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Trends bei Servoreglern

»Die Stecker setzen der Miniaturisierung Grenzen«

Karlheinz Wirsching, Baumüller: »Ein Servoregler muss die verschiedensten Kommunikationsschnittstellen im System abbilden.«
Karlheinz Wirsching, Baumüller: »Ein Servoregler muss die verschiedensten Kommunikationsschnittstellen im System abbilden.«
© Baumüller

Ein Trend bei Servoreglern für elektrische Antriebe ist die zunehmende Leistungsdichte. Baumüller hat dementsprechend die Servoregler-Familie „b maxx 6000“ vorgestellt, deren Monogeräte eine fast doppelt so hohe Leistungsdichte haben wie die Geräte der Vorgängergeneration „b maXX 5000“.

»Servoregler als Bestandteil von Servoantrieben sollen immer kleiner und ihre Leistungsdichte soll immer höher werden«, erläutert Karlheinz Wirsching, Produktmanager und Leiter Technischer Verkauf Umrichter bei Baumüller in Nürnberg. »Wir präsentieren daher eine neue Generation, die fast eine Verdoppelung der Leistungsdichte gegenüber der Vorgängergeneration erreicht, also eine Beinahe-Verdoppelung innerhalb einer Baugröße. Damit kommen wir allmählich an die Grenze, dass man die Geräte nicht mehr kleiner bauen kann, weil man sonst die Stecker nicht mehr draufbekommt.«

Die wachsende Leitungsdichte ist aber nur einer von mehreren technischen Trends, die sich bei Servoreglern zeigen. »Schon seit längerem sehen wir den Trend zur Flexibilität: Ein Servoregler muss so aufgebaut sein, dass man mit ihm unterschiedliche Kundenwünsche schnell und problemlos erfüllen kann«, führt Karlheinz Wirsching aus. »Die Geräte müssen also skalierbar sein.« Hinzu komme eine möglichst hohe Modularität: »Maschinenbauer planen ihre Maschinen nicht mehr als einheitlichen Komplex, sondern unterteilen sie in einzelne Maschinenmodule. Diese Art von Modularität muss der Servoregler abbilden und unterstützen.« Der dritte schon seit längerem sichtbare Aspekt sei Kosten- und Energieeffizienz.

Zu diesen langfristigen Entwicklungen hat sich in jüngerer Zeit ein Trend zur Durchgängigkeit hinzugesellt: »Anwender wollen nicht mehr verschiedene Softwareprogramme benutzen müssen, um etwas zu parametrieren oder zu programmieren. All das sollte heutzutage aus einem modular aufgebauten Programm heraus funktionieren. Genauso müssen die IP-Adressen der Automatisierungsgeräte in einem System von einem zentralen Punkt aus eingestellt werden können, damit das System die Adressen dann dorthin verteilen kann, wo sie hinmüssen.«

Als weiteren wichtigen Punkt betrachtet Karlheinz Wirsching Offenheit: »Ein Servoregler hat die verschiedensten Kommunikationsschnittstellen im System abzubilden, wobei die Grundinitialisierung automatisiert sein muss.« Immer häufiger höre er in Gesprächen mit Kunden auch das Thema IoT-Fähigkeit: »Daten sammeln und verarbeiten; Kommunikation, ob über OPC UA, ob über Ethernet, ob getunnelt durch einen Feldbus – all diese Möglichkeiten muss der Servoregler haben.« In diesem Zusammenhang werde der Servoregler mehr und mehr als Sensor genutzt: »Leistungsberechnung des Netzes, Leistungsberechnung innendrin, Leistungsberechnung am Motor – das sind drei wichtige Werte, mit denen sich die Effizienz des Systems berechnen lässt. Oder ich kann am Strom erkennen, dass das Lager des Motors kaputt ist.« Last but not least müssen Servoregler den Trend unterstützen, dass Antriebe immer intelligenter werden: »Um Maschinen modular aufbauen zu können, braucht es Servoregler mit einer integrierten Steuerung, die das Maschinenmodul steuert und nach oben hin Informationen gibt.«

Baumüllers neue Servoregler-Generation „b maxx 6000“ umfasst die Monogeräte „b maXX 6500“ (rechts) und die Anreihgeräte „b maXX 6300“.
Baumüllers neue Servoregler-Generation „b maxx 6000“ umfasst die Monogeräte „b maXX 6500“ (rechts) und die Anreihgeräte „b maXX 6300“.
© Baumüller

Baumüllers neue Servoregler-Generation „b maxx 6000“ bildet diese Trends ab. Erhältlich sind die Anreihgeräte „b maXX 6300“ und die Monogeräte „b maxx 6500“. Die Monogeräte sind bei weitem kompakter gebaut als die Mitglieder der Vorgängerfamilie: So erreicht die Baugröße 4 mit einem Leistungsbereich bis 75 kW beispielsweise eine Einsparung von 48 Prozent Bauvolumen bei einer gleichzeitigen Beinahe-Verdoppelung der Leistungsdichte. Die „b maXX drivePLC“, laut Baumüller eine der schnellsten PLCs im Antrieb, ist auf die Integration in die neuen Geräte vorbereitet, was eine externe PLC überflüssig macht. Zudem stehen verschiedene Geber sowie Hardware- und Safety-Optionen bereit. So haben Anwender bei Gebern die Wahl zwischen Resolvern sowie optischen und rein digitalen Gebern mit allen gängigen Schnittstellen. Bei der Hardware sind unter anderem Signalübertragungs-Bus, Serviceoption, digitale und analoge I/Os sowie Bremsenanschluss auswählbar. In puncto Safety stehen verschiedene Varianten vom einfachen Hardware-gesteuerten STO (Safe-Torque-Off) bis hin zu höheren Sicherheitsfunktionen angesteuert über FSoE (FailSafe over EtherCAT) zur Verfügung. Durch diese Skalierbarkeit gibt es eine Vielzahl an Ausbaustufen vom Basisgerät bis zur Vollausstattung.


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