ZF und Freudenberg kooperieren

Fuel-Cell-Lösung für Nutzfahrzeuge ist das Ziel

16. September 2022, 11:53 Uhr | Kathrin Veigel
ZF Partnerschaft Brennstoffzelle Freudenberg
ZF und Freudenberg entwickeln gemeinsam nachhaltige, hochintegrierte Brennstoffzellen-E-Drive-Systeme für Nutzfahrzeuge.
© ZF

ZF und Freudenberg e-Power Systems wollen gemeinsam eine Komplettlösung für Brennstoffzellen- und E-Antriebe im Lkw entwickeln. Freudenberg bringt skalierbare E-Power-Kits in die Partnerschaft ein; ZF stellt einen kompletten elektrischen Antriebsstrang mit bis zu 360 kW Dauerleistung.

Das Ziel der Transportbranche ist klar: Die Dekarbonisierung des Sektors. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, wie der Weg dorthin – sprich: nachhaltige Antriebslösungen der Zukunft – aussehen könnte. »Brennstoffzellentechnologie wird dabei eine maßgebliche Rolle spielen«, erklärt Wilhelm Rehm, Vorstandsmitglied bei ZF für Commercial Vehicle Solutions, Industrietechnik und Materialwirtschaft.

Daher hat ZF nun eine Partnerschaft mit dem Brennstoffzellen- und Batteriesystem-Zulieferer Freudenberg e-Power Systems vereinbart. Die Zusammenarbeit kombiniert dabei die jeweiligen Kernkompetenzen beider Unternehmen, um hochintegrierte Komplettlösungen für E-Antriebsstränge auf Brennstoffzellenbasis – sogenannte Powerpacks – für schwere Nutzfahrzeuge zu entwickeln.

Freudenberg stellt dabei modulare Brennstoffzellen- und Batterie-Kits mit anwendungsspezifischen Leistungen. ZF steuert seine Kompetenz für innovative E-Mobility-Lösungen bei: den kompletten elektrischen Antriebsstrang inklusive Wechselrichter, Umrichter, Kompressoren und Software für Energiemanagementsysteme. Der Technologiekonzern nutzt dabei seine Expertise, die Systeme effizient ins Fahrzeug zu integrieren. Dies soll Entwicklungs-, Produktions- sowie laufende Betriebskosten der Fahrzeughersteller und -nutzer senken.

Derzeit läuft die Pilotphase des gemeinsamen Projekts, in der verschiedene Lkw- und Bus-Prototypen entwickelt werden. Der erste Versuchsträger wird für 2023 erwartet. Ein Teil dessen ist auch die bereits verkündete HyFleet-Zusammenarbeit zwischen ZF, Freudenberg und Flixbus. 

Offener Technologie-Ansatz für nachhaltige Mobilität

Für die Nutzfahrzeugbranche ist die Brennstoffzelle als Energiequelle dank höherer Reichweiten und kürzeren Tankzeiten besonders interessant. Dieses Trends ist sich ZF bewusst: Bis 2030, so schätzt der Konzern, wird der weltweite Anteil dieser Antriebsform bei schweren Nutzfahrzeugen auf 20 Prozent steigen. ZF geht daher auch in Zukunft flexibel und ergebnisoffen an die Brennstoffzellentechnologie heran, um den Wandel des Sektors in Richtung nachhaltiger Mobilität effektiv zu unterstützen.

Dieser technologieoffene Ansatz im Hinblick auf die Energieträger liegt auch der Partnerschaft von ZF und Freudenberg zugrunde, um Herstellern weltweit zahlreiche Vorteile zu bieten. Das umfassende E-Mobility-Portfolio von ZF wird durch einen gemeinsam entwickelten integrierten Brennstoffzellenantrieb ergänzt – das bedeutet, dass alle wichtigen elektrifizierten Hard- und Softwarelösungen, die Kunden zur Umgestaltung ihres Produktportfolios benötigen, aus einer Hand kommen. Die hochintegrierte E-Drive-Technologie macht für die Hersteller kostspielige Forschung und Entwicklung sowie und Projektmanagement überflüssig, reduziert den Integrationsaufwand und trägt so zu einer Senkung der Total Cost of Ownership bei.


Verwandte Artikel

ZF Friedrichshafen AG, Freudenberg IT KG