Fujitsu: Ab 2010 wieder in der Gewinnzone

30. November 2009, 10:20 Uhr | Heinz Arnold, Markt&Technik
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Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Fujitsu: Ab 2010 wieder in der Gewinnzone

Wie entwickelt sich aus Ihrer Sicht der WiMAX-Markt?

Heute hört man ja schon öfters die Frage, ob WiMAX nicht schon tot sei. Sicherlich investieren viele Carrier in LTE. Aber es gibt nach wie vor Möglichkeiten für WiMAX, etwa in den Schwellenländern. Sie suchen nach dem effektivsten Weg, eine moderne Kommunikationsinfrastruktur aufzubauen, und die Antwort lautet dort häufig, dass WiMAX der richtige Weg sei. Wenn aber schon vorher stark in 3G investiert wurde, dann wird die Entscheidung in Richtung LTE ausfallen. Das ist die Herausforderung, vor der wir stehen.

Ein Schwerpunkt von FME liegt auf Automotive, wie nicht zuletzt das 2006 eröffnete Design-Center in München zeigt. Wird Fujitsu neben dem Dashboard weitere Einsatzgebiete anvisieren?

Wir sehen uns führend im Bereich Automotive. Nicht über alle Einsatzgebiete hinweg, sondern auf dem Sektor der Grafikprozessoren und MCUs für das Dashboard und die Body-Elektronik. Dafür haben wir eine eigene embedded Flash- Technik entwickelt. Auf diese beiden Märkte legen wir auch weiterhin den Schwerpunkt.

Fujitsu hat das Software-Entwicklungszentrum von Infineon in Linz übernommen, das sich auf die Entwicklung von Human Machine Interfaces für Handys konzentriert hat. Wie passt dies in die Strategie von FME?

Wir haben das Infineon-Team wegen seiner umfangreichen Erfahrung in der Entwicklung von Human Machine Interfaces für Mobiltelefone übernommen, denn wir wollen diese Erfahrung nutzen, um sie für den Aufbau von HMIs in Autos einzusetzen. Das trifft sich mit unserer Erfahrung im Autmotive- Bereich. Bis auf weiteres führen wir aber auch die Aktivitäten im Bereich Mobiltelefone weiter, denn in Zeiten wie diesen zählt vor allem der Cash-Flow.

Nun ist es ausgesprochen schwierig, als IC-Hersteller Software zu verkaufen. Will Fujitsu Software als eigenes Produkt verkaufen?

Ja, die Einheit soll profitabel arbeiten. Die Software, die wir verkaufen wollen, ist auf einer Ebene angesiedelt, die grundsätzlich von der verwendeten Hardware unabhängig ist.

Das gilt nicht für Treiber und nicht für Middleware. Wo ziehen Sie die Grenze?

Die Grenze ist schwierig zu ziehen, aber wenn das Verhältnis von Aufwand für Hardware- zu Software- Entwicklung schon jetzt 1 : 2 beträgt, bleibt keine andere Wahl, dann müssen wir sie ziehen. Außerdem wollen wir unsere Kompetenz für die Entwicklung von Dashboard-Subsystemen verstärken. Es genügt einfach nicht, nur ein paar gute Chips zu liefern. Die Anwender wollen Systeme einbauen, und da gehört die Software dazu.

Nun sieht es ja im Automobilmarkt nicht gerade rosig aus. Was bedeutet das für das Design-Center in München?

Die Ingenieure in München haben bereits drei Chips entwickelt und umfangreiche Software dazu. Ein neuer Grafik-Chip pro Jahr – das ist eine ausgesprochen gute Leistung – zumal alle drei Produkte zu den führenden in diesem Markt zählen. Der Standort München in unmittelbarem Kontakt zu den führenden Automobilherstellern in Deutschland hat sich ebenfalls bewährt, wir sehen hier sehr gute Möglichkeiten für die Zukunft.


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