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Alles für die optimierte Supply Chain

API-Antwort in der Regel unter einer Sekunde

21. Juli 2021, 13:30 Uhr   |  Karin Zühlke

API-Antwort in der Regel  unter einer Sekunde
© Rutronik

Andreas Mangler, Rutronik »Die Umsetzung von Automation ist ein vielschichtiges, umfangreiches und herausforderndes Projekt, bei dem es auf viele Kleinigkeiten innerhalb des großen Ganzen ankommt.«

Machine Vision, zunehmende Roboterdichte und die Hyperautomatisierung beschreibt Andreas Mangler, Director Strategic Marketing von Rutronik, als die wichtigsten Trends in der industriellen Automatisierung und erläutert, welche Möglichkeiten sich dadurch für die Supply Chain ergeben.

Markt&Technik: Was sind die aktuellen Trends der industriellen Automatisierung?

Andreas Mangler: In einer industriellen Umgebung wird die Automatisierung primär auf Prozesse wie Fertigung, Qualitätskontrolle und Material-Handling angewendet. Die (manuelle) Mensch-Maschine-Kommunikation wird durch eine Maschine-Maschine-Interaktion unter Verwendung logischer Programmierbefehle und entsprechender Mechanismen ersetzt. Dabei sehen wir momentan drei Haupttrends innerhalb des Automatisierungssegments.

Der erste ist der verstärkte Einsatz von Machine Vision, die vor allem dann zum Einsatz kommt, wenn eine präzise Messung oder Überprüfung erforderlich ist, wie bei Inspektionsaufgaben oder der Vollständigkeitsprüfung, Objekt- und Lageerkennung oder Vermessungsaufgaben. Diese Aufgaben sind zeitaufwendig und damit ein erheblicher monetärer Aspekt, der auf den Prüfstand gebracht werden muss. Mit Machine Vision bietet sich eine leistungsfähige und wirtschaftliche Methode, um die optische Prüfung zu automatisieren. Weiterer Vorteil ist die komplette Überprüfung der Produktion auch bei besonders hohen Anforderungen an Genauigkeit und Geschwindigkeiten. Damit ist sie eine wichtige Schlüsseltechnologie zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit.

Der zweite Trend ist der steigende Einsatz von Industrierobotern, was sich an der zunehmenden Roboterdichte im industriellen Umfeld ablesen lässt. Laut den jüngsten Zahlen der International Federation of Robotics (IFR) liegt der weltweite Durchschnitt bei 113 Robotern je 10.000 Mitarbeitern. Deutschland gehört mit 346 Robotern zur viertstärksten Nation unter den Roboterindustrien. Diese finden sich vor allem in der Automobilindustrie, die sogar im weltweiten Vergleich die höchste Dichte aufweist. Mit Abstand die meisten Roboter im Einsatz hat – und ist damit führend im Fortschritt der Automatisierung von Produktionsanlagen und Prozessabläufen – Singapur mit 918 Robotern. Beides verweist auf den dritten Trend: die Hyperautomatisierung.

Laut Gartner ist die Hyperautomation einer der Trends bei strategischen Technologien des Jahres 2021. Was ist damit genau gemeint?

Es handelt sich dabei quasi um die nächste Evolutionsstufe der Automatisierung. Dabei werden die Grenzen vorhergegangener, automatisierter Prozesse neu definiert und vor allem deutlich darüber hinaus erweitert. Möglich wird das durch eine Kombination von KI-Tools mit robotergesteuerter Prozess­automatisierung – RPA – und maschinellem Lernen, kurz: ML. So kann nahezu jede sich wiederholende Aufgabe, die von Mitarbeitern ausgeführt wird, automatisiert und damit optimiert werden. Diese Werkzeuge arbeiten zusammen und können sogar komplexe Prozesse übernehmen, die bislang ausschließlich von Menschenhand gesteuert werden konnten. Ein hyperautomatisiertes System agiert sogar noch weiter, indem es die Automatisierung automatisiert: Es identifiziert selbstständig Prozesse und erstellt daraufhin Bots, die diese wiederum automatisieren.

Im Rahmen der Industrie 4.0 heißt es, auch für Beschaffungsprozesse automa­tisierte Lösungen zu schaffen. Welche Vorteile gehen damit einher?

