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Rechteckige Industriestecker

»Die Vielfalt resultiert aus der Historie«

07. April 2021, 13:26 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

»Die Vielfalt resultiert aus der Historie«
© Phoenix Contact

Innovativer Snap-in-Rahmen: Hier lassen sich die Module schnell zu einem individuellen Steckgesicht zusammenstellen. Rastfedern machen es möglich.

Schwere Steckverbinder für industrielle Anwendungen sind in einer Artenvielfalt verfügbar, die kaum noch überschaubar ist. Was ist aus der Historie gewachsen und was ist Innovation?

Die ersten rechteckigen Steckverbinder für Industrie-Anwendungen wurden zu einer Zeit entwickelt, als Standardisierung und Normung noch keine großen Themen waren.

»Ausgehend von den ersten Modellen ist das Angebot mit unterschiedlichen Polzahlen, Leiterquerschnitten und Geometrien durch neue Kundenanforderungen nahezu unkontrolliert gewachsen«, schildert Roberto Gilardoni, Leiter Produktmanagement für Industriesteckverbinder von Phoenix Contact. »Weil es über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten nur wenige Anbieter für solche Steckverbinder gab, beschränkte sich der Wettbewerb über viele Jahre vornehmlich auf Preise und Lieferzeiten!«

Mittlerweile ist die Situation eine andere! In den letzten zehn Jahren sei – insbesondere auch wegen des Marktauftritts neuer Hersteller – der Innovationsdruck deutlich gewachsen, so Gilardoni. »Ein solches Wettbewerbsklima kann natürlich große Entwicklungs­sprünge hervorbringen, von denen Anwender in vielerlei Hinsicht profitieren können.« Dieses Szenario trifft auch auf die Entwicklung industrieller Steckverbinder zu.

Industrie 4.0
© Phoenix Contact

Flexibel kombinieren und damit allen Anforderungen gerecht werden.

Die zahlreichen Neuheiten, die in immer kürzeren Abständen von den Herstellern auf den Markt gebracht werden, sind konzipiert für die smarte Produktion von morgen. Denn modulare Steckverbinder lassen sich schnell, einfach und kostengünstig zu individuellen Lösungen zusammenstellen, und dies ab Losgröße 1.

Innovation und Weiterentwicklung zeigen sich dabei vor allem in der Flexibilität der Handhabung sowie im Detail.

Die Vorteile von Kunststoff nutzen

Phoenix Contact hat zum Beispiel sein Programm an Kunststoff-Steckverbindern ausgebaut: »Im Umfeld der rechteckigen Industriesteckverbinder bieten moderne Kunststoffe viele Vorteile«, betont der Produktmanager von Phoenix Contact.

Historisch bedingt werden die Gehäuse aller gängigen Bauformen von Industriesteckverbindern in metallischer Ausführung angeboten. Kunststoff-Varianten sind erst in den letzten Jahren vermehrt hinzugekommen. Nichtsdestotrotz sind Steckverbinder-Gehäuse aus Kunststoff für raue Einsatzbedingungen den meisten Maschinenherstellern vertraut, beispielsweise aus dem Umfeld der CEE-Steckvorrichtungen. »Selbst bei Außenanwendungen – etwa in Baumaschinen, der Veranstaltungstechnik oder in Fahrgeschäfte – werden derartige Steckvorrichtungen aus robustem Kunststoff seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt«, sagt Roberto Gilardoni.

Kunststoffe verbrauchen im Herstellungsprozess weniger Energie als Stahl oder Aluminium, und sie lassen sich mit einem geringen Energieeinsatz auch wieder recyceln. Des Weiteren lassen sich mit Kunststoff als Gehäusematerial auch komplexere Steckverbinder-Geometrien kostengünstig herstellen. »Materialien, die nach geeigneten Kriterien ausgewählt werden, verbessern im Laufe des gesamten Lebenszyklus eines Produktes die Ökobilanz ohne jeglichen Kostennachteil für den Anwender«, so Roberto Gilardoni.

Leichter „Heavycon Evo“

Diesen Grundsatz hat Phoenix Contact auch bei der Entwicklung seiner Industrie-Steckverbinder „Heavycon Evo“ verfolgt.  »Das Gehäuseprogramm kommt durch die freie Kombination von Tülle und Bajonett-Verschraubung mit relativ wenigen Artikelnummern aus – das spart ohne Einbußen an Anwendungsvarianten erhebliche Kosten für Logistik und Lagerhaltung«, erklärt Gilardoni. Darüber hinaus wird beim Steckverbinder aus Kunststoff Gewicht eingespart, was zum Beispiel an bewegten Maschinenteilen deutliche Vorteile mit sich bringen kann.

»Und falls aufgrund der Einsatzbedingungen – etwa bei durchgängiger Schirmung als EMV-Schutz – ein Gehäuse aus Metall erforderlich ist, stehen mittlerweile Aluminium-Legierungen zur Verfügung, deren Korrosionsbeständigkeit auch ohne Pulverlackierung gegeben ist«, führt Gilardoni weiter aus. Der Verzicht auf eine Pulverbeschichtung habe dabei für den Anwender den Vorteil, dass die leitfähige Oberfläche dem Steckverbinder optimale EMV-Eigenschaften verleiht.

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1. »Die Vielfalt resultiert aus der Historie«
2. Teil 2, Modularität aus dem Baukasten

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