Schwerpunkte

Geschwindigkeit in der Supply Chain

»Der entscheidende Unterschied«

29. Juli 2020, 11:16 Uhr   |  Karin Zühlke

»Der entscheidende Unterschied«
© BMK Group

Susanne Gujber, BMK »Nicht immer kann man proaktiv arbeiten, weil es sozusagen überall brennt , aber wir konnten uns durch unsere gute Lagerhaltung auf die wirklich kritischen Teile konzentrieren.«

Der Elektronikdienstleister BMK setzt für seine Supply Chain auf Digitalisierung. Dazu gehört auch eine weitgehend automatisierte Belieferung durch die Zuliefer-Partner wie Digi-Key. Mit dem Distributor verbindet BMK eine langjährige Partnerschaft und die hohe Affinität zum digitalen Footprint.

Gerade in der aktuell schwierigen Zeit sind starke Partner in der Supply Chain enorm wichtig, aber nicht nur dann, unterstreicht Susanne Gujber, Leiterin des Einkaufs bei BMK: »Wir müssen grundsätzlich immer effizienter werden, Prozesse optimal gestalten und Big Data zielgerichtet nutzen. Und genau hier sehen wir Digi-Key als einen der führenden Online-Distributoren, die in dieser Hinsicht sehr gut aufgestellt sind.« Natürlich kaufe BMK auch bei anderen Online-Distributoren, erklärt Gujber. Auch ihnen attestiert sie hinsichtlich der Digitalisierung einen »guten Job«, wenngleich Digi-Key doch die Nase beim digitalen Footprint etwas weiter vorne habe. »Wir arbeiten auch mit anderen Distributoren gut zusammen und sind selbstverständlich offen, weitere Konzepte in diese Richtung auch mit anderen Partnern umzusetzen«, betont die Einkaufsleiterin. »BMK baut auf Partner, die Mehrwert bieten, schließlich haben wir gemeinsame Ziele: Wir wollen unsere Kunden optimal unterstützen. Das heißt, von beiden Seiten kommen Ideen, die zusammen realisiert werden und somit für den Kunden ein entscheidendes Delta bilden.«

Und worin besteht dieser Mehrwert genau? Für einen Elektronikdienstleister ist eine kostenoptimierte, schnelle und flexible Supply Chain essenziell. Dafür brauche BMK zuverlässige Partner, die neben der pünktlichen Lieferung bestellter Bauteile auch Marktinformationen teilen, führt Gujber aus. So kann BMK seinen Kunden rechtzeitig Alternativlösungen aufzeigen. Sei es, dass Bauteile abgekündigt werden, Komponenten mit neuen Funktionen auf dem Markt verfügbar sind oder bei Alternativherstellern bessere Preise erzielt werden können. Dazu hat BMK die Partnerschaft mit Digi-Key weiter ausgebaut: eine noch engere Zusammenarbeit bei diversen Projekten hinsichtlich Datennutzung, Konditionen, technischer und logistischer Anbindung. BMK ist mit Digi-Key digital vernetzt, und dazu gehört quasi auch eine automatisierte Belieferung: Durch die Kombination der implementierten Schnittstellen und den umfassenden Digi-Key Lagerbestand ist eine schnelle und flexible Beschaffung möglich.

Daten sind entscheidend

Als Schnittstelle nutzt BMK die „Klassiker“ wie EDI und API. BMK hat laut Gujber ein eigenes Logistikkonzept und diverse Pilotprojekte, um die eigene Supply Chain kontinuierlich zu verbessern: »Wir nutzen unsere Daten sehr intelligent.« Details, wie das genau funktioniert, möchte BMK nicht kommunizieren. Schließlich sehe man diese Fähigkeiten als einen wichtigen USP am Markt an.

Voraussetzung dafür ist, dass die Lieferanten Daten über die vorhandenen Schnittstellen zur Verfügung stellen. »Digi-Key agiert hier sehr vorausschauend. Man überlegt dort im Vorfeld, welche Daten der Kunde in Zukunft benötigen wird«, so Gujber. Dass Digi-Key schon immer sehr webaffin war, komme dabei gut zum Tragen. Zur Verfügung gestellt werden Daten, die sowieso öffentlich im Internet zugänglich sind, wie Preise, Lieferzeiten, RoHS-Informationen, und keinem Datenschutz unterliegen. Durch die intelligente Interpretation dieser Daten schafft BMK ein Informationsdelta für den eigenen Einkauf.

Welche Schritte im Einkauf lassen sich durch die enge Vernetzung zwischen Lieferant und EMS konkret verkürzen bzw. effizienter gestalten? Insbesondere ein EMS in Deutschland fertigt meist sehr komplexe Baugruppen. Die Herausforderung für den Einkauf fasst Susanne Gujber so zusammen: »Wir müssen dadurch sehr viele Daten auswerten, um an die für uns wichtigen Informationen zu kommen. Der wichtigste Punkt ist in der Regel die Verfügbarkeit. Das bedeutet für uns, wir müssen schnell priorisieren können, welches sind die wertigen Teile, welche haben eine kritische Lieferzeit oder besondere Vorgaben hinsichtlich RoHS etc.« Meist reiche es auch nicht aus, nur eine Infoquelle zu nutzen. »Wir sind daher bestrebt, möglichst viele Daten aus verschiedenen Quellen zu verwenden. Wenn Daten über API in Echtzeit zur Verfügung stehen, ermöglicht uns das schnellere und zuverlässigere Aussagen, da wir so ein besseres bzw. realistischeres Bild der Marktlage, etwa der Verfügbarkeit, erhalten«, so Gujber. Und das bedeutet im Umkehrschluss: Ist ein Bauteil bei vielen Lieferanten in großen Stückzahlen verfügbar, wird das wohl kein Problemteil sein. Wird dagegen evident, dass ein Teil nirgendwo erhältlich ist, dann schrillen die sprichwörtlichen Alarmglocken beim BMK-Einkauf. Grundsätzlich wird also schnell klar, wo etwas wirklich kritisch ist. »Wir können durch dieses Datenmanagement die Stücklisten der Baugruppe priorisieren, und Ressourcen verpuffen nicht an falschen Stellen«, fasst Gujber den Mehrwert zusammen.

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1. »Der entscheidende Unterschied«
2. Effizienzsteigerung im Einkauf

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