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Gehäuse von Phoenix Contact

Industrie 4.0 variabel verpacken


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Frei positionierbare Kommunikationsanschlüsse

Mit der Möglichkeit, auch zwei Leiterplatten in ein Gehäuse mit einer Basisbreite von 20 mm oder 25 mm einsetzten zu können, verdoppelt sich die bestückbare Leiterplattenfläche auf 20.000 mm² in einem ICS-Gehäuse mit Standardabmessungen (100 mm Höhe und 110 mm Tiefe). Zur Tragschiene hin lässt sich die Leiterplatte mit einem Funktionserdkontakt (FE) sowie mit Kontakten zum 8-poligen Tragschienenbusverbinder T-Bus 8 ausführen.

Das ICS-Anschlusskonzept basiert auf einer neuen Gehäusephilosophie: Neben mehrpoligen Grundleisten, die über die zugehörigen Stecker miteinander kodiert werden, lassen sich Kommunikationsanschlüsse wie RJ45-, USB-, D-Sub- oder Antennenanschlüsse mittels Blenden – sogenannter Filler – mit Funktionsausschnitten frei auf der Leiterplattenseite positioniert und in jeder beliebigen Position und Gehäuse­etage bestückt in das Gehäuse einschieben (Bild 2). Aufwendige Fräsarbeiten oder nachträgliche Bearbeitungen für die Ausschnitte solcher Anschlusstechniken entfallen.

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Phoenix Contact, Gehäuse, ICS
Bild 2: Neben RJ45-, D-Sub-, USB- und Antennenanschluss erhöhen auch berührungssichere Steckergrundleisten und ein 8-poliger Busverbinder die Einsatzmöglichkeiten.
© Phoenix Contact

Die Kabelabgänge dieser Anschlüsse befinden sich nicht mehr auf der Oberseite des Gehäusesdeckels, sondern sind seitlich angeordnet. Somit befinden sie sich in unmittelbarer Nähe zum Kabelkanal und zur Tragschiene, wo auch die übrigen Stecker der Einzeladern zum Gehäuse geführt werden.

Die Kabel gelangen dann ohne aufwendige Kabelschleifen oder -knicke direkt in den darüber- oder darunterliegenden Kabelkanal. Auf dem Gehäusedeckel kann sich auch weiterhin für eine kopfseitige Parametrierung oder Konfiguration beispielsweise eine USB-Schnittstelle befinden.

Weiterhin wurde das Tragschienenbuskonzept erweitert. Durch das Rastermaß der Kontaktabstände von 2,54 mm kann das neue Tragschienen-Buselement T-Bus-8 jetzt acht Leiterplattenkontakte aufnehmen: entweder acht parallele Kontakte oder eine Kombination aus parallelen und maximal zwei seriellen. Da es sich bei diesem T-Bus technologisch um das gleiche Prinzip- und Steckgesicht wie beim Frontanschlussgehäuse ME-IO handelt, lassen sich beide Systeme kombinieren. Zudem haben Tests ergeben, dass der Achterbus für Frequenzen von bis zu 100 MHz eingesetzt werden kann.

Individualisiert wird das Gehäuse schon durch die Farbgebung – zahlreiche Standardfarben stehen zur Auswahl. Gehäuse, Deckel, Anschlusstechnik und Blenden lassen sich – in geschlossener Ausführung oder mit Funktionsausschnitten – auch mit verschiedenen Farben zusammenstellen. Individuelle Bedruckungen an unterschiedlichen Positionen sind ebenso möglich wie die Bearbeitung für Bohrungen, Ausschnitte und Durchbrüche.

Online konfigurieren

Über einen Online-Selektor und -Konfigurator können Kunden das Elektronikgehäuse ICS in wenigen Schritten im Internet nach ihren individuellen Anforderungen zusammenstellen. Die Auswahl und Konfiguration aller Einzelkomponenten mit Drag-and-Drop ist auch auf mobilen Endgeräten möglich. Über ein Auswahlmenü wird zunächst die Gehäusegröße mit Farbvarianten und zugehörigem Gehäusedeckel in geschlossener Ausführung oder mit transparentem Klappdeckel ausgewählt. Dann wählt man die Anschlusstechnik: Steckergrundleiste mit kodierbaren Steckern mit Push-in- oder Schraubanschluss, T-Bus-8-System mit parallelen und seriellen Kontakten sowie FE-Kontakt. Zu guter Letzt kommen die Kommunikationsanschlüsse, die auf einer oder zwei Leiterplatten je Gehäusebasisbreite positioniert werden.

Bei jeder Auswahl wird das Gehäuse detailliert auf dem Bildschirm dargestellt. Zum Schluss steht das Leiterplatten-Layout als 3D-Datei in einem wählbaren Dateiformat zum Herunterladen zur Verfügung. Die Konfiguration lässt sich auch in Zwischenschritten speichern und später wieder aufrufen und fortsetzen. Abschließend kann der Anwender die Einzelkomponenten in eine Stückliste exportieren und zur Bestellung in den Warenkorb übertragen.


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