Internet of Things Ein Spiegel – viele Funktionen

Der Smart Mirror als Badezimmer-Spiegel.
Der Smart Mirror als Badezimmer-Spiegel.

Im Zuge des IoT werden viele unserer Alltagsgegenstände »smart« – von der Uhr über den Fernseher bis zur Heizung. Auch im Badezimmer hält die neueste Technik Einzug. Ein smarter Spiegel zeigt uns News an, spielt Musik und gibt Make-up-Tipps.

Ein Spiegel ist und war schon immer eine praktische Sache – vor allem im Badezimmer ist das Wohnaccessoire ein unerlässlicher Alltagsbegleiter. Im digitalen Zeitalter können entsprechend ausgestattete Spiegel, »Smart Mirror« genannt, mittlerweile jedoch weitaus mehr, als lediglich ein Abbild vom Betrachter wiederzugeben.

Waren Spiegel, die sprechen können, mit Ratschlägen weiterhelfen oder die Zukunft voraussagen, bislang ausschließlich aus Märchen bekannt, haben intelligente Spiegel inzwischen viele Funktionen, die den Vorbildern aus der Fiktion vielfach nicht nur sehr nahekommen, sondern sie teilweise sogar übertrumpfen. Möglich sind die meisten Features mithilfe von Apps, mit denen man seinen Spiegel personalisieren kann. Um das zu unterstützen, verfügen Smart Mirrors in der Regel sowohl über WLAN als auch Bluetooth.

Die Lieblingsserie im Badezimmerspiegel

Aufgrund seiner technischen Voraussetzungen ist ein smarter Spiegel ebenso wie ein Smartphone in der Lage, seinem Nutzer die Uhrzeit anzuzeigen, den Wetterbericht und Verkehrsmeldungen einzublenden, sowie E Mails und Kalendereinträge abzurufen. Zudem lässt sich ein Smart Mirror so konfigurieren, dass er im Nachrichten-Hub auf der Spiegelfläche automatisch die wichtigsten Schlagzeilen anzeigt.

Gleichsam lässt sich ein Smart Mirror ebenfalls für Unterhaltungszwecke zuhause oder im öffentlichen Bereich nutzen. Wer möchte, kann beispielsweise über das integrierte Webradio Musik hören. Alternativ erlauben Spiegel mit Streamingfunktion sogar das Abspielen eigener Musik-Playlists sowie von Serien und anderen TV-Formaten. Separate Lautsprecher benötigt der Benutzer in der Regel nicht, da sie meist im Spiegel integriert sind. Ebenso gehört die Möglichkeit im Internet zu surfen zur Grundausstattung der meisten Smart Mirrors von heute. Mithilfe von Apps ist es möglich, Schnellzugriffe beispielsweise zu den eigenen Social-Media-Accounts einzurichten.

Ergänzung zum Smart Home

Einige Spiegel können sogar noch mehr. So kann der Nutzer bei einem Smart Mirror je nach Modell die Lichtfarbe und  -intensität anpassen, damit das Licht beispielsweise früh morgens oder spät abends nicht zu dunkel oder zu grell ist. Andere Modelle haben sogar eine besondere Funktion eingbaut, die gerade im Badezimmer von Vorteil ist – dank beheizbarer Spiegelflächen beschlagen sie nicht, wenn heiß geduscht wird. Smarte Spiegel, die in ein bereits vorhandenes Smart-Home-System integrierbar sind, sind sogar in der Lage, nicht nur ihr eigenes Licht und ihre eigene Temperatur zu regeln, sondern können die Beleuchtung in der Wohnung, die Heizung und vieles mehr steuern.

Ebenso gibt es in Sachen Bedienung inzwischen einige Möglichkeiten. Üblicherweise lassen sich die meisten intelligenten Spiegel zwar bequem über ein Touch-Display bedienen. Das bedeutet jedoch, dass die Spiegeloberfläche schnell mit Fingerabdrücken übersät sein kann. Einige Spiegel lassen sich daher inzwischen einfach mithilfe von Sprachbefehlen oder Gesten steuern, was lästige Abdrücke vermeidet und so das Putzen erspart. Intelligente Spiegel, die sich per Sprach- und Gestensteuerung bedienen lassen, verfügen über ein integriertes Mikrofon, das entweder mit persönlichen Assistenten wie Alexa von Amazon kompatibel oder mit einer eigenen KI ausgestattet ist, die sich per Sprachbefehl steuern lässt. Eine Gestensteuerung wiederum wird mithilfe einer Kamera ermöglicht.

