Fujitsu: Ab 2010 wieder in der Gewinnzone

30. November 2009, 10:20 Uhr | Heinz Arnold, Markt&Technik
Diesen Artikel anhören

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Fujitsu: Ab 2010 wieder in der Gewinnzone

Kooperiert Fujitsu mit anderen Zulieferern?

Ja, hier spielt wieder der Systemgedanke hinein. Ein Beispiel wären Touch-Panels. In Touch-Panels kommt es sehr stark auf die Ansteuerung der Rückbeleuchtung an. Im Grunde könnten wir die Steuerung dafür sehr einfach in unsere ICs integrieren – dazu müssen wir aber die Displays genau kennen. Also sollten wir mit den Display- Herstellern eng zusammenarbeiten.

Visiert Fujitsu mit den Grafikprozessoren und Controllern für Autos auch weitere Märkte an, etwa die Medizintechnik?

Ja, der Industriemarkt beispielsweise ist für uns wichtig, dafür haben wir Plattformen entwickelt. Die Medizintechnik wäre ein weiterer Zielmarkt, der in Frage käme.

Ein weiterer großer Markt für Fujitsu ist Multimedia. Auf welche Produktgruppen setzt Fujitsu in diesem Markt?

Wir sind auf dem Gebiet der Image- Prozessoren führend, wie sie etwa in Digitalkameras Einsatz finden. Damit zielen wir auch auf den Einsatz in der Industrieelektronik ab und nicht zuletzt auch in Kameras für Handys. Eine Kerntechnik bilden für uns die Encoder und Decoder. In Japan liefern wir diese ICs in eine breite Vielfalt von Geräten, etwa Camcorder. In Europa sind wir sehr stark im Bereich der ICs für High-Definition- Fernseher. In Frankfurt arbeitet ein eigenes Design-Team an diesen Chips. Es bieten sich noch sehr viele weitere Chancen im europäischen Markt.

2007 hat Fujitsu die Fertigung von FRAMs aufgenommen und im selben Jahr einen IC mit integriertem FRAM für digitales Fernsehen entwickelt. Wie sehen die Zukunftspläne für FRAMs aus?

Die FRAM-Technik ist sehr speziell, außer uns setzen nur wenige Hersteller diese Technik ein. Derzeit dominieren im Markt nichtflüchtiger Speicher die Flash-Typen den Bereich hoher Speicherkapazitäten, die EEPROMs den Bereich niedriger Kapazitäten. Aber es gibt einen mittleren Bereich zwischen 120 KByte und 2 MByte, in denen die FRAMs ihre großen Vorteile ausspielen können: schnelles Lesen und Schreiben.

Wo liegen die Anwendungen?

Es gibt sehr viele unterschiedliche Anwendungen: In Smartcards kommt es darauf an, schnell auslesen und abspeichern zu können. Alles was mit Sicherheitsanwendungen zu tun hat, kommt in Frage: Zugangskontrolle, Bezahlung an Verkaufsautomaten. Warum soll man nicht Weinflaschen mit einem elektronischen Etikett versehen? Die Anwendungen sind oft schwierig zu entdecken, hat man sie aber einmal gefunden, dann kann man sehr gutes Geld damit verdienen. Deshalb setzen wir weiter auf die FRAM-Technik.

Liefert Fujitsu schon in größeren Stückzahlen?

In Japan liefern wir mehr als 10 Millionen FRAMs pro Monat für den Einsatz in Sicherheitssystemen.

Den ASICs sagen viele Experten heute keine große Zukunft mehr voraus. Wird Fujtisu auch die ASIC-Strategie ändern?

Die ASICs bilden immer noch einen starken Anteil an unserem Geschäft. Die meisten fertigen wir derzeit auf Basis von 90-nm-Prozessen. Bis in zwei Jahren wird sich dieser Schwerpunkt auf den 65-nm- Prozess verlagern, den wir ebenfalls selber entwickelt haben. Die High-End-ASICs werden wir dann bereits in unseren 40-nm-Prozessen fertigen. Unter 40-nm setzt dann unsere Zusammenarbeit mit TSMC ein.

Doch ASIC-Hersteller ohne eigene Fab scheinen nicht so erfolgreich zu sein?

So sieht es aus, aber das heißt nicht, dass es prinzipiell so sein muss. Das Schlüsselwort ist der Wert. Welchen zusätzlichen Wert können wir schaffen? Wir analysieren das gerade im Detail, es ist noch keine Entscheidung gefallen.

In Europa ist eher unbekannt, dass FME Power-Management- ICs wie AC/DC- und DC/DCWandler, Batterielade-ICs und ICs für die Spannungsüberwachung anbietet. Wie passen diese analogen Produkte in das Angebot von Fujitsu?

Diese Produkte sind für den japanischen Markt konzipiert und sehr stark kundenspezifisch ausgelegt. Auch die A/D-Wandler gehören hierzu. Diese Typen zielen nicht auf den europäischen Markt ab. Wir werden unsere Strategie hier aber ändern und künftig mehr auf den Markt statt auf spezielle Kunden zugeschnittene Produkte entwickeln. Wir verfügen über sehr wettbewerbsfähige Techniken und wollen damit jetzt neue Märkte anvisieren. DC/DC-Wandler beispielsweise haben wir bisher für den Einsatz in Consumer-Geräten wie Handys konzipiert, jetzt wollen wir mit ihnen auch in den Automotive- Markt vordringen.


  1. Fujitsu: Ab 2010 wieder in der Gewinnzone
  2. Fujitsu: Ab 2010 wieder in der Gewinnzone
  3. Fujitsu: Ab 2010 wieder in der Gewinnzone

Jetzt kostenfreie Newsletter bestellen!