electronica und Markt&Technik

Zwei verlässliche Wegbegleiter einer Branche im Wandel

25. Juni 2026, 08:00 Uhr | Von Caroline Pannier, Exhibition Director electronica
Besucher auf der allerersten electronica, die 1964 in München Premiere feierte
Besucher auf der allerersten electronica, die 1964 in München Premiere feierte
© Messe München

Fünf Jahrzehnte Fachjournalismus der Markt&Technik und mehr als sechs Jahrzehnte Messegeschichte der electronica: Das sind zwei unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Perspektiven auf ein und dieselbe Industrie. Zwei verlässliche Bezugspunkte einer Branche im stetigen Wandel.

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Als 1976 die erste Ausgabe der Markt&Technik erschien, hatte die electronica bereits ein Jahrzehnt lang die Entwicklung der Elektronikbranche begleitet. 1964 feierte sie als erste reine Fachmesse für elektronische Bauelemente in Deutschland Premiere. Bereits zwei Jahre später hatte sich die Ausstellerzahl fast verdoppelt, und es war von einem „in der Fachwelt spektakulären Erfolg“ die Rede. Schnell wurde die electronica zum wichtigsten Treffpunkt der internationalen Elektronikbranche. Seitdem bietet sie die Bühne für zahlreiche technologische Meilensteine. Viele Innovationen – darunter auch der Mikrochip – wurden hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Caroline Pannier Messe München

Caroline Pannier, Exhibition Director electronica

© Messe München

Die Markt&Technik startete mitten im technologischen Aufbruch der 1970er Jahre, als die Elektronikindustrie am Beginn der digitalen Transformation stand. Der Wandel von der klassischen Bauteiltechnik zur Computer- und Mikroprozess-Ära hatte gerade begonnen: weg vom Großrechner hin zum Personal Computer. Diskrete Bauelemente, erste integrierte Schaltungen und Pionierleistungen in der Halbleitertechnik prägten diese Zeit. Wenige Monate bevor die erste Ausgabe der Markt&Technik in den Regalen lag, hatte Steve Jobs den ersten Apple-Computer vorgestellt.

Messe und Magazin haben den ständigen Wandel der Branche auf unterschiedliche Weise abgebildet und sich dabei immer wieder ergänzt. Was auf der electronica erstmals greifbar wurde, ordnete die Markt&Technik fachlich ein. Was die Redaktion analysierte, diskutierte die Branche auf der Messe weiter. Mikroelektronik, Leistungselektronik, Embedded Systems, Automatisierung, Industrie 4.0 oder heute Künstliche Intelligenz: Beide Plattformen haben Themen sichtbar gemacht, bevor sie selbstverständlich wurden.

Eingang zur electronica 1976 auf dem alten Münchner Messegelände

Eingang zur electronica 1976 auf dem alten Münchner Messegelände

© Messe München

Über die Jahrzehnte hinweg haben Messe und Magazin nicht nur Technologien begleitet, sondern auch Menschen. Generationen von Ingenieuren und Entwicklern sind mit ihnen gewachsen und ihnen treu geblieben. Viele verbinden mit beiden persönliche Erinnerungen: erste Messebesuche, prägende Gespräche, Artikel, die Orientierung gaben, oder Begegnungen, aus denen neue Ideen entstanden. Zum 60-jährigen Jubiläum der electronica durften wir beispielsweise zwei Besucher begrüßen, die bereits bei der allerersten Messe dabei gewesen waren, und mit ihren Erinnerungen und Anekdoten faszinierende Einblicke in sechs Jahrzehnte Elektronikgeschichte gaben.

PCs auf der electronica 1982

PCs auf der electronica 1982

© Messe München

In diesem Sinne gestalten Messe und Magazin aktiv eine Branche mit, deren Fortschritt immer auch Verantwortung bedeutet. Gerade in einer Zeit, in der Elektronik immer digitaler, komplexer und globaler wird, braucht die Industrie verlässliche Orte des Austauschs und starke fachliche Stimmen. Denn die Elektronik ist eine Schlüsseltechnologie für die großen Aufgaben unserer Zeit: Energieeffizienz, Mobilität, industrielle Wertschöpfung und nachhaltige Innovation.

Zum 50. Geburtstag von Markt&Technik möchten wir deshalb nicht nur herzlich gratulieren, sondern auch Danke sagen: für fünf Jahrzehnte kritische Begleitung, technische Kompetenz und journalistische Haltung. Messe und Fachmagazin werden sich weiter verändern – aber unser gemeinsamer Kern bleibt bestehen: Wissen zu teilen, Innovationen verantwortungsvoll einzuordnen und Menschen zusammenzubringen.

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