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Industrie-Einkauf in bester Shopping-Laune


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

Produktion: Auch im April haben die Hersteller ihre Produktion kräftig ausgeweitet. Der saisonbereinigte Teilindex gab gegenüber dem Rekordhoch vom März zwar etwas nach, notierte aber weiter auf sehr hohem Niveau. Laut EMI-Umfrageteilnehmern gingen die jüngsten Zuwächse erneut auf die starke Nachfrage zurück. Gleichzeitig berichteten jedoch viele der befragten Einkaufsmanager (oft aus dem Vorleistungsgüterbereich) von massiven Lieferproblemen, die die Produktion teils drosselten.

Auftragseingang: Auch beim Auftragseingang machte sich das hohe Nachfrageniveau im In- und Ausland bemerkbar. Erneut wurde ein deutliches Plus verbucht, wenngleich leicht abgeschwächt gegenüber dem Rekordwert vom Vormonat. In allen drei Teilsektoren wurden Zuwächse verzeichnet, angeführt vom Investitionsgüterbereich.

Auftragseingang Export: Der saisonbereinigte Teilindex ging im Vergleich zum Rekordhoch vom März zwar leicht zurück, blieb aber komfortabel in der Wachstumszone. Zum wiederholten Mal war vor allem China eine Hauptquelle für Neuaufträge. Aber auch in Italien, der Türkei und den USA steigen die Verkaufszahlen, wie einige EMI-Umfrageteilnehmer berichteten.

Beschäftigung: Deutschlands Industrieunternehmen setzten im April alles daran, der steigenden Nachfrage Herr zu werden und stellten zusätzliches Personal ein. Das Beschäftigungswachstum beschleunigte sich deutlich und war so hoch wie seit August 2018 nicht mehr. Am höchsten war der Zuwachs im Vorleistungsgüterbereich, gefolgt vom Investitionsgüterbereich.

Einkaufspreise: Da der Bedarf an Vormaterialien und Transportkapazitäten das Angebot im April weiterhin deutlich überstieg, nahm auch der Kostendruck zu. Demnach beschleunigte sich die Inflationsrate der Einkaufspreise den sechsten Monat in Folge – wenn auch mit abnehmender Dynamik – auf den höchsten Stand seit Februar 2011. Zu den meistgenannten Materialien, die sich verteuerten, zählen Chemikalien, Elektronik, Metalle (insbesondere Aluminium und Stahl), Verpackungen, Kunststoffe und Holz.

Verkaufspreise: Die starke Inflation der Verkaufspreise setzte sich im April fort, denn immer mehr Hersteller geben ihre höheren Kosten an die Kunden weiter. Der saisonbereinigte Teilindex kletterte den zweiten Monat hintereinander auf ein neues Allzeithoch. In allen drei Teilsektoren wurden Preissteigerungen registriert. 36 Prozent der Umfrageteilnehmer hoben ihre Preise an, verglichen mit fast 80 Prozent, die einen Kostenanstieg verzeichneten.

Geschäftserwartungen: Der Geschäftsausblick blieb auch im April äußerst optimistisch. Mehr noch: Nach einer leichten Abschwächung im Vormonat verbesserte sich der entsprechende Teilindex wieder und kletterte auf den höchsten Stand seit Erfassung dieser Daten im Juli 2012. Viele der EMI-Befragten hoffen vor allem darauf, dass die Auswirkungen der Pandemie nachlassen und dadurch die Nachfrage weiter steigt.

Über den EMI: Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Er ist eine Momentaufnahme der Geschäftssituation im Verarbeitenden Gewerbe – errechnet aus den Teilindizes für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des BME. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).


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