Langstreckenflüge in der First- und Business-Class verursachen im Durchschnitt vier- bis fünfmal so viel CO₂ wie ein Economy-Flug. Auch Premium-Economy-Tickets liegen noch rund 50 % über den Emissionen eines Standardsitzes. Das geht aus einer von Greenpeace veröffentlichten Analyse hervor.
Grund ist vor allem der höhere Platzbedarf pro Passagier. Weniger Sitze pro Fläche bedeuten rechnerisch deutlich höhere Emissionen je verkauftem Ticket.
Analysiert wurden Langstreckenflüge aus 44 europäischen Ländern im Jahr 2024. Demnach entfallen auf Passagiere in First- und Business-Class lediglich 14 Prozent der Reisenden, sie verursachen jedoch 36 Prozent der Emissionen dieser Flüge.
Das Premiumsegment wächst zudem schneller als der Gesamtmarkt. 2024 stiegen die Verkäufe in First, Business und Premium Economy um 8,1 Prozent, während der Gesamtmarkt um 5,3 Prozent zulegte. Insgesamt wurden in Europa mindestens 19 Millionen Langstreckentickets in diesen Klassen verkauft.
Eine zusätzliche Abgabe auf Premiumtickets könnte erhebliche Einnahmen generieren. Kalkuliert wird mit 340 Euro für First Class, 220 Euro für Business Class und 75 Euro für Premium Economy. Auf dieser Basis ließen sich in Europa mindestens 3,3 Milliarden Euro erzielen, ohne die Mehrheit der Reisenden zu belasten.
Frankreich und Großbritannien erheben bereits gesonderte Abgaben auf besonders emissionsintensive Flugtickets. Auf europäischer Ebene wird eine entsprechende Regelung diskutiert.