Elektroniknet Logo

ODVA erweitert EtherNet/IP-Spezifikation

EtherNet/IP-Netze unterstützen jetzt Ethernet-APL

Dr. Al Beydoun, ODVA: »CIP Security spielt eine weltweit wichtige Rolle beim Schutz wertvoller Investitionen und Produktionsprozesse vor böswilligen Cyber-Angriffen.«
Dr. Al Beydoun, ODVA: »Mit Ethernet-APL können Anwender die Vorteile von EtherNet/IP in Prozessanlagen voll ausschöpfen.«
© ODVA

Echtzeit-Ethernet-Netze nach dem EtherNet/IP-Standard unterstützen nun Ethernet-APL, den Advanced Physical Layer für die Prozessautomatisierung. Eine entsprechende Erweiterung der EtherNet/IP-Spezifikation hat die Nutzerorganisation ODVA (Open DeviceNet Vendor Association) jetzt bekanntgegeben.

Lizenzierte Anbieter der EtherNet/IP-Technik können ab sofort mit der Entwicklung von EtherNet/IP-Komponenten für Ethernet-APL beginnen, einschließlich Controllern, Power Switches, Field Switches und Feldgeräten.

Ethernet-APL ist eine eigensichere Erweiterung des Single-Pair-Ethernet-Standards 10BASE-T1L (IEEE 802.3cg-2019), die die Anforderungen der Prozessindustrie erfüllt. Zu den Eigenschaften von Ethernet-APL gehören Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 10 Mbit/s, Kabellängen von bis zu 1000 m (IEC 61158-2), die Eignung für explosionsgeschützte Bereiche und die Spannungsversorgung von Feldgeräten. Ethernet-APL-Geräte erfüllen die Anforderungen gemäß IEC TS 60079-47 (Geräteschutz durch eigensicheres Zweidraht-Ethernet-Konzept), um eigensicheren Explosionsschutz zu gewährleisten.

»Mit der Aufnahme von Ethernet-APL in die EtherNet/IP-Spezifikation bauen wir die Möglichkeiten von EtherNet/IP für die Prozessautomatisierung weiter aus«, erläutert Dr. Al Beydoun, President und Executive Director der ODVA. »Mithilfe von Ethernet-APL wird EtherNet/IP in der Lage sein, die präzise und effiziente Ethernet-basierte Steuerung und Inbetriebnahme von Feldgeräten zu erweitern. Die volle Nutzung von EtherNet/IP in Prozessanlagen wird eine gleichzeitige nahtlose Connectivity von Feldgeräten zu Controllern, zu Anwendungen des IIoT sowie zu Edge- und Cloud-Computing für vorausschauende Analysen ermöglichen.«

Die ODVA betrachtet die neu hinzugefügte Unterstützung von Ethernet-APL als einen weiteren wichtigen Schritt bei der Anpassung von EtherNet/IP, um die umfassenden Anforderungen der Prozessindustrie zu erfüllen. Zu den abgeschlossenen EtherNet/IP-Erweiterungen für Anwendungen in der Prozessindustrie gehören die Diagnose nach NAMUR NE 107, die HART-Integration, die IO-Link-Integration und die Unterstützung der nächsten Generation digitaler Gerätebeschreibungsdateien einschließlich FDT und FDI.

»Die Aufnahme von Ethernet-APL wird Anwender in die Lage versetzen, die Vorteile von EtherNet/IP in Prozessanlagen voll auszuschöpfen«, führt Dr. Al Beydoun aus. »Hierzu gehören marktübliche Hardware für industrielle Leitsysteme, eine objektorientierte Plattform sowie die Kompatibilität mit standardmäßigen Internet-Protokollen wie TCP/IP, HTTP, FTP, SNMP und DHCP. Durch Support für funktionale Sicherheit mit CIP Safety, Geräteschutz mit CIP Security, Zeitsynchronisation mit CIP Sync sowie fehlertolerante Redundanz mit Parallel Redundancy Protocol (PRP) und Device Level Ring (DLR) können Prozessanlagen auf EtherNet/IP-Basis von der Überwachung des Netzwerk- und Gerätezustands, integrierter Sicherheit und Gerätekonfiguration aus der Ferne profitieren.«

Die ersten Ethernet-APL-Controller, -Power Switches, -Field Switches und -Feldgeräte, die EtherNet/IP unterstützen, werden voraussichtlich im Jahr 2022 nach dem Abschluss des Konformitätsprüfungs-Prozesses verfügbar sein. Unter www.odva.org steht die neueste Version der EtherNet/IP-Spezifikation einschließlich EtherNet/IP für Ethernet-APL bereit.

Relevante Anbieter


Verwandte Artikel

ODVA Headquarters

SPS