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Rutronik

Stärker im Analog-Markt mit kompletter Signalkette

15. April 2009, 15:35 Uhr   |  Carmen Skupin

Rutronik baut sein Analog-Segment weiter aus: Seit Anfang des Jahres ergänzt Intersil europaweit die Linecard von Rutronik. Der Distributor kann seinen Kunden damit das komplette Produktspektrum der analogen Signalkette zur Verfügung stellen. Über Strategie und Herausforderungen sprechen Andreas Mangler, Director Strategic Marketing bei Rutronik, und Olaf Hinger, Distribution Sales Manager Central Europe bei Intersil, mit der Markt&Technik.

Markt&Technik: Betrachten Sie Rutroniks Linecard im Analog-Segment mit dem Neuzugang Intersil nun als komplett? Mit STMicroelectronics, Diodes, Bosch, Micronas, Rohm, Infineon und ZMD wird ja bereits ein breites Spektrum abgedeckt.

Andreas Mangler: Mit dem Intersil-Portfolio innovativer High-Performance-Analog- (HPA) und Mixed-Signal-Produkte schließen wir die letzte verbliebene Lücke in unserem Analog-Produktsortiment und decken jetzt die gesamte analoge Signalkette ab. Als Broadliner müssen und wollen wir den Bedarf unserer Zielmärkte zu mindestens 85 bis 90 Prozent erfüllen. Das gilt natürlich auch im Analog-Bereich, wo wir uns neben der Standard- und Advanced-Analog-Welt ganz besonders auf HPA-Produkte fokussieren. Mit den Intersil-Produkten bieten wir unseren Kunden jetzt hochperformante Alternativen zu den wenigen HPA- und Mixed-Signal-Herstellern im Markt. Zudem ist Intersil ein Partner, der mit seiner Produktstrategie noch mehr System-Know-how in den Anwendermarkt liefert als andere Analog-Broadliner.

Olaf Hinger: Für uns war das breite Analog-Portfolio ein zugkräftiges Argument, um Rutronik als Distributor zu gewinnen. Wir profitieren von dessen umfangreicher bestehender Analog-Organisation, dem großen Analog-FAE-Team und den Analog-Spezialisten. Dies eröffnet uns ein großes Kundenpotenzial, das wir gemeinsam ausschöpfen wollen. Innerhalb des Rutronik-Portfolios weisen unsere Produkte echte Alleinstellungsmerkmale auf. So eröffnen unsere High-Speed- und High-Precision-Komponenten den Anwendern entscheidende Wettbewerbsvorteile. Durch unsere Fab-Light-Strategie, bei der wir eigene Herstellungsprozesse mit externen Analog und Mixed Signal Foundries kombinieren, stellen wir eine hohe Dynamik in der Entwicklung und damit innovative Produkte sicher. Sowohl unsere applikationsspezifischen Standard-Produkte (ASSP) als auch die General-Purpose-Produkte weisen einen hohen funktionalen Integrationsgrad auf.

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Olaf Hinger, Intersil

Belebt hier auch intern der Wettbewerb das Geschäft, Herr Mangler?

Mangler: Definitiv nein! Innerhalb unserer Analog-Franchises gibt es keine direkte Konkurrenz. Stattdessen konzentrieren wir uns gemeinsam mit den Herstellern darauf, dem Kunden die beste Lösung zu bieten. Für uns als Distributor spielt es dabei keine Rolle, von welchem Hersteller die Komponenten stammen. Im Analog-Segment sind die Schaltungstopologien der verschiedenen Hersteller oft identisch, die Differenzierungsmerkmale liegen in kleinen, aber feinen Details, die für die Applikation des Kunden jedoch kritisch sein können. Deshalb ist ein breites Portfolio die Voraussetzung für stets optimale Lösungen.

Hat die derzeitige Krise auch Auswirkungen auf das Analogsegment? Wie beurteilen Sie die Marktsituation?

Mangler: Ohne analoge Signalverarbeitung geht auch in der zunehmend digitalisierten Welt gar nichts, schließlich ist und bleibt die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik analog. Deshalb ist der Analogmarkt nicht so stark konjunkturabhängig, wie das bei anderen elektronischen Bauelementen der Fall ist. Derzeit entspricht das Wachstum der analogen Komponenten mit rund 6 Prozent zwar dem der meisten anderen Bauteile, doch in den nächsten Jahren wird dieses Wachstum deutlich stärker zulegen. Beispielsweise prognostiziert Databeans für die kommenden fünf Jahre ein überdurchschnittliches Wachstum für analoge ICs von jährlich rund 12 Prozent. Dabei ist der Analogmarkt im Grunde relativ konservativ, mit langen Designzeiträumen und Produktlebenszyklen. Re-Designs erfolgen nicht in den kurzen Zyklen, wie sie bei einer typischen Standard-Microcontroller-Anwendung üblich sind.

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Andreas Mangler, Rutronik

Welche Zielmärkte adressieren Sie mit Ihren Komponenten?

Hinger: Wir wenden uns in erster Linie an den Industrie- und Consumermarkt, Communication und Computing, wo wir zu den am schnellsten wachsenden Herstellern gehören. Ein wesentlicher Vorteil der Zusammenarbeit mit Rutronik ist, dass sich die Kundenstruktur beider Unternehmen in weiten Teilen deckt und damit eine gemeinsame Adressierung einfacher und erfolgversprechend macht.

Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Mangler: Die Applikationsingenieure und die Vertriebsteams von Rutronik und Intersil arbeiten eng zusammen, um gemeinsam die strategischen Märkte und Kunden europaweit zu adressieren. Um den Beratungsbedarf der Kunden im Analog-Bereich und speziell bei den Intersil-Produkten über die persönliche Beratung durch die FAEs hinaus abzudecken, wollen wir mit Intersil auch bei unseren nächsten Seminarreihen kooperieren.

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