NXP: Kundenorientierte Funktionserweiterung anstatt der Jagd nach neuen nm-Rekorden

3. November 2009, 10:21 Uhr | Engelbert Hopf, Markt&Technik

ICs mit immer kleineren Strukturbreiten zu fertigen, ist nicht das Ziel von Réne Penning de Vries, CTO von NXP. Für ihn liegt die Zukunft in der flexiblen, kundenorientierten Kombination bestehender Technologien mit intelligenten Zusatzfeatures.

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Markt&Technik: Wird NXP in Zukunft wie etwa National Semiconductor in das Modul-Wechselrichter-Geschäft einsteigen?

Réne Penning de Vries: Unser Hauptaugenmerk liegt nach wie vor auf unserem Core-Business, aber wir beobachten sehr genau, in welche Richtung sich das Thema »Energieeffizienz « weiterentwickelt. Wir sind der Überzeugung, dass der größte Hebel zur Steigerung der Energieeffizienz von Elektroniklösungen nicht auf der Chip-, sondern der Systemebene liegt. Für mich lauten die Schlüsselworte dabei »Systempartitionierung« und »Parallelisierung«. Wir haben entsprechende Lösungen etwa für das Einsatzfeld LED-Beleuchtung vorgestellt und auch den Bereich Photovoltaik sondiert. Für konkrete Ankündigungen ist es aber noch zu früh.

NXP war traditionell ein Konsumelektronik-orientiertes Unternehmen. Verändert sich das mit dem Vorstoß in neue Anwendungsbereiche?

Nein, auch wenn wir Anpassungen an unserem Produktportfolio vorgenommen haben, indem wir etwa das Digital-TV- und Settop-Box-Geschäft vor kurzem an Trident Microsystems verkauft haben, ist der Bereich Consumer-Electronics weiterhin ein wichtiges Geschäft für uns. Für diese Segmente entwickeln wir optimierte Lösungen, wie etwa den »Green Chip«, der nicht nur in Computer- Anwendungen, sondern auch im Basestation-Bereich die Wirkungsgrade der Systeme, in denen er eingesetzt wird, deutlich nach oben bringt. Wir waren die ersten, die einen solchen Chip angeboten haben, und sind inzwischen bei einem Wirkungsgrad von 93 Prozent angekommen. Auch hier lautet der Treiber: Energieeffizienz.

Täuscht der Eindruck, oder entwickelt sich NXP immer mehr zu einer More-than-Moore-Company?

Der Weg zu immer kleineren Strukturbreiten ist nicht nur mit immensen Investitionskosten verbunden, er macht sich auch nur für einige wenige Anwendungsbereiche wie etwa Prozessoren, Chips für Mobiltelefone, Digital-TV-Anwendungen und natürlich Speicher-Chips wirklich bezahlt. Nicht umsonst sind es heute ja neben einigen wenigen IDMs vor allem Foundries, die in diesem Bereich noch aktiv sind. Neben diesen Anwendungsbereichen, gibt es aber eine Vielzahl von Applikationen, für die ein Übergang auf 60-, 35- oder 32-nm-Fertigungslinien wohl niemals notwendig sein wird. Dort zählt vielmehr die sinnvolle, nutzerorientierte Addition von Funktionen. Denken Sie an Ihren Wagenschlüssel. Heute ist das eine Einweg-Kommunikation. Wäre eine Zwei-Wege-Kommunikation, die ihnen mitteilt, ob der Wagen wirklich abgeschlossen ist, oder wo ihr Fahrzeug steht, nicht deutlich nutzerfreundlicher? Eine solche Lösung lässt sich auf Basis existierender Technologien realisieren. Dasselbe gilt etwa für Lösungen, die den geschlossenen Kühlkreislauf, etwa im Lebensmittelbereich überwachen und gegebenenfalls auf verdorbene Nahrung hinweisen könnten – ein Problem, das weltweit eine Herausforderung darstellt.


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