Neues Tool von AnyClip

Mit KI Informationen in Videos verfügbar machen

21. November 2022, 21:23 Uhr | Andreas Knoll
Michael Kummer, Geschäftsführer DACH von AnyClip
Michael Kummer, AnyClip: »Alles, was in einem Video geschrieben, gesagt und gezeigt wird, wird durch AnyClip verschlagwortet und auffindbar.«
© AnyClip

Was Suchmaschinen im Web und die Suchfunktion im Textverarbeitungsprogramm schon seit jeher leisten, kann jetzt die KI-basierte Cloud-Lösung AnyClip auch in beliebig langen Videos: die enthaltenen Daten gezielt durchsuchen, um die Passagen mit genau den gewünschten Informationen bereitzustellen.

Wenn man im Internet etwas finden will, sucht man mittels Suchmaschinen. Wenn man in einem Office-Dokument etwas finden will, nutzt man die Textsuchfunktion. Wenn man in einem Video etwas finden will, dann … ja, was macht man dann eigentlich? Man klickt sich in Sekundenschritten hindurch, bis man die richtige Stelle gefunden hat. In einer Zeit, in der Informationen mehr und mehr in Form von Videos gespeichert werden, ist das nicht besonders effizient. Bei kurzen Videos mag das kein Beinbruch sein. Aber bei Datenbanken mit Hunderten, ja Tausenden von Videos - wie sie heute in mehr und mehr Unternehmen gang und gäbe sind - ist das schlichtweg unmöglich.

Erforderlich ist also ein Tool, mit dem man die Informationen, die in Videos enthalten sind, mit wenigen Mausklicks umfassend zugänglich machen kann. Genau dieses Ziel haben sich die Gründer des amerikanisch-israelischen Technologieunternehmens AnyClip gesetzt, und zwar mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI). Das Ergebnis ihrer Entwicklungsarbeit: AnyClip. Die Cloud-Lösung auf KI-Basis schöpft die in Videos enthaltenen Daten vollständig aus. Dadurch wird aus einer ganz normalen Video-Datei ein intelligentes Medium. AnyClip ermöglicht es den Nutzern, ein Video gezielt zu durchsuchen, die darin enthaltenen Informationen mit wenigen Klicks zu finden, sie zusammenzufassen und sie zugleich mit anderen Personen zu teilen.

»Nehmen wir ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Möglichkeit, alle aufgezeichneten Videokonferenzen seit Beginn der Corona-Pandemie mit einem Mausklick automatisch nach den wichtigsten Inhalten zu durchsuchen und zusammenzufassen«, erläutert Michael Kummer, AnyClip-Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH), das AnyClip-Prinzip. »Alles, was in einem Video geschrieben, gesagt und gezeigt wird, wird durch AnyClip verschlagwortet und auffindbar.«

Besonders seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Bedeutung von Video als Kommunikations- und Speichermedium weiter zugenommen. Allein in Deutschland arbeiten Millionen von Menschen „remote“: Viele Briefings und Vertriebsgespräche, außerdem Schulungen und Weiterbildungen, sogar Onboarding-Maßnahmen finden digital per Video statt. Genau da setzt AnyClip an: Die Cloud-Lösung macht die in Videos enthaltenen Informationen jederzeit für alle berechtigten Nutzer zugänglich.

Zeitaufwand verringern

Doch wie funktioniert diese automatische Verarbeitung überhaupt? Man stelle sich vor: Ein Vertriebsmitarbeiter hat einen digitalen Kundentermin. Mit Einverständnis aller Beteiligten wird das Gespräch aufgezeichnet. Ein berechtigter Kollege will sich die Aufzeichnung anschließend ansehen, allerdings nur wenige für ihn relevante Sequenzen. Sich das möglicherweise mehrstündige Video in Gänze anzusehen, gibt der Alltag nicht her; ein Durchklicken des Videos, bis man findet, wonach man sucht, würde viel zu lange dauern. Mit AnyClip wird dieser Prozess so einfach wie eine Textsuche in einem Word-Dokument. Aus einem unter Umständen mehrstündigen Gespräch wird ein zehnminütiges Highlights-Video, mit allen individuell selektierten Daten. Die Software filtert dabei die Videoinhalte nach den vom Nutzer festgelegten Parametern. Auf Wunsch werden automatische Untertitel eingesetzt. Die Cloud-Lösung ist auf Deutsch und Englisch nutzbar.

Know-how soll nicht verloren gehen

Mithilfe von „GeniusWORK“, einer vollständig integrierten Kommunikationsplattform, lassen sich die Videodaten an einem zentralen Ort abspeichern. Die Plattform umfasst die automatische Erkennung und Verteilung von Inhalten und ist auf jedem Gerät abrufbar. Das Know-how von Mitarbeitern kann dort audiovisuell abgespeichert und ausgewählten Nutzern zugänglich gemacht werden. Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen und oft jahrzehntelang im Unternehmen gearbeitet haben, nehmen ihr einzigartiges Spezial-Know-how auf Video auf. Die abgespeicherten Videos können dann neuen Mitarbeitern als Onboarding- und Schulungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden.

»Das in Videos verfügbare Wissen ist in den meisten Unternehmen ein weißer Fleck«, betont Michael Kummer. »Mit AnyClip bekommen Unternehmen aller Art erstmals einen umfassenden Zugang zu diesen Informationen. AnyClip bietet genau die richtige Technologie, um die vielen wertvollen Informationen, die auch in älteren Videos enthalten sind, sichtbar zu machen.« Die Informations-Bereitstellung durch die Videolösung erzeugt dabei keinen zusätzlichen Personalbedarf, so Kummer: »Ob Unternehmens-Events, HR-Ressourcen oder interne Aufzeichnungen – alles ist an einer zentralen Stelle abrufbar, ohne dass dies zusätzliche Kapazitäten kostet.« GeniusWORK liegt auf einem europäischen Cloud-Server und ist für alle Geräte-Typen nutzbar.

Eine Software, viele Anwendungsmöglichkeiten

Neben Video on Demand lassen sich auch Live-Events oder geschäftsrelevante Inhalte, wie die Dokumentation von mündlichen Absprachen, in die Plattform hochladen. Außerdem können AnyClip-Nutzer beispielsweise über die Video-Kommunikationsplattform „Zoom“ ihre Meetings direkt aufnehmen und bei GeniusWORK hochladen. Die Video-Zugriffsrechte sind dabei individuell verteilbar.

Geschäft auf dem europäischen Markt ausweiten

Neben München unterhält das Unternehmen derzeit Büros in Tel Aviv, London, New York und Los Angeles. Das Münchner Büro wurde Ende 2021 als erste europäische Niederlassung gegründet.


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