Türen mit WiFi oder BLE öffnen

Wie das Smart Phone zum Wohnungsschlüssel wird

14. Oktober 2019, 15:09 Uhr | Karin Zühlke

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Energieeffizienz und Echtzeit-Informationen

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Die Idee war eine smarte Tür mit Kamera und Internet­verbindung. Da jedes Haus und jede Wohnung ein eigenes WiFi-Netzwerk hat, kann das Türschloss eine eigene IP-Adresse bekommen und so Teil des IoT werden.
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Die größte Herausforderung auf dem Markt der smarten Türsysteme besteht darin, einerseits Echtzeit-Informationen über den Zustand des Schlosses zu erhalten und gleichzeitig den Energieverbrauch möglichst gering zu halten. Diesen Konflikt löst die RS9116-Familie von Redpine Signals, die Finger Crystal deshalb auch für sein smartes und sicheres Türschloss gewählt hat. Durch die ideale Abstimmung der Transceiver-Einheit, der beiden Mikrocontroller und der gesamten Software erzielt das SoC (System on Chip) einen niedrigen Energieverbrauch. Damit lässt sich das smarte Schloss durchschnittlich rund ein Jahr lang betreiben, bevor die Batterie des RS9116 wieder aufgeladen werden muss. »Wie lange die Batterie tatsächlich hält, hängt natürlich davon ab, wie oft es genutzt wird«, erklärt Hantsche.

Für das SoC sprach zudem, dass es sowohl WiFi als auch Bluetooth Low Energy unterstützt. Damit lässt sich die Tür auch ohne Internetverbindung öffnen, nämlich mittels direkter Verbindung zwischen Schloss und Smartphone. Zudem sind Entfernungsmessungen möglich, sodass sich das Schloss automatisch ent- oder verriegeln kann, sobald sich ein Smartphone mit entsprechender Berechtigung nähert. »Man muss das Smartphone also gar nicht mehr aus der Tasche kramen«, so Hantsche.

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Bernd Hantsche, Rutronik »Gebäude in Shenzen werden im Rekordtempo errichtet, und die Menschen, die dort einziehen, machen Karriere und verdienen gut, sodass sie bald in eine größere Wohnung ziehen. Für eine derart dynamische Bevölkerung ist ein Schlüssel nicht wirklich geeignet.«
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Um die Türgriffe möglichst kosten- und energiegünstig zu gestalten, hat Finger Crystal auf ein Display verzichtet. Über die Bluetooth-Verbindung und die passende Smartphone-App lassen sich alle Konfigurationen des Schließsystems vornehmen. Dazu zählt beispielsweise das Einrichten der WiFi-Verbindung oder das Gruppieren mehrerer Türen. Dank Bluetooth Mesh lässt sich in Gebäuden mit vielen smarten Türgriffen sogar die Reichweite erhöhen und auf energiehungrigeres WiFi verzichten. Hotels, Mietappartments, Bürogebäude und weitere Einrichtungen mit vielen separat abschließbaren Räumen und wechselnden Nutzern profitieren von dieser Lösung ganz besonders.

Weitere Pluspunkte des RS9116: Es braucht keinen zusätzlichen Mikrocontroller und bietet ein hohes Maß an Sicherheit. Für die Integration in das Türschloss waren die geringen Abmessungen des SoC von 3,51 mm × 3,60 mm × 0,5 mm entscheidend. »Zudem spielte in diesem kostensensitiven Segment der attraktive Preis eine Rolle«, ergänzt Bernd Hantsche. »Hier wird sich die Anwendung von Finger Crystal ab dem kommenden Jahr beweisen, die weltweite Markteinführung ist für Anfang 2020 geplant. Doch mit diesen Merkmalen wird die Lösung sicher erfolgreich sein.«


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