Schwerpunkte

Ab 8. Mai zinsloses Darlehen beantragen

Corona-Überbrückungshilfe für Studierende

30. April 2020, 13:08 Uhr   |  Selina Doulah

Corona-Überbrückungshilfe für Studierende
© Pixabay

Auch für Studierende gibt es jetzt eine Corona-Soforthilfe.

Das Bundesbildungsministerium stellt Überbrückungshilfen für Studierende bereit, die durch die Corona-Krise ihre Nebenjobs verloren haben. Die Studierenden können ab dem 8. Mai 2020 ein in der Startphase zinsloses Darlehens bei der KfW beantragen. Bis zu 650 Euro monatlich sind möglich.

Die Corona-Pandemie stellt viele Studierende vor finanzielle Herausforderungen. Zwei Drittel aller Studierenden arbeiten neben dem Studium. Viele von ihnen haben ihre Jobs infolge der aktuellen Corona-Pandemie verloren. Das stellt viele vor finanzielle Engpässe. Für solche Fälle stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Überbrückungshilfe bereit.

Die Voraussetzungen für einen Studienkredit

Der Studienkredit der KfW ist ein Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Seit 2006 bietet es Studierenden die Möglichkeit, monatlich bis zu 650 Euro aufzunehmen. Grundsätzlich anspruchsberechtigt sind Studierende aller staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland im Alter von 18 bis 44 Jahren, die eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • deutsche Staatsbürger mit inländischer Meldeadresse,
  • Familienangehörige eines deutschen Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • EU-Staatsbürger, die sich rechtmäßig seit mindestens drei Jahren ständig in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Familienangehörige eines solchen EU-Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Bildungsinländer und in Deutschland gemeldet.

Für die Überbrückungshilfe wird die sogenannte Empfängergruppe des klassischen KfW-Studienkredits befristet erweitert. So können auch ausländische Studierende – also Angehörige von Drittstaaten und EU-Bürger, die sich erst kurz in Deutschland aufhalten – das in der Startphase zinslose Darlehen in Anspruch nehmen.

Beantragt werden kann die Überbrückungshilfe in Form des in der Startphase zinslosen Darlehens ab dem 8. Mai 2020 bei der KfW. Ausländische Studierende können ab dem 1. Juni 2020 einen Antrag stellen. Es gelte das Antragsverfahren.Grundsätzlich gelten die allgemeinen Bedingungen des KfW-Studienkredits mit einer maximal monatlichen Auszahlung von 650 Euro. Der reduzierte Zins gilt bis 31. März 2021.

Die üblichen Rückzahlungsmodalitäten der KfW-Studienkredite bleiben bestehen. Die Karenzphase, 6 bis 23 Monate im Anschluss an die Auszahlungsphase, ist dabei eine tilgungsfreie Zeit.

Die Mittel für die Nothilfefonds der Studierendenwerke werden von diesen nach den üblichen strengen Regelungen der Fonds als nichtrückzahlbare Unterstützung an Studierende in besonders akuten Notlagen vergeben.

Das Studium nicht aufgeben

»In den zurückliegenden Tagen habe ich Schreiben von Studierenden erhalten, die mir in dieser Ausnahmesituation ihre Not geschildert haben. Mir ist wichtig, dass diese betroffenen Studierenden nun rasch eine Überbrückungshilfe erhalten können. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Corona-Pandemie Studierende in den Abbruch oder die Aufgabe ihres Studiums treibt,« sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Durch die Corona-Krise haben viele Studierende ihre Nebenjobs verloren. Etwa zwei Drittel aller Studierenden arbeiteten neben dem Studium, bei den ausländischen Studierenden seien es sogar drei Viertel. »Für viele dieser Studierenden, die Einkommensverluste ausgleichen müssen, kommt nun eine BAföG-Förderung in Betracht. Betroffen sind aktuell aber auch Studierende, die nicht BAföG-förderfähig sind und keine anderen Einkünfte wie zum Beispiel ein Stipendium oder eine Förderung als Erasmus-Studierende erhalten. Wenn ihr Erwerbseinkommen wegbricht, stehen sie aktuell häufig vor finanziellen Problemen«, erklärt Karliczek. 

»Studierende können ab Anfang Mai bei der KfW ein zinsloses Darlehen beantragen. Es kann unbürokratisch online beantragt werden. Insgesamt kann damit ein Darlehensvolumen von bis zu einer Milliarde Euro aktiviert werden. Neben der Hilfe über die KfW werden wir darüber hinaus dem Deutschen Studentenwerk 100 Millionen Euro für die Nothilfefonds der Studierendenwerke vor Ort zur Verfügung stellen«, sagt die Bundesbildungsministerin.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF