Interview mit Michael Droemmer, Keysight

»Uns ist keine vergleichbare Lösung bekannt«

14. April 2021, 13:00 Uhr | Nicole Wörner
Michael Droemmer, Keysight: »Mit SBE bieten wir eine Einstiegslösung an, die ihren Vorteil vor allem aus der Remote-Control-Option und dem vereinfachten Labormanagement bezieht.«
© luchschenF/stock.adobe.com / Keysight

Vor wenigen Wochen hat Keysight die auf Vernetzung und Remote-Zugriff fokussierte Messgeräteplattform Smart Bench Essentials für den Ausbildungsbereich vorgestellt. Warum es höchste Zeit für einen solchen Ansatz war, erklärt Michael Droemmer, Prokurist von Keysight, im Interview.

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Markt&Technik: Herr Droemmer, bis auf das Oszilloskop umfasst Smart Bench Essentials ausschließlich neue, extra für diese Plattform entwickelte Geräte. Warum haben Sie nicht auf bestehende Produkte zurückgegriffen?

Michael Droemmer: Zum einen haben wir bei unseren Education-Kunden den Bedarf einer professionellen Remote-Nutzung und eines effizienten Labormanagements gesehen. Das hat schon vor der Pandemie begonnen, hat sich aber im letzten Jahr beschleunigt. Zum anderen müssen die Investitionen in ein Labor auch in die Budgets passen.

Aber es ging nicht nur um die Software-Plattform oder das Education-Segment. Wir wissen, dass es über verschiedene Industriezweige hinweg viele professionelle Anwender gibt, die Messgeräte im Einstiegsbereich suchen, bezüglich Qualität, Leistung und Nutzerfreundlichkeit aber keine Kompromisse eingehen wollen. Hier sehen wir auch Kunden, die einen größeren Fokus auf Messungen im Bereich der Physik und Mechanik legen und daher bei den elektronischen Messungen eher niedrigere Anforderungen an die Leistungswerte haben.

Viele unserer bestehenden Messgeräte bieten eine hohe Leistung in Bezug auf Geschwindigkeit und Genauigkeit. Sie wurden von Industriekunden häufig in „Bench-Setups“ eingesetzt, auch wenn ihre Leistung oft besser ist als erforderlich. Die Smart-Bench-Essentials-Serie hingegen wurde speziell für diese Applikation definiert und stellt mit ihrem Design, dem großen Bildschirm bei insgesamt kleinem Formfaktor sowie den anderen Bedienelementen die optimale Nutzbarkeit im Labor sicher.

Werden Sie die im Bundle zusammengefassten Geräte auch als eigenständige Produkte anbieten?

Selbstverständlich! Unsere Kunden erwarten die Flexibilität, ihre Laborkonfigurationen frei aus unserem Portfolio zu wählen. Deswegen können sie alle Produkte der Smart-Bench-Serie sowohl einzeln als auch in beliebigen Zusammenstellungen kaufen.

Werden diese über kurz oder lang bestehende Serien ersetzen?

Wir sehen die Smart Bench Essentials eher als eine Ergänzung des bisherigen Portfolios und planen damit auch keine Ablösung existierender Produkte.

Die neuen Geräte sind zwar mit Farb- allerdings nicht mit Touchscreen ausgestattet. Warum nicht?

Auch wenn man es intuitiv erwarten würde, ist ein Touchscreen eben nicht in jeder Situation die ergonomisch beste Lösung. Speziell unsere Education-Kunden haben sehr deutlich ihre Präferenz für Messgeräte mit klassischen Bedienelementen wie Drehknöpfen, Tasten und einfachen Menüs geäußert. Denken Sie zum Beispiel an die Infotainment-Systeme im Auto – hier sind selbst in den neuesten Fahrzeugen neben einem Touchscreen immer auch die klassischen Bedienelemente für kritische Funktionen vorhanden. Für Kunden, die dennoch einen Touchscreen wünschen, haben wir in einigen unserer anderen Messgeräte einen solchen eingebaut – das sind dann aber in der Regel deutlich größere Geräte mit entsprechend höherer Leistung.


  1. »Uns ist keine vergleichbare Lösung bekannt«
  2. Die wachsende Bedeutung des Ausbildungsmarktes


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