Neue IDE für Automotive-Software

Entwickeln von ECU-Software ohne Hardware

29. September 2022, 6:00 Uhr | Harry Schubert
Für die Entwicklung von Software für Automotive-Steuergeräte mit mehreren Hardware-Bausteinen stellt Renesas Electronics eine neue integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) vor.
© Renesas Electronics

Die neue integrierte Software-Entwicklungsumgebung (IDE) von Renesas Electronics unterstützt Automotive-Steuergeräte mit mehreren SoCs und Mikrocontrollern. Sie trägt dem Trend in der Automobilindustrie zur Software-First-Produktentwicklung Rechnung.

Für die Entwicklung von Software für Automotive-Steuergeräte mit mehreren Hardware-Bausteinen stellt Renesas Electronics eine neue integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) vor. Sie unterstützt Co-Simulation, Debugging und Trace, schnelle Simulation und verteilte Verarbeitungssoftware über mehrere SoCs (System-on-Chips) und Mikrocontroller ohne verfügbare Hardware. Diese neue Software-Entwicklungsumgebung trägt dem Trend in der Automobilindustrie zur Software-First-Produktentwicklung Rechnung, bei der der Wert eines Fahrzeugs zunehmend durch seine Software definiert wird. Auch der Shift-Left-Ansatz der Software-Entwicklung, bei dem der Schwerpunkt der Verifizierung und Validierung der Software auf einen frühen Zeitpunkt im Entwicklungszyklus gelegt wird, an dem die Hardware noch nicht vorhanden ist, wird mit der neuen IDE unterstützt. Die ersten Tools für die neue Entwicklungsumgebung sind ab sofort für die Bausteine R-Car S4 und RH850/U2A verfügbar.

Die neue IDE von Renesas bietet:

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1. Co-Simulationsumgebung für mehrere ICs vereinfacht einen optimalen Systementwurf

Durch die Integration und Verbindung von Simulatoren wie der R-Car Virtual Platform, die bisher für einzelne Bausteine wie SoCs und Mikrocontroller bereitgestellt wurden, bietet Renesas eine neue Simulationsumgebung für den Betrieb mehrerer Bausteine. Entwicklungen können nun optimiert werden, indem sich verschiedene Anwendungsfunktionen aufeinander abstimmen lassen und eine Software-Verifikation auf Systemebene integriert wird. Ein Entwicklungstool, das automatisch Code für elektronische Bausteine generiert, und eine Simulationsumgebung zur Verifizierung von MATLAB /Simulink-Modellen sind ebenfalls verfügbar. Mit diesen Werkzeugen können Entwickler die Leistung bewerten und mit der Anwendungsentwicklung beginnen, bevor die Steuergeräteschaltung in Produktion geht.

2. Debug- und Trace-Tool für Multi-IC-Schaltungen zur Visualisierung von Problemen

Um die interne Funktionsweise von Software einfach zu visualisieren, stellt Renesas ein Debug- und Trace-Tool zur Verfügung. Es ist Teil der e2 studio IDE und ermöglicht die gleichzeitige und synchronisierte Ausführung, die Ausführungssteuerung durch Breakpoints und die Rückverfolgung von Daten für Steuergeräte mit mehreren SoCs/µCs. Mit diesem Tool können Anwender Verarbeitungsabläufe visualisieren, Leistungsprofile auswerten und Probleme vorhersehen, die sich aus dem Betrieb mehrerer Bausteine ergeben können, die innerhalb desselben Steuergeräts eng miteinander verbunden sind. Renesas plant, die Debug- und Trace-Funktion auch in der Co-Simulationsumgebung zu implementieren. Damit können Debugging und Tracing auch auf einem Computer ohne verfügbares Steuergerät durchgeführt werden.

3. Softwareentwicklung mit schnellem Simulator

Bei Simulationen auf Steuergeräteebene ist die Software in der Regel sehr umfangreich und die Simulationsausführung nimmt viel Zeit in Anspruch. Der neue schnelle Simulator basiert auf QEMU, einer virtuellen Open-Source-Umgebung. Dieser modelliert die SoCs und Mikrocontroller auf einer hohen Abstraktionsebene und ermöglicht eine schnellere Simulation komplexer Software auf Steuergeräteebene.

4. Verteilte Verarbeitungssoftware für ECUs ermöglicht die Software-Entwicklung ohne Berücksichtigung der Har

Diese Software ermöglicht die optimale Verteilung von Anwendungsfunktionen auf CPUs und IPs in verschiedenen SoCs und Mikrocontrollern in einem Steuergerät und maximiert so die Hardwareleistung. Mit dieser Software lassen sich Anwendungen schnell entwickeln, ohne durch die Hardware-Konfiguration des Steuergeräts eingeschränkt zu sein. Auf diese Weise können Entwickler virtuell einem bestehenden Steuergerät zum Beispiel einen KI-Beschleuniger hinzufügen, um die Systemleistung zu erhöhen, ohne die ECU für die Integration des neuen Bausteins neu entwerfen zu müssen.


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