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Softing auf der SPS Connect

»Verkehrspolizei« für Industrie 4.0

23. November 2020, 20:07 Uhr   |  Andreas Knoll

»Verkehrspolizei« für Industrie 4.0
© Softing Industrial

Die Middleware »dataFEED Secure Integration Server« arbeitet als abstrakte Schnittstelle zwischen der OT- und der IT-Welt.

Einen nahtlosen und sicheren Datenaustausch zwischen IT- und OT-Ebene im IIoT zu organisieren, ist trotz immer besserer Hilfsmittel noch nicht trivial. Softing Industrial zeigt dafür auf der SPS Connect den »dataFEED Secure Integration Server«, der als Schnittstelle zwischen den beiden Welten dient.

Bei der Integration von Produktions- und Management-Ebene (OT/IT) ist besonders auf den Datenaustausch zu achten, und zwar wegen uneinheitlicher Schnittstellen und der großen Anzahl von Variablen, und weil die Unterstützung von Zugriffsrechten und speziellen Sicherheitsanforderungen gewünscht ist. „Auch wenn sich dafür die Verwendung von OPC UA als Standardtechnologie durchgesetzt hat, bleiben für die Anwender doch viele Detailfragen bei der Realisierung von Industrie-4.0-Anwendungen offen“, erläutert Andreas Röck, Produktmanager Industrial bei Softing Industrial.

Abhilfe schaffen soll die Middleware „dataFEED Secure Integration Server“ des Unternehmens. Sie dient als abstrakte Schnittstelle zwischen der OT- und IT-Welt und fasst wichtige Funktionen für einen effizienten Datenaustausch zusammen. Als „Aggregating Server“ nutzt die Middleware die OPC-UA-Adressraummodellierung besonders zur Schnittstellenabstraktion und Datenaggregation. Dabei unterstützt die Schnittstellenabstraktion Änderungen und Erweiterungen innerhalb einer Ebene, ohne dass dafür Anpassungen in der anderen Ebene nötig sind. So lassen sich etwa neue IT-Anwendungen in die Gesamtlösung integrieren und damit kurze Innovationszyklen in der IT-Welt ausnutzen oder individuelle Änderungen in der Produktionsumgebung durchführen. Die Datenaggregation erlaubt die Zusammenfassung von Daten aus verschiedenen Quellen in einem OPC-UA-Server. Weil die IT-Anwendung dann nur noch auf einen Server zugreift, vereinfacht sich die Kommunikationsstruktur, was den Konfigurationsaufwand verringert.

Außerdem zeichnet sich dataFEED Secure Integration Server durch das implementierte Sicherheitskonzept aus: Anwender können den Adressraum für einzelne OPC-UA-Client-Anwendungen durch Filter einschränken und die Zugriffsart festlegen. Neben der vollständigen Implementierung der OPC-UA-Sicherheitsfunktionen lassen sich außerdem White bzw. Black Lists für den Datenzugriff von einzelnen IP-Adressen aus verwenden und Denial-of-Service-Angriffe (DoS) auf die OPC-UA-Authentifizierung erkennen.

„Egal ob der Kunde Bestandsanlagen einsetzt oder Neuinstallationen plant, in jedem Fall bringt der dataFEED Secure Integration Server Vorteile beim Betrieb von Industrie-4.0-Anwendungen“, betont Andreas Röck. „Ein Anbieter von Leittechniksystemen für Kraftwerke stand beispielsweise vor der Herausforderung, rund 1,5 Millionen Variablen in ein Gesamtsystem einbinden zu müssen. Der Zugriff auf eine so große Anzahl von Variablen bedeutet aber für viele OPC-UA-Clients große Schwierigkeiten. Deshalb verwendet die Kraftwerksanwendung die Möglichkeit zur Filterung von Variablen und damit zur gezielten Einschränkung des Variablenzugriffs für die einzelnen OPC-UA-Clients.“ Darüber hinaus lassen sich die einzelnen konfigurierten Variablen nur lesend zugreifen, um so das nicht autorisierte Überschreiben von Datenwerten zu verhindern.

Ein großer Automobilzulieferer nutzt dataFEED Secure Integration Server speziell für das Aggregieren und Filtern der Variablen einer Vielzahl unterschiedlicher OPC-UA-Server. „Damit lassen sich alle Variablen von den OPC-UA-Clients über eine einheitliche Schnittelle zugreifen“, führt Andreas Röck aus. „Zudem war hier die Implementierung eines Sicherheitsstandards nach heutigem Stand der Technik ein wichtiges Entscheidungskriterium.“

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