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Second Life Batteries

Alte BMW-i-Batterien stabilisieren Stromnetz

21. Januar 2015, 12:58 Uhr   |  Andrea Gillhuber

Alte BMW-i-Batterien stabilisieren Stromnetz
© BMW

BMWs Elektrokleinwagen i3

Im Projekt »Second Life Batteries« kooperiert Bosch mit BMW und Vattenfall. Darin werden alte Batterien der BMW-E-Fahrzeugen i3 und ActiveE als Energiespeicher ins Stromnetz eingebunden, um dieses zu stabilisieren. Ein Überblick über die Speicher-Projekte.

Wohin mit den weiterhin wertvollen Batterien am Ende ihres Lebenszyklus in Elektrofahrzeugen? Ein Projekt dreier Partner fügt sie in Hamburg zu einem großen Speicher zusammen, um das Stromnetz stabil zu halten.
© Robert Bosch GmbH

Wohin mit den weiterhin wertvollen Batterien am Ende ihres Lebenszyklus in Elektrofahrzeugen? Ein Projekt dreier Partner fügt sie in Hamburg zu einem großen Speicher zusammen, um das Stromnetz stabil zu halten.

Zu den Kernelementen der Energiewende zählen Erneuerbare Energiequellen, Elektromobilität, Stromspeicher und natürlich das Smart Grid, indem alle Energiequellen und –speicher eingebunden werden. Da die Erneuerbaren Energien nicht immer Strom liefern, wenn er benötigt wird, sind Energiespeicher notwendig. Sie dienen als Puffer, indem sie den überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf wieder in das Stromnetz einspeisen.

Dazu werden natürlich Energiespeicher benötigt. Und hier greift u.a. das Projekt »Second Life Batteries«: Batterien aus den BMW-Elektrofahrzeugen i3 und ActiveE werden am Ende ihres Lebenszyklus im E-Auto zu großen Speichern zusammengeschaltet, um das Stromnetz zu stabilisieren. An dem Projekt beteiligt sind BMW, Bosch und Vattenfall. Bosch integriert die Speicher und übernimmt die Systemsteuerung. Vattenfall betreibt die Batterie als Teil eines bereits existierenden Virtuellen Kraftwerks für zehn Jahre.

Second Life Batteries in Hamburg

Nvidia beliefert das Navigations- und Infotainment-System des BMW i8 mit Grafikprozessoren.

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Neue Erkenntnisse zu Pufferbatterien

Die alten BMW-Batterien weisen auch nach dem Ende ihres Lebenszyklus im Elektrofahrzeug noch hohe Speicherkapazitäten aus. Anstatt sie also zu Recyceln, bilden sie stationäre Pufferspeicher. Das Konzept bringt allen Projektpartner neue Erkenntnisse über mögliche Einsatzgebiete solcher Batterien. Auch gibt das Projekt Aufschluss über das Alterungsverhalten dieser Akkus sowie über ihre Speicherkapazität. Für eine maximale Lebensdauer und Leistung sorgt dabei der Steuerungsalgorithmus von Bosch.

Der Steuerungsalgorithmus kommt bereits bei dem Stromspeicher in Braderup nahe Sylt zum Einsatz. Hier wurden tausende Lithium-Ionen-Akkus zu einem Verbund zusammengeschlossen. Nach ähnlichem Muster wurde in Kelsterbach bei Frankfurt ein Lithium-Ionen-Speicher für eine Wohnsiedlung installiert. Das Wissen aus diesen Projekten fließt auch in das »Second Life Batteries«-Projekt mit ein.

Hybrid-Stromspeicher

Bild 1. Aufbau einer Vanadium-Redox-Flow-Batterie: Die elektrische Energie wird in den Elektrolyt-Tanks gespeichert. Der Vorteil dieses Batterietyps: Er kann durch weitere Elektrolyt-Tanks erweitert werden.
Bild 2. Die Tanks mit den zwei Elektrolyt-Lösungen der Vanadium-Redox-Flow-Batterie.
Bild 3. Gesamtansicht des Energiespeichers: In den Containern im Vordergrund sind die Lithium-Ionen-Akkuzellen untergebracht, das Gebäude im Hintergrund beherbergt die Vanadium-Redox-Flow-Batterien.

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