ZKW, TU Wien und emotion3D Projekt CarVisionLight entwickelt intelligente Lichtlösungen

Im Rahmen des Forschungsprojekts CarVisionLight wurde ein Kamera-Prototyp in ein Testfahrzeug eingebaut und damit Daten für die Kamerabildverarbeitung gesammelt.
Im Rahmen des Forschungsprojekts CarVisionLight wurde ein Kamera-Prototyp in ein Testfahrzeug eingebaut und damit Daten für die Kamerabildverarbeitung gesammelt.

Im Rahmen des Forschungsprojekts CarVisionLight entwickelt ZKW gemeinsam mit der Technischen Universität Wien und dem emotion3D intelligente Lichttechnik-Lösungen. Im Fokus stehen dabei die automatische Bilderfassung und -verarbeitung im Straßenverkehr sowie adaptive Lichtsysteme.

Ziel des Forschungsprojekts CarVisionLight ist es, »mitdenkende« Lichtsysteme zu kreieren, die an das menschliche Wahrnehmungsvermögen herankommen oder dieses sogar übertreffen. Das Projekt wird mit 640.000 Euro vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördert und ist Teil des ZKW-Technologieprogramms für Sensorenintegration. Dazu zählt auch das Projekt Dragonfly, das Sensorik und Kameras in Scheinwerfer integriert und damit automatisierte Fahrfunktionen ermöglicht.

Licht ist einer der zentralen Sicherheitsfaktoren im Straßenverkehr. Moderne Fahrzeug-Lichtsysteme unterstützen mit automatischen Lichtfunktionen, Kameras und Sensoren die optimale Ausleuchtung der Straße. Bei der automatisierten Erkennung von Personen, Tieren und Objekten speziell bei Nacht gibt es aber enormes Verbesserungspotenzial. Derzeit fehlt es beispielsweise an validen Daten, ab welcher Distanz und mit welcher Zuverlässigkeit ein Fußgänger in der Nacht von intelligenten Lichtsystemen erfasst werden kann. Daher hat ZKW mit der TU Wien umfassende Messungen durchgeführt, um die automatisierte Erkennung zu verbessern und die Sicherheit bei Nachtfahrten zu steigern.

Im Rahmen des Forschungsprojekts CarVisionLight wurde ein Kamera-Prototyp in ein Testfahrzeug eingebaut und damit – in unterschiedlichen Verkehrssituationen bei Tag und Nacht – Daten für die Kamerabildverarbeitung gesammelt. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und der Monitoring-Software von emotion3D wurden die Informationen analysiert und Muster ermittelt. Diese Muster können als Lichtalgorithmen an intelligente Kamerasystemen weitergegeben werden, um deren Genauigkeit zu verbessern. »Die kamerabasierte 3D-Analyse von Szenen unter schwierigsten Bedingungen bei Nacht, hohen Geschwindigkeiten und auf weite Distanz stellt eine große Herausforderung für die Sensorik, die Beleuchtung und die Bildverarbeitung dar. Unsere intelligenten Bildverarbeitungslösungen können hier einen wesentlichen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit und das autonome Fahren leisten«, erklärt Dr. Florian Seitner, CEO von emotion3D.

Ganheitlichen Ansatz mit Partnerschaften realisieren

Mit dem Projekt CarVisionLight verfolgt ZKW einen gesamtheitlichen Ansatz. Daher arbeitet das Unternehmen regelmäßig mit Hochschulen wie der TU Wien oder der Johannes Kepler Universität zusammen oder auch mit spezialisierten Unternehmen wie emotion3D. »Gemeinsam mit den Partnern erforschen wir die Bilderfassung und -verarbeitung sowie die adaptive Ausleuchtung. Grundstein für die nächste Generation von Frontscheinwerfern ist die Integration von 3D-Stereoskopie zur Umfelderfassung mit hochauflösender Scheinwerfertechnologie. Oberstes Ziel ist dabei die maximale Sicherheit bei Nachtfahrten«, erklärt Schubert.

An der TU Wien sind derzeit zwei Diplomarbeiten von ZKW zum Thema Bilderkennung in Auftrag. »Wir entwickeln neue Methoden der Bildverarbeitung und des maschinellen Lernens, die die Analyse und Interpretation von Straßenverkehrsszenen auch unter schwierigen Bedingungen und bei Nachtfahrten ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit ZKW und emotion3D ermöglicht Studierenden, sich in ihrer Diplomarbeit mit aktuellen Themen des autonomen Fahrens zu befassen, die sowohl für die Grundlagenforschung als auch Industrieanwendungen relevant sind«, erklärt Ao. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Mag. Dr. Margrit Gelautz vom Institute of Visual Computing and Human-Centered Technology der TU Wien.