Schluss mit drei Mythen

»Kundenspezifische Stecker sind eine gute Option«

14. März 2022, 7:43 Uhr | Phil McDavitt
Kundenspezifischer Stecker
Kundenspezifischer Steckverbinder von Nicomatic
© Nicomatic

Sind kundenspezifische Steckverbinder zwangsläufig teuer und ist es riskant, sich nur auf einen Steckverbinder-Lieferanten einzulassen? Dass dem nicht so ist, davon ist Phil McDavitt, Managing Director UK von Nicomatic, überzeugt. Er räumt mit drei Mythen auf.

»Mythos 1 – kundenspezifisch ist teuer«

Der Kostenvergleich eines kundenspezifischen Steckverbinders mit einer Standardkomponente ist verlockend, hinkt aber, da sich der Preis nicht nur aus dem Steckverbinder errechnet, sondern z. B. auch die Kosten für die Integration in das System mit einschließen muss. Am Beispiel eines Kundenprojekts lässt sich verdeutlichen, wie wichtig es ist, dieses Gesamtsystem zu betrachten. Der Ausgangspunkt einer Entwicklung war es, eine Leiterplatte in einem Gehäuse mit einem Einbaustecker auf der anderen Seite des Gehäuses zu verbinden. Unter der Verwendung eines Standardsteckers hat man bei diesem Projekt ein System entwickelt, das über einen komplexen Kabelbaum zwischen den beiden Steckern verfügte sowie über eine zusätzliche Abdeckung, um den geforderten EMV-Schutz zu gewährleisten. Das Design mit dem Standardsteckverbinder war insgesamt komplex, da mehrere Pins zu integrieren waren, und es benötigte viel Platz auf der Leiterplatte. Dank eines kundenspezifischen Steckverbinders, der ein spezielles Kontakt-Design nutzte, konnte Nicomatic später zusammen mit dem Kunden ca. 30 Prozent des Platzes auf der Leiterplatte einsparen, den Kabelbaum weglassen sowie den EMV-Schutz in den Steckverbinder integrieren. Auch Platz und Gewicht sind in vielen Applikationen ein (versteckter) Kostenfaktor. Miniaturisierte kundenspezifische Steckverbinder erlauben es, Bauraum für andere Funktionen zu sparen. Je weiter die Leistungsdichte von Systemen steigt, desto wichtiger wird dieser Aspekt.

»Mythos 2 – lange Entwicklungszeiten«

Wie lange dauert es, einen kundenspezifischen Steckverbinder von Grund auf neu zu entwickeln? Pauschal lässt sich das nicht beantworten, da die Entwicklungszeit davon abhängt, ob z.B. Spezifikationen klar definiert sind und über welche (Fertigungs-) Möglichkeiten ein Hersteller verfügt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist: Sobald man sich für einen kundenspezifischen Steckverbinder entscheidet, muss ein Zeitplan zusammen mit dem Lieferanten klar definiert werden. Im Jahr 2000 hat Nicomatic ca. 1000 Anfragen für kundenspezifische Entwicklungen erhalten und rund 90 Prozent dieser Anfragen innerhalb von fünf Tagen beantwortet, trotz Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie. Die durchschnittliche Vorlaufzeit lag zwischen drei und zwölf Wochen. In der Regel dauerte die Entwurfsarbeit ein bis zwei Wochen, die Produktion dann zwischen drei und zwölf Wochen, je nach Komplexität des Projekts (ca. drei Wochen für ein Kabel oder eine kundenspezifische Modifikation und zwölf Wochen für einen kompletten Sondersteckverbinder).

»Mythos 3 – Single Source ist eine schlechte Idee«

 Um sich gegen Probleme in der Lieferkette abzusichern, ist es verständlich, über mehre Lieferanten nachzudenken. Tatsächlich geht aber – trotz dieser Überlegungen – der Trend hin zu kundenspezifischen Entwicklungen. Innovative Ideen brauchen zunehmend richtige Fertigungspartnerschaften, um sie zu verwirklichen. Absichern kann man sich, in dem man auf Lieferanten setzt, die über langjährige Erfahrungen im Bereich kundenspezifischer Entwicklungen verfügen, die mehrere Produktionsstätten unterhalten und deren Produktionsprozesse

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