Bessere Ergonomie durch Schalter&Taster

»Viele Anwendungen müssen blind bedienbar bleiben«

26. März 2026, 8:30 Uhr | Andreas Knoll
EAO bietet ein breites Spektrum von Schaltern und Tastern für die Industrie an - vom Not-Aus-Taster bis zum Schlüsselschalter.
© EAO; Componeers GmbH; Würth Elektronik

Elektromechanische Bedienelemente sind nach wie vor unentbehrlich, sobald eine entsprechende Bedienergonomie oder gar Blindbedienung gefragt ist. Auch auf Bedienpanels sind daher häufig Schalter oder Taster zu finden.

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Pascal Cueillette, Technical Manager for Customized Solutions bei EAO, informiert darüber und über andere Trends.

Markt&Technik: Welche Trends sind derzeit bei industrietauglichen elektromechanischen Bedienelementen wie Schaltern, Tastern, Joysticks, Folientastaturen und Silikonschaltmatten zu beobachten?

Pascal Cueillette: Das Thema Ergonomie für Bediener steht oft im Vordergrund. Gerade in der Öffentlichkeit wird vermehrt darauf geachtet, welche Zielgruppen in Kontakt mit dem Bedienelement kommen, sodass jede und jeder die Anwendung einfach und sicher bedienen kann. Hier geht es vermehrt um taktiles (fühlbare Oberflächen, Symbole und Betätigung), visuelles (Beleuchtung, Farben, Blinken) sowie akustisches (Klicken, Klopfen, Piepen, Soundfiles) Feedback. Immer häufiger zeigt sich eine Präferenz von Symbolen gegenüber Text oder gibt es Braille-Schrift für Sehbeeinträchtigte. Symbole haben den Vorteil, dass sie auf kleinem Raum die Information für viele zugänglich machen. Texte sind oft zu lang und müssen im Zweifelsfall mehrsprachig dargestellt werden. In der Industrie reicht für prozessspezifische Symbole meist schon eine kurze Einweisung, außerdem können Symbole Teile der Anwendung widerspiegeln.

Neben ergonomischen Gesichtspunkten spielen natürlich weiterhin die klassischen technischen Daten eine große Rolle. Die elektrischen Daten müssen zur Steuerung passen und die Umgebungsbedingungen dem Einsatzort entsprechen.

Der Trend zu schlanken, ressourcenschonenden Geräten bedarf oft geringer Abmessungen und einer hohen Packungsdichte. Außerdem sollen Montagekosten durch einfache Montierbarkeit und Ausrichtung reduziert werden.

Zu guter Letzt spielt das Design bei sichtbaren Bedienelementen eine wichtige Rolle, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Hier gibt jedoch das Gesamtdesign der Applikation die Richtung vor, in die sich die Bedienelemente möglichst harmonisch einbetten sollen.

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Außer für die Industrie eignen sich die Schalter und Taster von EAO beispielsweise auch für Busse und Bahnen.
Außer für die Industrie eignen sich die Schalter und Taster von EAO beispielsweise auch für Busse und Bahnen.
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Für welche Anwendungen bevorzugen die Kunden nach wie vor elektromechanische Bedienelemente anstelle von Touchscreen-Bedienpanels?

Hier stehen an erster Stelle weiterhin Anwendungen, die blind bedienbar sein müssen. Wenn ein Prozess oder eine Gefahrenstelle während der Betätigung überwacht werden muss, sollen die Bediener nicht erst das Bedienelement suchen müssen und dann noch überprüfen, ob dieses auch ausgelöst hat. Elektromechanische Bedienelemente sind je nach Variante blind ertastbar und geben durch Hub und Anschlag der Taste ein eindeutiges Feedback über die Betätigung. Jeder Blick hin zum Bedienelement stellt eine Ablenkung vom eigentlichen Geschehen dar. Auch kapazitive Bedienelemente geben keinen Hinweis darauf, ob sie ordentlich funktioniert haben, wenn sie sich nicht durch akustische oder visuelle Rückmeldung bemerkbar machen.

Zudem stehen Funktionen im Vordergrund, die häufig, schnell und fehlerfrei betätigt werden müssen. Ein Taster befindet sich immer mit derselben Funktion am selben Ort. Auf einem Touchpanel müssen sich Bediener jedes Mal neu orientieren, in welchem Bild oder Menü sie sich gerade befinden. Eine intuitiv zu bedienende Anlage läuft effizienter und produktiver.

Untergeordnete Funktionen und Einstellungen lassen sich in Touchpanels gut bündeln. Auch Prozessparameter, die nicht zwingend in Echtzeit übermittelt werden müssen, werden oft mit in die Visualisierung integriert.

Elektromechanische Bedienelemente lassen sich mit Bedienpanels kombinieren, die mit Touchscreen und gegebenenfalls Multitouch ausgestattet sind. Welche Kombinationen werden von den Kunden für welche Anwendungen nachgefragt?

Zuerst ist hier der Not-Halt-Taster zu nennen. Er ist international genormt, durch zwangsgeführte Kontakte mechanisch sicher und für jeden Menschen ohne Einweisung bedienbar. Komplexe Sicherheits-Abschalteinrichtungen werden zusätzlich genutzt, ersetzen den Not-Halt-Taster aber nicht vollständig. Auf fast jedem Bedienpanel befindet sich wenigstens ein Not-Halt-Taster.

Zu einem funktionierenden Sicherheitskreis gehört auch meistens eine Reset-Funktion, die den Not-Halt-Kreis wieder in den ordnungsgemäßen Betriebszustand zurückschaltet.

Darüber hinaus werden die klassischen Grundfunktionen wie »Start« und »Stopp« weiterhin oft mechanisch ausgeführt.

Die Zugangskontrolle zu Anlagen- oder Steuerungsbereichen werden abhängig von der Applikation und der Komplexität durch EKS- oder RFID-Systeme, durch Passwörter, aber auch noch klassisch durch Schlüsselschalter realisiert.


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