Peter Bauer, MBS

»Wir setzen auf Tradition und Technologie«

14. Februar 2022, 12:00 Uhr | Karin Zühlke
MBS
Peter Bauer, MBS: »Status Quo ist, dass wir nur noch ein Zehntel der Reisetätigkeit im Vergleich zu früher haben. Es gibt immer mal Hybrid-Meetings, aber dass wir tagelang terminiert reisen, davon sind wir noch weit weg.«
© MBS

Peter Bauer ist seit März 2020 Geschäftsführer beim Distributor MBS. Zuvor war mehr als 25 Jahre auf Herstellerseite tätig. Er setzt mit MBS besonders auf regionale Stärke und enge Kundenbeziehungen.

Markt&Technik: Herr Bauer, wie würden Sie MBS kurz zusammengefasst charakterisieren?

Peter Bauer: MBS agiert ausschließlich mit Vertragslinien, beschäftigt 21 Mitarbeiter und hat sich besonders auf passive und elek­tro­mechanische Bauteile spezialisiert. Wir pflegen den persönlichen Kontakt und legen Wert auf langfristige Beziehungen. Unsere Kunden wissen, dass wir unsere Zusagen halten: Wenn wir sagen, wir haben Sicherheitslager, dann ist das real. Die Kunden können nach Forstinning kommen und sich davon überzeugen. Wir nennen das kurz und bündig: Tradition und Technologie, d. h. das bewährte mit neuen Technologien anreichern, wenn es dient, Lösungen für den Kunden zu erarbeiten. Das sind die beiden Schlagworte, die unsere Ausrichtung prägen. Neben der Distribution bieten wir unseren Kunden an, komplette Baugruppen in Zusammenarbeit mit dem Kunden zu designen, aber nur in Kleinserien bis 1000 Stück pro Jahr. Der Service ist langsam aus Zusammenarbeit mit unserer Klientel erwachsen, und wir offerieren diesen in Zusammenarbeit mit Dienstleistern.

Welche Industriebereiche bedienen Sie und wo ist der Schwerpunkt Ihres Aktionsradius?

Hauptsächlich bewegen wir uns im Maschinenbau, bedienen kleine und mittelgroße Industriekunden und EMS. Der Großteil unserer Kunden befindet sich in Süddeutschland.

Wie sieht die Wachstumskurve von MBS aus?

MBS ist stets kontinuierlich gewachsen, insbesondere mit den Kunden über Neuprojekte und Logistikkonzepte.

Wo sehen Sie die Stärken von MBS?

Wir richten uns nach den Anforderungen der Kunden. Das geht so weit, dass wir unabhängig von Carriern unsere Kunden bei Bedarf auch mit dem eigenen Lieferwagen direkt beliefern können. Dabei wird auch gleich die Verpackung umgehend wieder zurückgenommen, Stichwort Nachhaltigkeit.

Lösungen mit dem Kunden erarbeiten, um den Kunden in seinem Marktumfeld erfolgreich zu machen, das ist unser Anspruch.

Wie sind Sie bis dato durch die Krise gekommen – in Bezug auf die Verfügbarkeit?

Wir haben die Bedarfe sozusagen von vorne herein antizipiert und entsprechend disponiert. Das heißt, wir hatten die Ware da, haben sie auch nicht irgendwohin teuer verkauft. Die Ware war rein für unsere Kunden bestimmt.

Gewusst? Dann müssten Ihre Mitarbeiter ja hellseherische Fähigkeiten haben!

Wir haben Mitarbeiter im Innendienst, die ihre Kunden seit 20 Jahren betreuen. Wir sind gut vernetzt und haben frühzeitig kommuniziert. Die Erfahrung zählt in solchen Situationen. Wir kennen unsere Kunden und haben die Ware entsprechend bestellt. Und wenn man rechtzeitig bestellt, bekommt man auch beizeiten seine Lieferungen.

Dann ist MBS eines der Beispiele, die zeigen, dass man die Bedarfe bzw. deren Verfügbarkeit zumindest im Industriebereich doch auch im Griff haben kann.

Durchaus. Aber in bestimmten Bereichen, etwa in der Automobilindustrie, sind die Bedarfe deutlich sprunghafter. Durch die Coronakrise hatte die Branche bekanntlich mit einem starken Absatzeinbruch zu kämpfen, und anschließend ging es wieder steil wieder nach oben, auch beim Absatz von E-Autos. Hier hat sich zudem das Portfolio verändert. Es wird viel mehr Elektronik gebraucht. Ein weiterer Bereich, der einen sprunghaften Anstieg verzeichnet, ist die 5G-Technik: Dort werden vor allem Kleinstbauformen für 5G-Bürokommunikation benötigt.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Liefersituation?

Nach wie vor ist es fast unmöglich, bei Neuplatzierungen einen Liefertermin für dieses Jahr zu bekommen. Bestehende Rahmenaufträge laufen. Aber auch diese Lieferzeiten liegen bei sechs, neun oder zwölf Monaten. Wer zum Ende 2021 noch keine Aufträge platziert hat, für den wird es eng für 2022. Auf der anderen Seite kann sich die Situation auch schnell wieder auflösen, wie in der Vergangenheit oft der Fall, beispielsweise, weil viele Doppelbestellungen im Markt vorhanden sind.

Vor Doppelbestellungen wird ja immer wieder gewarnt. Aber sie sind wohl an der Tagesordnung, oder?

Es ist letztlich legitim, dass Doppelbestellungen existieren, da die Einkäufer einfach alles tun, um die Bänder nicht zum Stillstand kommen zu lassen.

Wie gehen Sie dann mit etwaigen Stornos um?

Aktuell sind viele Marktmechanismen außer Kraft gesetzt. Wir können uns schützen, indem wir offen mit den Kunden kommunizieren.

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