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Lieferprobleme verbinden

29. Oktober 2018, 9:30 Uhr | Anja Zierler

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Geschäftszahlen 2018

Ein Blick auf die Geschäftszahlen des ersten Quartals 2018 bei Lapp zeigt, dass das Unternehmen ebenfalls deutlich im Plus gegenüber dem Vorjahr liegt, nämlich um etwa 12 Prozent. »Es gibt natürlich Segmente, die wachsen deutlich schneller. Alles, was mit Industrial Ethernet zu tun hat, wächst etwa 25 Prozent«, sagt Ralf Moebus, Head of Product Management bei Lapp, und warnt gleichzeitig: »Es ist wahrscheinlich, dass das nächste Geschäftsjahr durchaus mit mehr Risiken verbunden ist. Deshalb gilt: Auf dem Teppich bleiben und Investitionen im Griff behalten.«

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Bei Würth Elektronik eiSos sieht es ähnlich aus: Das Unternehmen wächst im Bereich Elektromechanik aktuell etwas über 20 Prozent. »Nur auf die Steckverbinder bezogen sind wir etwas darunter, rein Power etwas darüber. Insofern sind wir in diesem Jahr bisher sehr zufrieden und guter Dinge. Aber auch wir kämpfen natürlich mit den Verteilungsproblemen«, sagt Thomas Robok, Field Application Engineer bei Würth Elektronik eiSos. Das Unternehmen arbeitet klassisch mit Standardprodukten ab Lager und bewegt sich mit seinem Portfolio hauptsächlich auf der Leiterplatte. »Auf der Leiterplatte gehen die Verfügbarkeitszeiten nach oben, und sollten diese zu groß werden, wird der Fertiger seine Bestellungen irgendwann auf Delay setzen. Im Moment ist das noch nicht der Fall, aber wir beobachten die Situation kritisch, um reagieren und mit der Lagerhaltung rechtzeitig gegensteuern zu können.«

Dass die Lieferkette stockt, merkt auch Sascha Lambauer, Product Manager HDC EMEA bei TE Connectivity: »Wir spüren, dass wir uns teilweise neu aufstellen müssen, was Zulieferer und Zuarbeiter von Veredelungstechnik betrifft. Aber unsere Kunden kennen in der Regel die Rohstoffproblematik. Deshalb gehen wir proaktiv auf sie zu und arbeiten mit ihnen zusammen. Dadurch haben wir auch außerhalb von irgendwelchen Preiszyklen durchaus die Chance, mit dem Kunden zusammen eine Lösung für die aktuellen Trends zu finden. Wir sind deswegen nach wie vor sehr positiv eingestellt, auch was die Rohstoffthematik betrifft.« Das Unternehmen verzeichnet im dritten Quartal 2018 ein organisches Umsatzwachstum von 6 Prozent.

Bei den Rohstoffen bestehe eindeutig ein Nachfragemarkt, so Hartmut Schwettmann, Head of Product Marketing bei Phoenix Contact. »Läuft irgendwo in der Lieferkette etwas schief, führt das sofort zu Stress, weil Lieferungen nicht wie angekündigt, sondern verzögert kommen. Das schlägt natürlich voll durch.« Dieses Problem bestehe momentan bei den Polyamiden, wo ein Produktionsausfall für Verzögerungen sorgt. »Lieferungen, auf die man sich verlassen hat, werden dann plötzlich geschoben. Das lässt sich auch nicht mit Lagerbeständen abpuffern, weil wir ebenfalls an der Auslastungsgrenze arbeiten.« Trotzdem sieht Schwettmann die Situation bei Phoenix Contact positiv: Die ersten Monate in 2018 hat der Bereich Steckverbinder Wachstumsraten um die 15 Prozent erzielt. »Das erste Halbjahr ist gut gelaufen, vielleicht besser, als erwartet. Die Auftragssituation ist unverändert gut und wir glauben, dass wir das Geschäftsjahr sehr gut abschließen werden. Im Moment ist die Situation durchweg positiv und es ist noch nicht zu erkennen, dass sich das schlagartig ändern könnte.«


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