HHLA Next investiert in Fernride

Lösungen für die schrittweise Automatisierung von Lkw

19. Januar 2023, 13:32 Uhr | Irina Hübner
Fernride-Container-Handling in Tallinn, Estland.
© HHLA

HHLA Next, die Innovationseinheit der Hamburger Hafen und Logistik (HHLA), investiert in das Münchener Start-up Fernride. Gemeinsam mit HHLA International wird ein Pilotprojekt für hochautomatisierte und elektrische Containerlogistik am HHLA TK Estonia Terminal in Tallinn gestartet.

HHLA Next investiert in die Entwicklungen von Fernride, um die Automatisierung und Nachhaltigkeit in der Logistik weiter voranzutreiben und dem Lkw-Fahrermangel entgegenzuwirken. Auf dem Weg zu einer automatisierten Transportlogistik liegt der Mehrwert von Fernride in der schrittweise steigenden Autonomie der Lkw und Zugmaschinen.

Dabei setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus bereits verfügbarer autonomer Technologie der Fahrzeuge sowie menschlicher Expertise im Fernbetrieb, die unmittelbar im Regelbetrieb eingesetzt werden kann. Dies bietet einen direkten Mehrwert und beschleunigt den Weg zu einer nachhaltigeren Logistik.

Pilotprojekt am HHLA TK Estonia Containerterminal in Tallinn

HHLA Next verschafft dem neuen Portfoliounternehmen den Zugang zu Tochterunternehmen im HHLA-Konzern. So startet Anfang 2023 ein Pilotprojekt am HHLA TK Estonia Terminal in Tallinn, das erste Projekt von Fernride an einem Containerterminal. Ziel dabei ist es, die Betriebszuverlässigkeit der Technologie im Bereich des automatisierten Container Handlings zu beurteilen und die Technologie auf zukünftige Geschäftsmöglichkeiten hin zu validieren.

Zusätzliche Sensoren und Kameras für Lkw und Zugfahrzeuge

Das IT-Start-up Fernride, das rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, stattet Lkw und Zugmaschinen mit Sensoren und Kameras aus, so dass diese über das Mobilfunknetz ferngesteuert werden können. An einem Bildschirmarbeitsplatz, der einem Fahrzeug-Cockpit nachempfunden ist, übernehmen Teleoperator:innen die Fernsteuerung der Fahrzeuge. Der Teleoperator empfängt und sendet gezielt Befehle in Echtzeit, indem er Gaspedal, Bremse, Lenkrad und Joystick bedient. Durch die Daten aus dem Realbetrieb können die Algorithmen von Fernride weiter trainiert werden, um weitere Autonomiefunktionen auszurollen.

Mit dieser neuen Technologie kann der Einsatz von LKW-Fahrern flexibler gestaltet werden, was sich positiv auf Betriebsabläufe auswirkt. Die Möglichkeit der Fernarbeit steigert zudem die Attraktivität des Berufsbildes sowie die Sicherheit auf dem jeweiligen Betriebsgelände.

Investition in nachhaltige Geschäftsmodelle

»Als HHLA Next investieren wir in digitale und nachhaltige Geschäftsmodelle im Bereich der maritimen Logistik. Wir sehen in Lösungen zum autonomen Fahren auch aufgrund des bestehenden Mangels an Lkw-Fahrern sehr großes Potenzial«, erklärt Simone Lode, Geschäftsführerin von HHLA Next. »Mit Fernride beteiligen wir uns an einem Unternehmen, das bereits eine einsatzfähige Lösung mit einem Partnernetzwerk bei angesehenen Firmen aus Industrie & Logistik mit sehr guten Ergebnissen umgesetzt hat. Zudem unterstreicht das Projekt unseren Fokus auf nachhaltige Logistik.«

»HHLA ist der perfekte Partner für den Einsatz unserer Plattform für autonomes, elektrisches Trucking im Bereich der Häfen«, ergänzt Hendrik Kramer, CEO von Fernride. »Die Vorteile der Fernsteuerung können innerhalb von Hafengeländen bereits von einem Teil der Belegschaft aktiv genutzt werden. Mit unserer Lösung können nun auch Lkw-Fahrer davon profitieren. Die HHLA teilt unsere Ambitionen, diese Technologie international zu skalieren - der Hafen in Tallinn bietet ideale Bedingungen, um den Grundstein dafür zu legen.«

 


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