Coronakrise BMW-Betriebsrat schließt Kündigungen nicht mehr aus

Der Münchner Automobilhersteller BMW steckt in der tiefen Krise. Der Betriebsrat befürchtet nun betriebsbedingte Kündigungen.
Der Münchner Automobilhersteller BMW steckt in der tiefen Krise. Der Betriebsrat befürchtet nun betriebsbedingte Kündigungen.

BMW steckt wie die gesamte Autoindustrie in der Krise. Der Autobauer kürzt Investitionen und besetzt freie Stellen nicht mehr nach. Doch nun könnte es auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen.

BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch schließt mittlerweile betriebsbedingte Kündigungen bei dem Autokonzern nicht mehr aus. Eine Betriebsvereinbarung garantiere zwar jedem Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz, »solange das Unternehmen keinen Verlust macht«, erklärte Schoch in einem Podcast des Betriebsrats für die Mitarbeiter. Das gelte heute und morgen, aber: »Wie es am Jahresende aussieht, das weiß heute noch keiner.«

Die Lage sei ernst, der Absatz dürfte im laufenden Quartal drastisch sinken. Wenn es zu einem Stellenabbau bei BMW kommen würde, müsste dieser sozialverträglich laufen, betonte Schoch. Das werde der Betriebsrat mit dem Unternehmen auch vereinbaren.

BMW erwartet im laufenden Quartal einen Verlust, im Gesamtjahr jedoch einen Gewinn. Der Autobauer kürzt seine Investitionen massiv und baut auch Arbeitsplätze ab, indem freie Stellen nicht mehr nachbesetzt werden. Jedes Jahr verlassen etwa 5000 Mitarbeiter das Unternehmen, die Hälfte von ihnen geht in Rente. Derzeit beschäftigt BMW in Deutschland annähernd 90 000 Mitarbeiter.

Solange das Jahresergebnis vor Steuern positiv ist, sind betriebsbedingte Kündigungen per Betriebsvereinbarung ausgeschlossen, wie eine BMW-Sprecherin erklärte. Diese Vereinbarung läuft bis Ende 2026.