E-Autos bei Minusgraden

7 Tipps für den Akku

9. Dezember 2022, 11:00 Uhr | Irina Hübner
Frost kann dem Akku von Elektroautos zu schaffen machen.
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Niedrige Temperaturen im Winter haben nicht nur Einfluss auf die Kapazität der Elektroauto-Batterie, sondern auch auf den Ladevorgang. Der Anbieter für Ladelösungen CTEK gibt wichtige Praxistipps für mehr Batterieleistung in den kalten Wintermonaten.

Wenn die Temperaturen auf bis zu -10 °C sinken, entladen sich Autobatterien schneller. Der schwedische Weltmarkführer für Ladelösungen CTEK hat sieben Anregungen zusammengestellt, wie sich Elektroauto-Besitzer am besten auf die kältesten Wochen im Jahr vorbereiten können.

1. Kälte-Auswirkungen kennen

Die meisten Elektroautos haben zwei Batterien: eine Lithium-Ionen-Hauptbatterie, die den Motor antreibt, und eine 12-Volt-Batterie (die gleiche wie in einem Benzin- oder Dieselfahrzeug), die die Zusatzsysteme des Fahrzeugs wie Heizung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Sitzheizung, Scheinwerfer und Bordcomputer betreibt.
Ist das Auto an die Steckdose angeschlossen, lädt der Strom die Hauptbatterie auf, die wiederum die 12-V-Batterie auflädt. Beide Batterien eines E-Fahrzeugs werden durch die Kälte beeinträchtigt, da der Frost die chemischen Reaktionen in der Batterie verlangsamt und so die Batterieleistung verringert. Bei Elektroautos kann dies zu einer verringerten Reichweite führen.

Die Reichweite eines Elektroautos ist im Winter schätzungsweise um 15 bis 20 Prozent geringer ist als im Sommer, wobei die Verringerung der Reichweite bei Schnee und Eis noch stärker ausfällt. Viele moderne Elektroautos sind mit einer Wärmepumpe ausgestattet, die die Reichweite im Winter und bei kalten Temperaturen deutlich erhöht und so die Kälteauswirkung verringert.

2. Das Auto am Morgen aufheizen

Bei einem mit der Ladestation verbundenen Elektroauto ist es möglich, vor einer Fahrt die Heizung einzuschalten, ohne dass die Batterien entladen werden. Dadurch wird das Auto nicht nur auf die gewünschte Temperatur aufgeheizt, sondern auch die Autobatterien werden aufgewärmt, um die Leistung und Reichweite zu erhöhen. Wenn es richtig kalt ist, lässt sich ebenso auch die Sitzheizung vorab einschalten, um die Fahrt noch angenehmer zu gestalten.

Die meisten E-Fahrzeuge verfügen heutzutage über Apps, mit denen der Fahrer vorab das Auto aufwärmen kann. Dadurch wird auch die Batterie erwärmt, was wiederum deren Leistungsfähigkeit steigert. Das Auto sollte während des Ladevorgangs aufgeheizt werden, um zu verhindern, dass sich die Batterie gleich wieder entlädt.

3. Das E-Fahrzeug in der Garage parken

Wenn Autos im Winter in geschlossenen Räumen stehen, verbessert sich die Batterieleistung. Die Wärme der Garage trägt dazu bei, dass die Ladung des E-Autos länger erhalten bleibt und es schneller wieder aufgeladen wird.

4. Batterie nicht zu wenig oder zu voll laden

Bei Frost reserviert das Auto für die Erwärmung der Batterie einen bestimmten Prozentsatz der Kapazität – das sind etwa 15 bis 20 Prozent. Wenn sich der Ladezustand idealerweise bei mindestens 50 Prozent hält, ist eine optimale Leistung des Fahrzeugs gewährleistet. Wichtig ist es, die Batterie nicht jeden Tag bis zu 100 Prozent aufzuladen. Das verringert die Leistung des Akkus, weil er sich auf diese Weise schneller entlädt.

Für den täglichen Gebrauch reicht ein Batteriestand von 90 Prozent aus. Sollte eine längere Reise, wie ein Urlaub, bevorstehen, ist es natürlich sinnvoll, den Akku voll zu laden. Die meisten E-Fahrzeuge verfügen bereits über entsprechende Funktionen zur intelligenten Batterieschonung. Im Falle eines fehlenden Batteriemanagementsystems lassen sich die die Ladevorgänge auch anhand einer App steuern.

5. Den Eco-Modus nutzen

Der sogennante Eco-Modus ist bei jedem Elektrofahrzeug anders, aber alle haben dasselbe Ziel: mehr Kilometer mit weniger Energie zu fahren. So spart schon die Begrenzung der Stromzufuhr zum Antriebsmotor und zur Heizung eine Menge Energie. Das trägt dazu bei, die Effizienz der Batterie bei kaltem Wetter zu maximieren.

Ein weiterer wichtiger Tipp: Die meisten E-Fahrzeuge beschleunigen im Eco-Modus etwas langsamer, da weniger Energie an den Motor abgegeben wird. Dies erhöht die Fahrsicherheit, da die Gefahr des Durchdrehens der Räder auf vereisten oder schneebedeckten Straßen verringert wird.

6. Regeneratives Bremsen reduzieren

Bei einigen Fahrzeugen lässt sich der Umfang der Rekuperation einstellen, also das technische Verfahren zur Rückgewinnung von Energie. Das passiert beim Loslassen des Gaspedals, wodurch Bremsenergie in die Batterie zurückgeführt wird. Bei voller Bremskraftrückgewinnung auf vereisten Straßen können einige Fahrzeugen ausbrechen, wenn das Gaspedal zu schnell losgelassen wird. Deshalb sollte im Winter bei Minusgraden nur sehr vorsichtig gebremst werden.

7. Zusätzliche Energie in der Batterie

Die Batterie muss im allgemeinen nur so viel Energie enthalten, wie für die Reise wirklich nötig ist. Im Winter ist das anders: Bei einer blockierten Straße oder einem unvorhersehbaren Ereignis, bei dem der Fahrer nicht weiterkommt, ist es gut, wenn das Auto über zusätzliche Energie verfügt. Damit kann dann zum Beispiel das Auto warm gehalten oder das Handy aufgeladen werden. Bei längeren Winterfahrten empfielt sich, zusätzliche Stopps zum Laden einzuplanen.

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