Infineon hat seine neue Smart Power Fab in Dresden früher als geplant eröffnet. Mit einer Investition von 5 Mrd. Euro entsteht die nach Unternehmensangaben weltweit größte Fab für Leistungshalbleiter und Analog-/Mixed-Signal-Technologien.
Infineon Technologies ist es tatsächlich gelungen, mehrere Monate vor dem Zeitplan die Smart Power Fab in Dresden zu eröffnen. Das neue Werk ist mit einem Investitionsvolumen von 5 Mrd. Euro die größte Einzelinvestition in der Geschichte von Infineon und eines der größten Investitionsprojekte in Deutschland. Es soll 1.000 neue, direkte Arbeitsplätze schaffen. Zusätzlich entstehen positive Effekte für die wirtschaftliche Entwicklung der Region sowie Arbeitsplätze im Zulieferer-Umfeld und Ökosystem: Studien zufolge schafft ein Arbeitsplatz im Reinraum sechs weitere Arbeitsplätze im Umfeld. Aktuell arbeiten bereits mehr als 80.000 Personen im Cluster »Silicon Saxony«.
Mit der neuen Fabrik verdoppelt Infineon seine Produktionskapazitäten am Standort Dresden und schafft damit laut eigenen Angaben die weltweit größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter und Analog/ Mixed-Signal-Technologien.
»Wir eröffnen unser neues Werk genau zur richtigen Zeit«, sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon Technologies. »Mit der Smart Power Fab schaffen wir dringend benötigte Kapazitäten für Schlüsseltechnologien der Zukunft – von der Energieversorgung von KI-Rechenzentren über software-definierte Fahrzeuge bis hin zu erneuerbaren Energien. Infineon setzt damit einen wichtigen Impuls, um die globale KI-Revolution zu ermöglichen und Lieferketten in kritischen Industrien abzusichern. Wir festigen mit diesem Schritt unsere globale Spitzenposition als führender Hersteller von Leistungshalbleitern und Analog/ Mixed-Signal-Technologien.«
»Die Mikroelektronik ist die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Sie ist die Grundlage für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Fortschritt«, sagt Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen. »Dass Dresden den größten Mikroelektronikcluster Europas beherbergt, ist ein entscheidender Standortvorteil. Die neue Smart Power Fab von Infineon stärkt dieses einzigartige Ökosystem und zeigt, dass industrielle Großprojekte mit den richtigen Rahmenbedingungen sicher und zügig umgesetzt werden können. Das ist ein starkes Signal für den Industriestandort und die Zukunft der Mikroelektronik in Europa.«
»Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, sagt: »Was hier in Dresden produziert wird, sichert Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland, denn die hochmodernen Chips stecken in den Schlüsseltechnologien wie Elektroautos, Windkraftanlagen oder der Stromversorgung von KI-Rechenzentren. Die Smart Power Fab ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem digital souveränen Deutschland und zeigt: Deutschland kann Tempo, Deutschland kann Hightech und Deutschland kann Zukunft.«
Abhängig von der Nachfrage kann die Produktion in der neuen Smart Power Fab doppelt so schnell wie bisher gesteigert werden. Ermöglicht wird dies durch eine konsequente Digitalisierung. So etwa wurden das Gebäude sowie die optimale Belegung mit Maschinen mithilfe eines digitalen Zwillings vorgeplant und optimiert. Die Anlagen- und Prozessfreigabe wird durch den Einsatz von KI-Algorithmen unterstützt. Darüber hinaus können durch die Verbindung mit dem Infineon-Werk in Villach im Sinne einer »One Virtual Fab« Prozesse und Produkte deutlich schneller qualifiziert werden als in der Vergangenheit. Das gesteigerte Hochlauftempo erlaubt es Infineon, aktuelle Marktchancen – unter anderem im Bereich der KI – effektiv und flexibel zu nutzen.
Chips aus Dresden werden künftig unter anderem zur effizienten Stromversorgung von KI-Rechenzentren beitragen. Die Chips kommen auch in weiteren Industrie- sowie Automotive-Anwendungen zum Einsatz, darunter etwa Wind- und Solaranlagen sowie software-definierte Fahrzeuge. Ein Beispiel sind intelligente Schalter, die nicht nur Lasten steuern, sondern auch den Stromfluss überwachen. Das Zusammenspiel von Leistungshalbleitern und Analog/ Mixed-Signal-Bausteinen macht besonders energieeffiziente und intelligente Systemlösungen möglich – daher auch der Name Smart Power Fab.
Mit der Smart Power Fab setzt Infineon auch neue Maßstäbe in der nachhaltigen Fertigung. Moderne Fertigungstechnologien und optimierte Energie- und Ressourcenprozesse tragen dazu bei, den Energieverbrauch zu senken und die Umweltbilanz der Chipproduktion weiter zu verbessern. Die neue Fertigung verzichtet etwa auf Erdgas und reduziert durch Aufbereitung und den Einsatz geschlossener Systeme den Wasserverbrauch. Rund 90 Prozent des verwendeten Wassers sollen zudem wieder dem Kreislauf zugeführt werden und bis zu 45 Prozent der eingesetzten Energie zurückgewonnen werden.