Konsortialprojekt FSCM

Neue Konzepte zur Nutzung nachhaltiger Materialien

26. Januar 2023, 11:53 Uhr | Kathrin Veigel
BMW Projekt Future Sustainable Car Materials
Neben Recycling von Kunststoffen und Metallen stehen auch neuartige biobasierte Wertstoffe im Fokus des Leuchtturmprojekts »Future Sustainable Car Materials«.
© BMW

Das Projekt »Future Sustainable Car Materials« will das Kreislaufsystem für Metalle und Kunststoffe über die Kfz-Wertschöpfungskette hinweg stärken. Das Datenökosystem Catena-X liefert das nötige Datenformat für den digitalen Fingerprint der Materialien sowie eine Plattform für die Zusammenarbeit.

Forschungsinstitutionen und Unternehmen verschiedener Industriebereiche erarbeiten ab sofort unter der Leitung der BMW Group neue Vorgehensweisen zur Nutzung nachhaltiger Materialien. Kern des Konsortialprojektes »Future Sustainable Car Materials« (FSCM) ist es, innovative Prozessrouten und Materialkonzepte über große Teile der Wertschöpfungskette zu entwickeln.

Die Partner haben das Ziel, den CO2-Fußabdruck bei der Gewinnung von Materialien sowie bei deren Verarbeitung und Wiederverwertung durch eine nachhaltige Entwicklung von Werkstoffen zu senken. Nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft gilt es, einen möglichst hohen Anteil an Sekundärmaterialien in den Kreislauf einzubringen, die deutlich weniger CO2-intensiv sind als Primärmaterialien.

Ein Schwerpunkt von FSCM wird hierbei auf Stahl und Aluminium liegen, die in der Produktion einen Großteil der CO2-Emissionen verursachen. Neben Recycling von Kunststoffen und Metallen stehen auch neuartige biobasierte Wertstoffe im Fokus.

Die BMW Group setzt bereits seit Jahren auf nachwachsende Rohstoffe bei der Fahrzeugproduktion. Nachwachsende Rohstoffe wie Naturfasern sind dabei nicht nur leichter als Alternativmaterialien, sondern sie gehen mit einem negativen Wert in die CO2-Berechnung ein, da sie in der Wachstumsphase CO2 aufnehmen und Sauerstoff emittieren. Auch Holz bietet als nachwachsender Rohstoff Potenzial für weitere Einsatzfelder im Automobilbau.

»Aktuell ist es besonders herausfordernd, Materialien aus verschiedenen Wertstoffströmen in einer gleichbleibend hohen Qualität für den Kreislauf bereitzustellen. Im Projekt werden Partner mit unterschiedlichen Kompetenzen in der Werkstoffentwicklung eng zusammenarbeiten, um hierfür Lösungen zu entwickeln«, erkärt Martin Derks, Entwicklung Gesamtfahrzeug, Leiter Kunststoffe bei der BMW Group und Projektleiter von FSCM.

Synergieeffekte nutzen mit Catena-X

Das Projekt Catena-X liefert neben einem einheitliches Datenformat für einen digitalen Fingerprint der Materialien auch eine Plattform für die kollaborative Zusammenarbeit. Davon soll auch das Konsortialprojekt FSCM Gebrauch machen. Beidseitig wird eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit angestrebt.

Catena-X verkörpert das erfolgreiche Zusammenspiel globaler Akteure im Bereich der Nachhaltigkeit und wird unter anderem von der BMW Group koordiniert. Dieses Projekt ist verbunden mit der europäischen Initiative GAIA-X und strebt danach, das erste offene und kollaborative Daten-Ökosystem für die Automobilindustrie zu schaffen, indem es Hersteller und Zulieferer über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg miteinander vernetzt.

Es ermöglicht leistungsfähigere Qualitäts- und Logistikprozesse, höhere Transparenz hinsichtlich der CO2-Reduzierung sowie ein vereinfachtes Stammdatenmanagement. So kann zum Beispiel bei der Fertigung von Hochvoltbatterien der reale CO2-Fußabdruck vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt dargestellt und optimiert werden.

Partner des Konsortiums

Das FSCM-Konsortium setzt sich aus den folgenden Partnern zusammen:

  • BMW
  • Evonik Operations
  • Mocom Compounds
  • Kunststoff-Institut für die mittelständische Wirtschaft NRW
  • Wipag Deutschland 
  • Thyssenkrupp Steel Europe 
  • Constellium Rolled Products Singen 
  • Constellium Singen 
  • Toray Industries Europe 
  • TU München – Lehrstuhl für Werkstofftechnik der Additiven Fertigung MAT
  • TU München – Lehrstuhl für Fördertechnik, Materialfluss und Logistik FML
  • TU München – Lehrstuhl für Circular Economy CEC
  • Material.one
  • Forward Engineering
  • Dräxlmaier Group
  • Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT
  • Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut WKI
  • Encory 

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