Fujitsu: Ab 2010 wieder in der Gewinnzone

30. November 2009, 10:20 Uhr | Heinz Arnold, Markt&Technik

Von anderen japanischen IC-Herstellern unterscheidet sich Fujitsu Microelectronics darin, dass Design-Teams in Europa vor Ort entwickeln und ganze Produktfamilien definieren. Joji Murakami, President von Fujitsu Microelectronics Europe, im Interview.

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Markt&Technik: Anfang 2008 hat Fujitsu die Halbleiter-Divison ausgegliedert, um flexibler zu werden und die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Das Ziel bestand darin, schon 2008 profitabel zu werden. Wie sieht die Situation derzeit aus?

Murakami-san: Fujitsu Microelectronics (FME) ist immer noch eine hundertprozentige Tochter von Fujitsu. Denn Fujitsu Japan ist eine sehr auf IT-Service orientierte Firma, und die Produkte von Fujitsu Microelectronics Limited, unsere Mutterfirma, spielen deshalb eine sehr große Rolle. Unsere High-End- und High-Speed-ICs sind sehr wichtig für die Server von Fujitsu. Deshalb unterstützt Fujitsu Microelectronics Limited FME auch weiterhin. Als ein Hersteller, der einen Schwerpunkt auf Automotive setzt, hat uns die Krise hart getroffen. Deshalb sind wir im Moment nicht profitabel. Es hat für uns allerdings höchste Priorität, zur Profitabilität zurückzukehren.

Hat es Entlassungen gegeben?

FML hat seine Fabriken umstrukturiert mit dem Resultat, dass Mitarbeiter in andere Fujitsu-Niederlassungen transferiert wurden, beispielsweise in den Mobile-Phone- Bereich. Wir haben ein striktes Kostenreduzierungsprogramm durchgeführt, um wieder profitabel zu werden. Im September haben wir zum ersten Mal seit November/Dezember 2008 wieder mit Gewinn abgeschlossen. Weil aber die erste Hälfte des Finanzjahres nicht gut gelaufen ist, können wir das Finanzjahr 2009 insgesamt nicht mit Gewinn abschließen.

Können Sie einen Ausblick auf das Finanzjahr 2010 geben?

Für 2010 visieren wir einen Gewinn in der Größenordnung von 100 Mio. Dollar an.

Das bedeutet, dass Sie schon recht sicher vorhersagen können, wie sich die Geschäfte im Gesamtjahr entwickeln werden. Woher nehmen Sie diese Sicherheit in einer Zeit, in der die meisten Unternehmen über mangelnde Visibilität klagen?

Der Markt ist nicht gerade transparent, und die Voraussage ist natürlich mit einem gewissen Risiko behaftet. Aber wir können uns auf die Forecasts unserer Kunden und deren Kunden stützen. Kombiniert mit unseren Kosteneinsparungen besagen diese Zahlen, dass wir wieder Gewinn machen werden. Verlässlich sind diese Zahlen, weil wir immer noch ein großes ASICGeschäft haben. Auf diese Kunden können wir zählen, und auf sie ist ja auch Verlass, weil sie nicht so einfach zu einem anderen ASICHersteller wechseln können.

Verfügt Fujitsu – das Unternehmen nimmt Platz 24 unter den weltweiten Halbleiterherstellern ein – über eine ausreichende Größe, um allein im Wettbewerb bestehen zu können?

Je größer, desto besser – stimmt diese Gleichung immer? Ich bezweifele das. Wir wollen wachsen, aber wir müssen uns dabei auch immer auf die Bereiche fokussieren, in denen wir profitabel sein können. Wir müssen sehr genau analysieren, wo es sinnvoll ist, zu expandieren. Sinnvoll ist es nur dort, wo Skalierungseffekte durchschlagen. Und das Wachstum muss im Gleichgewicht zu den anderen Aktivitäten des Unternehmens stehen.

Das Unternehmen entwickelt immer noch auf Anwendungen in den Produkten der Mutterfirma zugeschnittene ICs? Soll das so bleiben?

Auf dem Sektor der High-End-ICs speziell für den Einsatz in den Servern von Fujitsu bleiben wir weiter aktiv. Hier sehen wir uns in einer technologischen Spitzenposition, und die dort entwickelten Techniken finden für ICs Einsatz, die auf andere Märkte abzielen, z.B. in Kommunikationssystemen.

Wie sieht Fujitsus Strategie im Kommunikationsmarkt aus?

Wir können im Sektor der drahtgebundenen Kommunikationsinfrastruktur auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken. ICs für diese Anwendungen müssen immer in den neusten zur Verfügung stehenden Techniken gefertigt werden. Hier können wir auch aus unserer umfangreichen Erfahrung in der Entwicklung von ASICs profitieren. Auf diesem Gebiet differenzieren wir uns durch unsere Technik und unser Design. Ein gutes Beispiel dafür ist der 56-GSPSA/ D-Wandler, den wir Anfang des Jahres vorgestellt haben.


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