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Digitalcourage bewertet Corona-Tracing-App des RKI

09. April 2020, 10:52 Uhr   |  Karin Zühlke

Digitalcourage bewertet Corona-Tracing-App des RKI
© Halfpoint/stock.adobe.com

Das Team von Digitalcourage hat sich das Konzept der vom Robert Koch-Institut veröffentlichten „Corona-Contact-Tracing-App“ angesehen und hat dazu eine Stellungnahme verfasst − auf der Basis dessen, was bisher darüber bekannt ist.

Digitalcourage bewertet dabei Datenschutz-Aspekte, aber auch gesellschaftliche Auswirkungen dieser App.

Es handelt sich dabei um die Tracing-App nach dem Konzept von PEPP-PT (Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing), das das Robert-Koch-Institut (RKI) am 31.3.2020 zum Einsatz während der Corona-Krise vorgestellt hat.

Die Situation ändere sich laufend, da die tatsächliche Implementierung der App ist noch nicht fertig sei, verlautbart Digitalcourage. Eine abschließende Darstellung und Bewertung der PEPP-PT-App(s) kann aus diesem Grund erst erfolgen, wenn der Code und die geplante App des RKI veröffentlicht sind.

Positiv findet Digitalcourage, dass die App keine Funkzellenabfrage zulässt und dass Datenschutz und der Gedanke des Privacy By Design bei der Entwicklung von diesem App-Modell von vornherein mitgedacht wurde. Ferner ist die App auf Open Source Basis entstanden. D. h. der Programmcode wird veröffentlicht. Auch die Tatsache, dass es sich um ein europäisches Projekt handelt, findet Digitalcourage gut.

Kritisch sehen die Bewerter, dass man Bluetooth auf dem Endgerät aktivieren muss. Außerdem könnten die App eine vielzahl an Alarmen auslösen, die dann eigentlich für alle Kontaktpersonen eine 14-tägige Quarantäne bedeuten sollte. Wenn das mehrmals passiert, ist die Frage, wieviele Menschen dann noch Lust haben, dem nachzukommen.

Ferner ist kommt unter Android ein weiteres Problem in Zusammenhang mit Bluetooth hinzu: Android erlaubt eine Nutzung der Bluetooth-Schnittstelle nur, wenn gleichzeitig die Nutzung von Ortsdiensten freigegeben wird. Wenn die Contact Tracing App also auf einem Android-Gerät aktiviert wird, dann kann und wird auch Google womöglich auf die Ortsangaben des Handys zugreifen. Die Bewerter bemängeln auch, dass
es möglich sein soll, das PEPP-PT-Modul auch in andere Apps einzubauen und sich dadurch doch die Gefahr ergäbe, dass Digital-Konzerne Zugriff auf die Kontakt-IDs bekommen.

Weitere Details zur Bewertung stehen bei Digitalcourage zum Nachlesen bereit.

  

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