Schwerpunkte

Boomende Zeitarbeitsbranche

Immer mehr Ingenieure für Leiharbeit gesucht

08. Dezember 2010, 12:33 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Zeitarbeit ist längst nicht mehr nur eine flexible Arbeitsform für niedrig qualifiziertere Tätigkeiten. Die Branche verdient zunehmend auch mit dem Verleihen von Spezialisten.

Seit Mitte der 90er Jahre übertragen Automobilhersteller nicht mehr nur Teile der Produktion, sondern zunehmend auch Aufgaben in Forschung und Entwicklung auf Zulieferer und spezialisierte Entwicklungsdienstleister. Das zeigt eine aktuelle Studie aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Die IAQ-Wissenschaftlerin Dr. Tabea Bromberg untersuchte in ihrer Dissertation, welche Auswirkungen diese Auslagerung auf die betriebliche Interessenvertretung in der Branche hat. »Überraschend ist, dass die externe Vergabe von Entwicklungsleistungen, außer bei Werkverträgen, zunehmend in Form von Arbeitnehmerüberlassung stattfindet. Die Leiharbeit wird damit jenseits industrieller Hilfsarbeiten in einem neuen, untypischen Bereich genutzt«, stellt sie fest.

Personaldienstleister reagieren auf die gestiegene Nachfrage. Allein Hays hat inzwischen über 1.000 Spezialisten in der Zeitarbeit bei Kunden im Einsatz, überwiegend Ingenieure. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Zeitarbeitern steige weiter an, so Hays. Derzeit seien bei Hays allein circa  500 Kundenanfragen nach Ingenieuren offen, vor allem für die Energie- und Bahntechnik sowie den Schiffsbau und in der Automobilproduktion.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen