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Flexibel und reaktionsfähig planen

So geht Supply Chain Management bei Hama

09. März 2020, 13:13 Uhr   |  Karin Zühlke

So geht Supply Chain Management bei Hama
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Neben allgemeingültigen Artikeln führt Hama auch kunden- oder regional- und länderspezifische Artikel.

Der Zubehörspezialist Hama hat seine Supply-Chain-Planung durch flexible Standards optimiert. Möglich macht das eine spezielle Planungssoftware.

Flexible Standards“ klingt in einer ersten Anmutung nach einem Widerspruch in sich. In Wahrheit ist es aber die Schnittmenge der positiven Aspekte zweier Strategien, ebenso wie z.B. bei der widersprüchlich klingenden „Mass Customization“, die die Vorteile der Massenfertigung (z.B. Skalierungseffekte) mit der heutzutage immer stärker geforderten Kundenindividualisierung vereint.

Hama beschäftigt weltweit 2500 Mitarbeiter an 20 Standorten, 1500 davon am Stammsitz Monheim in Bayern. Das Sortiment umfasst rund 18.000 Produkte aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, Computer, Telekommunikation, Foto/Video, Elektro-Hausgeräte sowie Schule und Freizeit. Das breite Produktportfolio lässt schon erste Vermutungen über besondere Herausforderungen für die Planung und das Supply Chain Management bei Hama aufblitzen. Ein großer Teil dieser Produkte ist zudem einem extrem schnellen Wandel unterworfen, entweder technologisch oder modisch. Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser Produkte auch hohe Wiederbeschaffungszeiten besitzen, da sie aus Fernost bezogen werden und die liefernden Produzenten in der Regel keine Lager vorhalten.

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© Hama

Uwe Kahr, Hama: »Die Standardfunktionalität musste an verschiedenen Stellen angepasst bzw. auch erweitert werden, damit die Lösung die Anforderungen unseres Geschäftsmodells bestmöglich abdeckt.«

Gleichzeitig darf der Hama-Kunde kurze Reaktions- und Lieferzeiten auch bei größeren Mengen erwarten, und ausgewählten Partner-Kunden bietet Hama zusätzliche Services an, die sich wiederum auf die Ausgestaltung der Planungs- und Dispositionsprozesse auswirken. Weitere exemplarische Anforderungen, mit denen sich Hama in Planung und Disposition konfrontiert sieht, sind unter anderem Artikel mit hohem Promotion-Anteil und Sonderbedarfen, neben allgemeingültigen Artikeln auch kunden- oder regional- und länderspezifische Artikel, vier unterschiedliche Frachtarten in der Beschaffungslogistik, die zudem auch in Bestellpositionen zu einem Artikel kombiniert werden müssen, sowie sich dynamisch entwickelnde Staffelpreise in der Beschaffung.

Hinzu kommen zudem Sammelbestellung (Verbunddisposition) mit und ohne optimierte Containerbefüllung, die Splittung von Bestellmengen eines Artikels in den Dimensionen Liefertermin und Frachtart sowie die Ermittlung des Wareneingangstermins auf Basis der jeweils gültigen Bestellphase (Planauftrag, Cargo Ready, in Transit).

Vom Standard flexibel zur Kundenlösung

Hama löst diese komplexe Aufgabenstellung zukünftig mit einer neuen APS- (Advanced Planning & Scheduling) Software. Bei der Umstellung verfolgte Hama zwei essenzielle Ziele. Einerseits soll die gewünschte Lieferbereitschaft bei gleichzeitiger Optimierung der dazu erforderlichen Bestände nachhaltig sichergestellt werden. Andererseits sollen Effizienz und Transparenz in der Planung weiter verbessert sowie Planungssicherheit und -qualität noch gesteigert werden. »Die Standardfunktionalität musste jedoch an verschiedenen Stellen angepasst bzw. auch erweitert werden, damit die Lösung die Anforderungen unseres Geschäftsmodells bestmöglich abdeckt«, erklärt Uwe Kahr, Head of Inventory Management bei Hama.

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1. So geht Supply Chain Management bei Hama
2. Sammelbestellung und Verbunddisposition

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