Der deutsche Markt für Informationstechnologie und Telekommunikation soll 2026 nach einer Prognose des Branchenverbands Bitkom um 4,1 Prozent auf 246,4 Milliarden Euro wachsen. Damit setzt sich das Wachstum der Digitalwirtschaft fort, nachdem der Markt bereits 2025 um 4,7 Prozent zugelegt hatte.
Den größten Beitrag leistet erneut die Informationstechnik. Für diesen Bereich erwartet Bitkom ein Umsatzplus von 5,4 Prozent auf 170,8 Milliarden Euro. Der Telekommunikationsmarkt soll dagegen mit 1,4 Prozent auf 75,6 Milliarden Euro moderater wachsen.
Besonders dynamisch entwickelt sich nach der Prognose der Softwaremarkt. Die Umsätze sollen um 9,9 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro steigen. Einen wesentlichen Anteil daran hat Software für Public-Cloud-Anwendungen, deren Umsatz um 21,9 Prozent auf 42,5 Milliarden Euro zulegen soll.
Auch der Markt für KI-Plattformen wächst weiter deutlich. Bitkom erwartet hier einen Anstieg um 75,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, nachdem das Segment bereits 2025 um 50 Prozent gewachsen war.
Im Bereich der IT-Services prognostiziert der Verband ein Umsatzplus von 3,1 Prozent. Die Umsätze mit IT-Hardware sollen um 3,3 Prozent steigen. Besonders stark wächst dabei Infrastructure-as-a-Service (IaaS) mit einem Plus von 22,3 Prozent. Zuwächse erwartet Bitkom außerdem bei Sicherheitsgeräten, Servern, Workstations und Datenspeichern. Rückläufig entwickeln sich dagegen unter anderem Desktop-PCs, Tablets sowie AR/VR- und Smart-Home-Geräte.
Im Telekommunikationsmarkt erwartet Bitkom ein Wachstum von 1,4 Prozent auf 75,6 Milliarden Euro. Den größten Anteil haben weiterhin Telekommunikationsdienste mit 53,9 Milliarden Euro Umsatz, was einem Plus von 0,9 Prozent entspricht.
Für die Telekommunikationsinfrastruktur prognostiziert der Verband ein Wachstum von 4,2 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Die Umsätze mit Endgeräten wie Smartphones sollen um 1,6 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro steigen.
Auch die Investitionspläne der Branche fallen überwiegend positiv aus. Nach einer Bitkom-Erhebung wollen 23 Prozent der ITK-Unternehmen ihre Investitionen 2026 erhöhen, während 57 Prozent das bisherige Niveau beibehalten wollen. Rund jedes fünfte Unternehmen plant geringere Investitionen. Schwerpunkte sind Software, Forschung und Entwicklung sowie Ausrüstung.
Im internationalen Vergleich verliert Deutschland nach Einschätzung des Verbands jedoch weiter an Dynamik. Der weltweite ITK-Markt soll 2026 um 8,5 Prozent auf 5,9 Billionen Euro wachsen. Die USA kommen dabei auf einen Marktanteil von 41 Prozent und ein Wachstum von 12,7 Prozent. Deutschland erreicht mit 246,4 Milliarden Euro einen Anteil von 3,8 Prozent am Weltmarkt.
Bitkom sieht deshalb weiteren Handlungsbedarf bei der Digitalisierung. Neben Investitionen in Software, Cloud, KI und Cybersicherheit fordert der Verband bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau digitaler Infrastrukturen sowie den Abbau regulatorischer Hürden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken.