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Automotive-Umfrage

Bourns
© Bourns

Ferdinand Leicher, Bourns:

Derzeit stellt sich die Lieferkette noch sehr uneinheitlich dar, da die Autofabriken in Europa erst seit KW 18 wieder hochfahren. Wir sehen teilweise im Truck-Bereich für die Produktion für Asien sogar Erhöhungen und Engpässe; gleichzeitig auch in der KW 19 deutliche Stornierungen und Verschiebungen. Aus unserer Sicht sieht die Lagersituation auch sehr uneinheitlich aus; sowohl die OEMs als auch Tier 1 bis 3 haben momentan kaum saubere Sichtbarkeit, welche Schritte die Politik zum Ankurbeln der Automärkte in Europa nun tun wird. Entsprechend kenne ich Tier 1, die den SAP-Zahlen ihrer OEMs nicht trauen. Und auch für Bourns – in der Rolle als Tier 1, 2 oder auch mal 3 – gilt damit, dass wir den Zahlen unserer Kunden ebenfalls kaum trauen können. Unsere eigenen Fabriken kämpfen daher momentan an allen Fronten mit der Planungs-Unsicherheit.

Auch die Distribution fährt beim Thema Auto derzeit mit ihrer Supply-Chain nur auf „neblige Sicht“. Für einige Komponenten hatten wir als Bourns bis Februar und noch in den März hinein Allokation und keine Lagerbestände mehr in Europa. Im April sahen wir auch für den Autobereich noch erstaunlich hohe Bestellungen, um die Lager wieder zu füllen. Für den Mai dagegen sieht es momentan noch „nebliger“ aus, da jetzt wohl überall Kostenreduktion betrieben wird.

Einige Institute und Ökonomen haben Forecasts abgegeben, die für den Auto-Markt in Europa in diesem Jahr ein Minus von etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ansetzen. Wir sind etwas optimistischer, glauben aber auch, dass sich die Produktions- und Nachfrageausfälle auf keinen Fall im Laufe des Jahres 2020 wieder ausgleichen werden. Für die Kfz-Elektronik gehen wir daher eher von einem zweistelligen Rückgang aus.