3D-Druck in der Fertigung Nur Hype oder große Chance?

Robert Norrenbrock ist Geschäftsführer der Norrenbrock Technik GmbH & Co. KG, eines Full-Service-Anbieters für Ingenieurdienstleistungen und Bauteilfertigung mit Sitz in Emden.
Robert Norrenbrock ist Geschäftsführer der Norrenbrock Technik GmbH & Co. KG, eines Full-Service-Anbieters für Ingenieurdienstleistungen und Bauteilfertigung mit Sitz in Emden.

Schon jetzt bindet deutschlandweit mehr als jedes vierte Industrieunternehmen den 3D-Druck in seine Fertigungsprozesse ein. Denn gerade in der Verarbeitung von teurem und sensiblem Material bietet sich das additive Verfahren an.

Robert Norrenbrock, Geschäftsführer der Norrenbrock Technik und Experte für Konstruktion und Entwicklung, äußert sich zur Möglichkeit, den 3D-Druck in der Fertigung einzusetzen: »Neben Kunststoffen, die die ersten 3D-Drucker verarbeiten konnten, werden inzwischen längst andere gängige Werkstoffe, etwa Metalle wie Titan, Stahl oder Aluminium, problemlos verwendet.

Zudem bedürfen diese neuartigen Drucktechniken deutlich weniger Platz: Unternehmen verzichten so auf den Bau großer Produktionshallen sowie die Investition in teure Maschinen und benötigen einzig einen kleinen Druckraum. Außerdem entfallen aufwendige Schritte wie das Formen und das Formenwechseln – gegenüber anderen Fertigungsverfahren sparen Betriebe somit wertvolle Zeit ein.« Wirklich wirtschaftlich zeige sich die Methode allerdings oft nur bei geringen Stückzahlen oder individualisierten Objekten.

 

Knackpunkt: das dafür notwenige Fachwissen

Immer schnellere Entwicklungen im 3D-Druck bewirken zwar, dass sich die Anwendungsgebiete erweitern, gleichzeitig wächst aber auch die Menge an Wissen, die für die optimale Durchführung zugehöriger Prozesse erforderlich ist, und vergrößert den Bedarf an qualifiziertem Personal. Hierzu gehören zum Beispiel Erkenntnisse über die Lagerung und Materialeigenschaften wie chemische und physische Merkmale. Ohne Expertise auf diesen Ebenen gestaltet sich die Umsetzung anspruchsvoller Projekte schwierig.