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Blockchain – das nächste Google?

09. April 2018, 10:33 Uhr   |  Karin Zühlke

Blockchain – das nächste Google?
© Karin Zühlke

Die Blockchain-Technik eröffnet viele Möglichkeiten. Aber wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten.

Die Blockchain stellt jenseits abenteuerlicher Finanztransaktionen ihre handfesten Vorteile in der Realwirtschaft unter Beweis. In diesem Jahr, so meinen Industrie-Experten und Analysten übereinstimmend, wird die Blockchain mit zahlreichen Use-Cases von sich reden machen: Ob beim eGovernment oder in der Lieferkette – sie hat zweifelsohne das Zeug zur nächsten digitalen Revolution.

Auch neue interessante Geschäftsmodelle kann die Blockchain anstoßen, wie ein in Beispiel von Hewlett Packard Enterprise zeigt: Fahrzeug-Besitzer könnten in Zukunft mit Hilfe der Blockchain beim Fahren Geld verdienen und haben die Kontrolle darüber, wer ihre Daten nutzen darf. Die Datenkäufer auf der anderen Seite – Autobauer, Händler oder Versicherungen – bekommen Zugang zu einem wertvollen Datenpool, den sie anzapfen können, um beispielsweise Fahrerassistenz-Dienste anzubieten oder potenzielle Kunden zu identifizieren und anzusprechen.

Sogar dem Tacho-Betrug auf dem Gebrauchtwagenmarkt ließe sich mit Hilfe der Blockchain-Technik zu Leibe rücken. Das zumindest sieht ein Plan der EU vor. So könnte man Kilometerstand sowie GPS-Daten dezentralisiert abgleichen, ohne personenbezogene Daten verwenden zu müssen.

Diese Möglichkeiten klingen allzu verlockend, dürften aber auch Datenschützer auf den Plan rufen. Zwar hätte der „Datenverursacher“, also der Verbraucher, mit Hilfe der Blockchain tatsächlich eine weitreichende Datensouveränität. Aber durch attraktive Angebote und blumige Versprechen der potenziellen Datennutzer könnte die Blockchain-Technologie zur nächsten Datenkrake à la Google avancieren. Kühne Theorien sprechen sogar davon, Google würde durch die Blockchain-Technik in seiner Eigenschaft als weltweit größter Datensammler abgelöst werden. Denn Zustimmungen zur Datennutzung sind erfahrungsgemäß schnell erteilt. Nicht jeder Verbraucher wird sich groß Gedanken darüber machen, was mit seinen Daten geschieht, erst recht nicht, wenn er seine Zustimmung mit Hilfe der Blockchain-Technik auch noch monetär unterfüttern kann.

So könnten also in Zukunft in der Blockchain immense Datensilos entstehen – freilich sicher, das versteht sich von selbst. Ich meine allerdings von führenden Experten des Öfteren gehört zu haben, „absolute Sicherheit gibt es in der Informationstechnologie nicht“. Ob die Blockchain dieses Paradigma wirklich obsolet werden lässt?

Für alle, die sich über Herausforderungen, Chancen und Möglichkeiten der Blockchain-Technik abseits von Finanztransaktionen informieren möchten, bieten wir mit unserem Markt&Technik Blockchain Summit 2018 am 19. Juni in Nürnberg übrigens DIE Gelegenheit zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch mit Experten: www.blockchain-summit.de

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