Optimierung ist das übergreifende Stichwort. Obwohl die Investition zur Installation des Automatisierungsprozesses recht hoch ist, gibt es viele Vorteile, die diese innerhalb kürzester Zeit amortisieren: Die Qualität der Produktionsergebnisse verbessert sich durch die reduzierten Fehlerquoten erheblich, und das bei paralleler Optimierung der Durchlaufzeiten, also Anstieg der Produktionskapazitäten. Automatisierte Prozesse sorgen für eine Entlastung der Mitarbeiter, die sich somit mit strategischen Aspekten auseinandersetzen können. Die Overall-Kosten könnten zum Beispiel durch eine so mögliche Lights-out-Fertigung, sprich: eine Fertigung ohne unmittelbare menschliche Intervention, spürbar gesenkt werden.

Welche Schritte hat Rutronik bereits unternommen und welche Herausforderungen in der Umsetzung gab es dabei zu bewältigen?

Wir bieten unseren Kunden über unseren Webshop rutronik24.com eine API an, die ihren Beschaffungsprozess optimiert. Hierfür genügt es, nach dem Login bzw. der Registrierung das API-Manual herunter zu laden und den persönlichen API-Key anzufragen. Diesen gibt man über den Browser ein und erhält im XML- oder JSON-Format den Stück- und Staffelpreis in verschiedenen Währungen, den tagesaktuellen, freien Lagerbestand und die Standardlieferzeit, Mindestbestellmenge sowie Verpackungseinheit und -art, also Bulk, Reel, Tube, die Gehäuse-/Bauform, den Beschreibungstext für das Produkt sowie den Rutronik-Matchcode.

Anfangs waren die Antwortzeiten der API mit bis zu 30 Sekunden jedoch noch relativ lang. Heute liegen sie in der Regel unter einer Sekunde. Der Einkauf erhält innerhalb weniger Sekunden eine Liste mit Preis und Verfügbarkeit von jedem Lieferanten, wobei der günstigste Preis ganz oben und hervorgehoben erscheint, daneben der marktübliche Preis zum Vergleich. Damit sind in kürzester Zeit komplette Stücklisten bepreist, und das System wählt automatisch die entsprechenden Lieferanten.

Bei projektbezogenen und kostspieligen Artikeln ist allerdings nach wie vor manuelles Handeln erforderlich, denn hier können Preise erst dann geliefert werden, wenn der Hersteller die entsprechenden Informationen an den Verkauf weitermeldet.

Unternehmen, die sich mit Automation beschäftigen und sich dazu entschlossen haben, ihre Systeme um- oder aufzurüsten, finden bei Rutronik24 eine umfangreiche Auswahl an namhaften Herstellern. Können Sie einige Beispiele nennen?

Telit bietet zum Beispiel Lösungen für Anwendungen im industriellen Bereich an, wenn es um neue Technologien wie 5G für die Smart Factory oder das Campus-Netzwerk geht. Aber auch mit Hardware und Connectivity-Lösungen wie LTE, LTE-M oder NB-IoT für die IoT-Umsetzung bei Supply Chain Management, Predictive Maintenance und Condition-Monitoring-Anwendungen kann der Hersteller aufwarten. Und nicht zuletzt mit dem ergänzenden Short-Range-Portfolio, egal ob WiFi oder Bluetooth, ermöglicht das Unternehmen innovative Ansätze, wenn es Richtung Smart Home bzw. Home Automation und damit hin zu B2C geht. Bei Molex dreht es sich vor allem um die optimale Verbindungstechnik für Kommunikationsanforderungen industrieller Anwendungen. Steuerungs- und Antriebstechnik, Sensorik und Sicherheitstechnik, Industriekomponenten und Bildverarbeitungssysteme finden sich zum Beispiel bei Omron. Geht es um Steckverbinder für industrielle Anwendungen, speziell Robotik, kommt u.a. das Angebot von JAE infrage, wie die potenzialfreien Board-to-Board-Verbinder der AX01-Serie. Leistungsstarke Halbleiter und Stromsensoren finden sich bei Melexis. Das Produktportfolio von Pulse umfasst Leistungs- und Signalinduktivitäten sowie Ethernet und CAN-Bus-Lösungen, Stromsensoren, Antennen und Steckverbinder für den Einsatz in IoT.

Die Umsetzung von Automation ist ein vielschichtiges, umfangreiches und herausforderndes Projekt, bei dem es auf viele Kleinigkeiten innerhalb des großen Ganzen ankommt. Umso wichtiger ist es, einen erfahrenen Partner an der Seite zu haben, der Input gibt, einen zusätzlichen Blick auf die BoM hat und verschiedene Optionen anregen kann. Dabei sowie der Auswahl, welches Produkt für die jeweils individuelle Anwendung und im Gesamtkontext der Automatisierung passend ist, stehen die Rutronik-Produktspezialisten und FAEs jederzeit zur Verfügung.

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