Smart Health

Chat mit dem Hausarzt

17. April 2018, 15:10 Uhr | Joachim Kroll
Telemedizin MiiS
Bilderfassung mit dem Telemedizin-Gerät: Der Arzt stellt die Diagnose aus der Ferne.
© J. Kroll – Elektronik

Aus Taiwan kommt eine Telemedizin-Lösung, mit der Untersuchungen durchgeführt werden können, wie sie typischerweise ein Hausarzt machen würde: Hals, Nase, Ohren - oder mal die Zähne checken.

Ganz gleich, ob es darum geht, im Gesundheitswesen Kosten zu sparen oder die ärztliche Abdeckung unterversorgter Gebiete zu verbessern – für beides eignet sich das »horusSCOPE« von MiiS (Medical Imaging Integrated Solutions). Die Gesamtlösung besteht aus einer »Pistole«, an der verschiedene Aufsätze bzw. Objektive angebracht werden können: für die Untersuchung von Nase, Ohr, Hals, Haut und Zähnen. Das Objektiv für Hautuntersuchungen kann durch polarisiertes und infrarotes Licht untere Hautschichten sichtbar machen. Weiterhin gibt es drei verschiedene Objekte für Augenuntersuchungen von der Hornhaut bis zur Netzhaut.

Das Handgerät ist nichts anderes als eine Digitalkamera mit einem kleinen Display. Sie ist per USB oder WLAN an einen Computer angeschlossen, auf dem die dazugehörige Software läuft. Diese stellt die aufgenommenen Bilder dar und überträgt sie in eine Cloud, von wo aus die Ärztin sie abrufen kann. Außerdem ist eine Kommunikationsfunktion à la Skype integriert. Es lassen sich entweder Standbilder im JPEG-Format oder H.264-Videos übertragen – z. B. für eine Zahnuntersuchung. Der Bildsensor liefert eine Auflösung von 5 Megapixeln.

Telemedizin für HNO, Augen und Zähne

MiiS Telemedizin Demo
© J. Kroll - Elektronik
MiiS Telemedizin Demo
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MiiS Telemedizin Demo
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Weitere Geräte wie Blutdruck- und Blutzuckermessgerät und ein Stethoskop bietet die Firma zwar im Set mit an, diese Daten werden aber nicht automatisch bzw. elektronisch erfasst und müssen händisch eingegeben oder der Ärztin per Video mitgeteilt werden. Nach kurzer Einweisung kann praktisch jeder die Geräte bedienen. In den USA gibt es bereits Apotheken, in denen man eine telemedizinische Untersuchung in einem Nebenraum durchführen lassen kann.

Das horusSCOPE hat verschiedene Zertifizierungen, u.a. FDA und CE. Es handelt sich um ein professionelles medizinisches Gerät. Der Hersteller MiiS will in Zukunft auch KI-Funktionen in die Bildverarbeitungssoftware integrieren, allerdings nur in sehr dedizierter Weise. Zunächst sollen zwei Augenkrankheiten automatisch erkannt werden, eine davon ist Makula-Degeneration, die besonders häufig bei Diabetikern auftritt. Das Ergebnis des KI-Algorithmus wird allerdings nicht dem Patienten mitgeteilt, sondern nur der Ärztin, die dann letztlich die Diagnose stellt.


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