Aus Kepplers Sicht ist die Unabhängigkeit bei der Hardware-Auswahl besonders für Systemintegratoren ein wichtiger Pluspunkt: »Nur so lässt sich für jede einzelne Applikation die optimale Kamera unabhängig vom Hersteller aussuchen, ohne bei einem Wechsel der Hardware zusätzlichen Aufwand durch unterschiedliche Treiberbibliotheken zu verursachen«, sagt er. »Um diesen Vorteil der Technik voll ausnutzen zu können, ist es wichtig, dass die verwendete GigE-Vision-/GenICam-Implementierung ihn auch tatsächlich an die Anwender weitergibt.« Die »Common-Vision-Blox«-Bibliothek biete eine komplett eigenständige und unabhängige Treiberplattform für die beiden Standards, die in das bestehende Treiberkonzept des Programmpakets eingebunden sei. »Anwender können deshalb nicht nur zwischen verschiedenen GigE-Vision-Kameras wechseln, sondern auch ohne Software-Modifikationen CameraLink, FireWire, USB und sonstige Techniken nutzen und damit flexibel und ohne Leistungseinbußen auf die Anforderungen unterschiedlicher Applikationen reagieren.«
Für Christoph Zierl, Director Software Development von MVTec Software, liegt der Hauptvorteil von GenICam »in der einheitlichen Schnittstelle zu allen verfügbaren Kameraparametern«. Dies bedeute, »dass der Anwender unabhängig von der genutzten Kamera immer mit derselben Software-Schnittstelle arbeiten kann«, wie er betont. »Die Kamera-Hardware wird dadurch besser vergleichbar, was letztlich die Kosten für den Anwender verringert.«
Jürgen Zimmermann, Leiter Marketing und Vertrieb von Mikrotron, sieht in GigE Vision und GenICam einen wichtigen Schritt zur Vereinfachung des gesamten Engineerings in der Bildverarbeitung: »Für Anwender und Systemintegratoren erhöhen sie die Investitionssicherheit und reduzieren die Entwicklungskosten von Bildverarbeitungs-Projekten«, führt er aus. »Ein wichtiger Aspekt sind dabei auch die international einheitlich konfektionierten Steckverbinder, Kabel, Router und Switches. GigE Vision und GenICam zusammen ergeben den derzeit weitreichendsten Bildverarbeitungs-Standard mit großen Vorteilen gegenüber allen bisherigen Standards.« Zöller argumentiert ähnlich: »Für Endanwender und Systemintegratoren vereinfachen GigE Vision und GenICam das Engineering von Bildverarbeitungs-Applikationen sowie deren Wartung und Instandhaltung, was die Kosten verringert«, sagt er. »Letztendlich entscheidet der Markt, welche Standards sich wie weit durchsetzen.« (ak)
Michael Noffz (Silicon Software) über FPGAs in der IBV: »FPGA kann CPU entlasten«
»Ein FPGA zur Verarbeitung von Bilddaten bietet sich an, wenn es um klassische Vorverarbeitung geht und um große Bilddatenmengen bei gleichzeitiger Entlastung der CPU. Die Struktur des FPGAs erlaubt eine hochparallele Bearbeitung von Daten in Echtzeit. Seine maximale Effizienz erreicht der Chip, wenn sich die Daten wie in einem Pipeline-System verarbeiten lassen. Falls das System durch Entscheidungsprozesse unregelmäßig unterbrochen wird, eignet sich eventuell eine CPU besser.
Mit dem Programmierwerkzeug 'VisualApplets' von Silicon Software vermögen Anwender Designs und Hardwarecode problemlos zu erstellen. 'VisualApplets' ist ein Bildverarbeitungs-, Entwicklungs- und Integrationswerkzeug. Nutzer können komplexe Algorithmen aus Basisoperatoren zusammenstellen und programmieren oder über Importfunktionen auch Fremdcode integrieren. Der Anwendungsbereich von 'VisualApplets' erstreckt sich von der Auslagerung rechenaufwändiger Filteroperatoren bis zu selbstlaufenden Applikationen mit individueller Programmierung der Triggerfunktionen und Signalausgabe zur Steuerung der Peripherie.«