produzieren kundenspezifische Lösungen deutlich schneller, wenn wir vor Ort sind, haben aber keine Kostenreduzierung. Dafür sind wir nahe am chinesischen Kunden. Und die Nähe zum Kunden zählt heute mehr, als es damals bei der Werksgründung der Fall war.« Wenn man in China fertig, macht man das üblicherweise auch für diesen Markt.

Auch die Strafzölle auf Waren, die von China in die USA geliefert werden, treffen einige Hersteller. Odu reagiert darauf zum Beispiel mit Produktionsverlagerung. »Ja, wir sind betroffen. Und jetzt gilt es eben clever abzuwägen, in welcher Hemisphäre der Welt welche Leistungsherstellung stattfindet.« Weil auch Weidmüller in China produziert, beschäftigt sich das Unternehmen mit ähnliche Themen: »Man muss sich überlegen, wie man seinen globalen Footprint langfristig auslegt und ich denke, dadurch, dass Populismus und die Eigenwilligkeit der Länder zunimmt, wird das Thema „Local Content“ stärker in den Vordergrund des globalen Footprint drängen.« Singer sieht die Situation entspannt: »Ein Steckverbinder macht oft eine Weltreise, bevor eine Applikation gekauft wird. Wir bei Erni sind noch weit davon entfernt, uns wegen der Strafzölle zu sorgen.« Ähnlich geht es Lambauer, »aber natürlich ist das etwas, was wir im Auge behalten müssen. Wenn man davon ausgeht, dass die Situation mit den Strafzöllen über mehrere Jahre anhält, ist es durchaus sinnvoll, sich zu überlegen, Teile der Produktion oder die Endfertigung zu verlagern«.

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