Chemie-Nobelpreisträger Goodenough Der Superbatterie weiter auf der Spur

Materialwissenschaftler John Goodenough sitzt in seinem Labor an der University of Texas at Austin. Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough, Stanley Whittingham (in Großbritannien geboren) und Akira Yoshino (Japan) für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien.
Materialwissenschaftler John Goodenough sitzt in seinem Labor an der University of Texas at Austin. Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough, Stanley Whittingham (in Großbritannien geboren) und Akira Yoshino (Japan) für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien.

Er ist Miterfinder der Li-Ionen-Batterie und hat dafür gerade den Nobelpreis bekommen. Derzeit entwickelt der 97jährige eine neue Batterie für E-Autos.

Unermüdlich tüftelt der 97 Jahre alte neu gekürte Chemie-Nobelpreisträger noch immer in seinem Labor an der University of Texas in Austin. Denn er will nicht »in den Ruhestand gehen, um auf den Tod zu warten.« Lieber arbeitet am Nachfolger der Lithium-Ionen-Batterie. »Ich will das Problem noch lösen, bevor ich alles hinschmeiße«, sagt Goodenough.

Vor einiger Zeit gab er sich jedenfalls sehr optimistisch: »Der Preis, die Sicherheit, die Energiedichte, die Lade- und Entladezyklen sowie die Lebensdauer sind die entscheidend für Batterien, die in Elektroautos zum Einsatz kommen. Die bisher erhältlichen Batterien haben die Kunden noch nicht dazu bewegen können, die Elektroautos zu akzeptieren. Wir sind überzeugt, dass unsere Entdeckung viele Probleme löst, denen sich heutige Batterietypen für den Einsatz in Autos gegenübersehen.«

Der Grund für seinen Optimismus: Die neuen Batteriezellen erreichen eine dreimal höhere Energiedichte als derzeitige Li-Ionen-Batterien, würden Elektroautos also eine viel höhere Reichweite als bisher verleihen. Sie erreichen zudem eine höhere Zahl von Lade-/Entladezyklen und sie ließen sich in Minuten statt Stunden aufladen. Zudem liegt ihre Lebensdauer deutlich über der von Li-Ionen-Batterien und sie kann sogar bei einer Temperatur unter -60 °C arbeiten. Unbrennbar und umweltfreundlich ist sie auch noch.

Ein Geheimnis der neuen Technik: Die Batterie arbeitet nicht mit einem flüssigen Elektrolyten, sondern mit einem Glas-Elektrolyten. Wenn die Batterie zu schnell geladen wird, können im flüssigen Elektrolyten Whisker entstehen, die zu Kurzschlüssen und Bränden führen. Die Batterien von Goodenough arbeiten dagegen mit einer Alkali-Metall-Anode, Whisker können nicht entstehen, wie die Cockrell School in einer Pressemitteilung erklärt. Die Batterie sei unbrennbar.

Ob die neue Technik einmal den Weg in die Batterien für Autos findet? Auch hier gibt sich Goodenough gelassen, denn sei Alter habe einen großen Vorteil: »Man macht sich keine Sorgen mehr, seinen Job zu verlieren.«