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Digitaler Schutzengel

Städtischen Straßenverkehr sicherer machen

Continental Digitaler Schutzengel
Echtzeit-Kollisionswarnung schützt besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrrad- und Scooter-Fahrer.
© Continental

Continental hat einen digitalen Schutzengel entwickelt, der gefährdete Verkehrsteilnehmer schützen soll. Das System, das in Zusammenarbeit mit der Telekom, Vitronic und der Stadt Hamburg entstanden ist, warnt per Smartphone in Echtzeit vor Kollisionen.

Die in Kooperation von Continental, Deutscher Telekom, Vitronic und der Stadt Hamburg entwickelte Continental-Lösung berechnet den Verkehrsweg der kommenden fünf Sekunden aus GPS- und Geschwindigkeitsdaten von Autos und Smartphones in einem Cloud-Rechner der Telekom in unmittelbarer Nähe. 

Dafür nutzt das System in Kreuzungsbereichen Daten detektierter Verkehrsobjekte von Vitronic sowie Ampeldaten und eine genaue digitale Karte, die durch die Stadt Hamburg bereitgestellt werden. Die Warnung vor einem drohenden Zusammenstoß wird über das Low Latency Network der Deutschen Telekom in Echtzeit an Verkehrsteilnehmer, die eine entsprechende App von T-Systems auf ihrem Smartphone haben, gesendet.

Dadurch schützt die digitale Schutzengel-Technologie vor allem besonders gefährdete, nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Fahrrad-, Scooter-, aber natürlich auch Autofahrer vor Unfällen. Die Lösung wird derzeit im Rahmen des Pilotprojekts Reallabor Hamburg live erprobt und ist auf der Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren (TAVF) errichtet.

Problemlose Einbindung in Apps

Die Anwendung benötigt keine dedizierte Hardware und lässt sich daher problemlos in Apps der Deutschen Telekom oder städtische Mobilanwendungen, etwa der kommunalen Verkehrsanbieter, einbinden. Im Fahrzeug wird die Kollisionswarnung in die Fahrzeugfunktionen integriert, sodass Autofahrer unmittelbar vor drohenden Unfällen gewarnt werden.

»Die Voraussetzungen, dass solch ein System funktionieren kann, sind der hohe Grad an Vernetzung und die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung«, so Oliver Bahns, verantwortlich für Connected Mobility bei T-Systems. Auto und Radfahrer übermitteln ihre Daten zu Position und Beschleunigung in die Cloud-Rechner der Telekom. Sie berechnen die Wege für die nächsten fünf Sekunden und senden bei drohender Kollision eine Warnung an das Auto und auf das Endgerät des Radfahrers.

Damit diese Informationen möglichst schnell beide Verkehrsteilnehmer erreicht, kommt immer der Cloud-Rechner im Mobilfunknetz zum Einsatz, der am dichtesten am Ort der möglichen Kollision liegt. Das sogenannte Multi-Access Edge Computing verarbeitet das GPS-Signal in Kombination mit anderen Positionsbestimmungs- und Navigationsdaten, um das Smartphone der Verkehrsteilnehmer mit der Genauigkeit von unter einem Meter zu orten. In weniger als einer Sekunde werden alle an einem möglichen Unfall Beteiligten benachrichtigt. Dies geschieht entweder durch eine Warnung des Assistenzsystems im Auto oder eine visuelle und akustische Nachricht mit Vibrationsalarm auf dem Smartphone, die auch an Smartwatches weitergeleitet werden. So können die Nutzer blitzschnell reagieren und einen Unfall verhindern.

Intelligente Kreuzung, die vor Unfällen schützt

Gemeinsam mit der Stadt Hamburg haben Continental, Deutsche Telekom und Vitronic die Anwendung in einer Straßenkreuzung in Hamburg realisiert. Hier überblickt die infrastrukturseitig von Vitronic installierte und betriebene IDTE-Lösung (Intelligent Detection and Tracking Equipment) die komplette Kreuzung und stellt die den beobachteten Verkehrsobjekten entsprechenden Daten Continental zur Verfügung.

Die Interaktion mit den Verkehrsteilnehmern übernimmt das Kollisionswarnungssystem von Continental. Im Kreuzungsbereich greift das System auch auf Ampelschaltungsdaten der Stadt Hamburg zu, sodass es Nutzer warnen kann, die zum Beispiel trotz roter Ampel auf die Kreuzung zufahren. Die Lösung erfasst sogar Beinahe-Unfälle, was Verkehrsplaner nutzen können, um den innerstädtischen Verkehr sicherer zu gestalten und Unfallschwerpunkte zu entschärfen.


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