Bei einigen Ihrer Wettbewerber ist ein klarer Trend abzusehen, die Kunden zu drängen, von 8- auf 32-bit-MCUs zu wechseln und die 16 bit dabei gleich ganz auszusparen. Sie sind im 32-bit-Markt ja gut aufgestellt, sehen Sie eher neue Geschäftschancen oder zusätzlichen Wettbewerb?
Wir sind sehr stark speziell im 16-bit-Markt, das ist immer noch unser größter MCU-Markt. Wichtig ist, dass man die Produkte produziert, die am besten zu den Kundenanforderungen passen. Ich weiß nicht, wie viele Jahre es noch die separaten Schienen 8 bit, 16 bit und 32 bit geben wird, deswegen entwickeln wir eine neue, RX genannte Familie, die 16- und 32-bit-Anforderungen abdecken wird. Wir werden also mit 16 bit definitiv weitermachen.
Eine wachsende Zahl von Anwendungen kann mit Allzweck-MCUs nichts mehr anfangen, so z.B. im Medizinbereich oder im Automotive-Geschäft. Müssen Sie immer mehr Derivate für Ihre Kunden herstellen – und wo soll das mal enden?
Entscheidend ist einerseits die Rechenleistung des Cores, andererseits die Speicherkonfiguration und natürlich die Peripherie-Ausstattung. Eine unserer Stärken ist sicher, dass wir hier eine extrem große Auswahl haben und ein großes Produktportfolio anbieten können. Wir werden auch künftig versuchen, alle Anforderungen unserer Kunden mit speziellen Lösungen abzudecken.
Die Entwicklungskosten eines SoC werden immer mehr durch die Software statt durch die Hardware definiert. Welche Strategie verfolgen Sie, um Ihre Kunden bei der Reduzierung ihrer Entwicklungskosten zu unterstützen?
Das ist ein ganz wichtiger Punkt und schwierig zu beantworten. In vielen Anwendungen sind die Kosten für Software mittlerweile höher als für die Hardware. Das Entscheidende aus Kundensicht ist, dass wir die Wiederverwendbarkeit von Software ermöglichen. Dies war für uns auch bei der Entwicklung der RX-Familie ganz wichtig, nämlich die Kontinuität zur H8- oder M16-Familie sicherzustellen.
Ich habe den Eindruck, dass insbesondere die Distributoren von der Zusammenarbeit mit Renesas schwärmen. Was machen Sie anders als Ihre Wettbewerber?
Das müssen Sie unsere Wettbewerber fragen! Wir versuchen, unseren Distributoren einfach die Wertschätzung zu zeigen, die wir ihnen als wichtiges Standbein unseres Geschäftes entgegenbringen.
Jetzt arbeiten Sie ja mit einer großen Anzahl Distributoren zusammen. Wie wollen Sie eigentlich sicherstellen, dass der Nutzen Ihrer Designs vollständig mit Hilfe eines »Mittelsmanns« an den Kunden weitergegeben wird? Besteht da nicht ein Risiko?
Für uns ist wichtig, nur mit Partnern zusammenzuarbeiten, die die erforderlichen Ingenieur-Kapazitäten haben, um qualitativ gute Unterstützung liefern zu können. Für uns sind das nicht nur Verkäufer, sondern sie haben ihre eigenen qualifizierten Ingenieure. Wir geben ihnen zusätzlich zu unseren Produkten Zugang zu unserem gesamten Ecosystem inkl. Entwicklungs-Tools, Partnerfirmen usw. Ich denke, ihnen helfen unsere Größe, unsere Marktposition und unsere vielen Partner, ihr Geschäft noch besser zu machen.