Musik hören, schminken und News abrufen

So vielfältig die technischen Voraussetzungen von Smart Mirrors inzwischen sind, so zahlreich sind die möglichen Anwendungsbereiche, die sich hieraus ergeben. Wer seinen Smart Mirror privat nutzt, braucht etwa bei der täglichen Morgenroutine im Bad kein Radio mehr, um Musik zu hören. Ebenso ist eine Tageszeitung, aus der man am Frühstückstisch die aktuellen Nachrichten erfährt, nicht mehr nötig, weil der Spiegel sie bereits während des Zähneputzens anzeigt.

Ebenso ist ein Smart Mirror als intelligenter Schminkspiegel nutzbar, der mithilfe der eingebauten Kamera und mit Unterstützung einer entsprechenden App nicht allein das Gesicht spiegelt, sondern auch das Hautbild scannt – und dann auf Grundlage einer entsprechenden Analyse Ratschläge für die richtige Hautpflege sowie Make-up-Tipps gibt. Außerdem ist es möglich, die Haut dank der Einstellbarkeit von Lichtfarbe und  intensität in unterschiedlichem Licht zu betrachten. Eine Speziallinse, mit der man sein Spiegelbild beliebig zoomen kann, rundet die Funktion ab.

Alle genannten Funktionen sind ebenso im Retail-Bereich von Vorteil. Etwa in Kaufhäusern, damit Kunden Kleidung beim Anprobieren noch besser betrachten können. Da sich das Spiegelbild bei einigen Modellen »einfrieren« lässt, ist es sogar möglich, Rückansichten noch einmal in Ruhe zu betrachten, ohne sich dabei den Hals zu verrenken.

Ebenso bieten sich Anwendungen in öffentlichen Räumen an, zum Beispiel in Hotelzimmern, Firmengebäuden, Bahnhöfen, Flughäfen, öffentlichen Toiletten, Einkaufszentren oder Fahrstühlen. Hier können smarte Spiegel beispielsweise Informationen an Besucher übermitteln, zur Orientierung dienen oder allgemeine Auskünfte wie Wetterinformationen oder Nachrichten anzeigen. Das Besondere: Als normaler Spiegel fungiert das Gerät neben diesen digitalen Funktionen auch. So kann das Gerät verschiedene Räumlichkeiten mit seinen interaktiven technischen Fähigkeiten unterhaltsam aufwerten – und wahrscheinlich für die ein oder andere Überraschung sorgen.

Kombination aus Design und Technik

Betrachtet man, wie viele Funktionen über einen intelligenten Spiegel abbildbar sind, wird schnell klar, wieviel Expertise und Technologie dahintersteckt. Der Firma Faytech ist es gelungen, einen Smart Mirror zu entwickeln, der viele der erwähnten Anwendungsbeispiele umsetzt und unter anderem vom Spezial-Distributor Endrich als projektspezifische Sonderlösung fürs Badezimmer vertrieben wird.

Der Spiegel ist in ein Smart-Home- oder IoT-System integrierbar und dient der Steuerung von Geräten. Außerdem lässt er sich als Medium zu Internetnutzung verwenden oder mit dem Smartphone verbinden. Hierbei liefert das 15,6 Zoll große Full-HD-TFT-Display eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel.

Im Gehäuse, direkt hinter der Oberfläche des Spiegels, befindet sich ein Embedded Touch PC, der mit dem Allwinner V40 Mainboard ausgestattet ist. Der 10-Finger-Multitouch-PC hat eine Helligkeit von 1000 cd/m² und ist optisch so integriert, dass er nur in eingeschaltetem Zustand zu sehen ist. Die Helligkeit lässt sich dank einer Software zur Steuerung über das Touch-Panel anpassen, die IP65-Außenverkleidung bietet Schutz vor Wasser und Staub. Kompatible Softwares sind Android-Systeme bis zur Version 6.0. Anwender können den Spiegel entweder als eigenständiges Android-Gerät nutzen oder über Bluetooth 4.0 oder WiFi mit einem anderen Android-Gerät verbinden.

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