Das Industrial-Tech-Unternehmen DBR77 mit Stammsitz im polnischen Toruń hat das Large Language Model (LLM) »DBR77 Vector« mit 120 Milliarden Parametern vorgestellt, das vollständig im eigenen Haus entwickelt wurde und speziell für industrielle Entscheidungsprozesse trainiert ist.
DBR77 Vector ist DBR77 zufolge das erste Sprachmodell dieser Größenordnung aus Europa, das nicht für allgemeine Konversation, sondern für Produktionsfragen konzipiert ist. Das LLM verfolgt einen vertikalen Ansatz: Es ist auf einen einzigen Anwendungsfall optimiert – industrielle Entscheidungen. Trainiert auf über 1400 Industrieprojekten, kombiniert das Modell Sprachverstehen mit Materialfluss-, Engpass- und Wirtschaftlichkeitslogik. Das Ergebnis ist keine Chat-Anwendung, sondern eine Entscheidungs-Engine, die Fragen wie »Wenn wir die Schweißzelle ersetzen – wie viele Schichten Stillstand kostet uns das, und ab wann amortisiert sich die neue Anlage?«, »Werk Hannover oder Werk Stuttgart zuerst modernisieren – wo ist das Risiko geringer?«, »Bauen wir die Halle leer für Wachstum oder rüsten wir die bestehende erst voll aus?« mit strukturierten, verständlichen Bewertungen beantwortet.
»Europa muss bei KI nicht im Wettlauf um das größte allgemeine Modell mitlaufen – wir können den Wettlauf um das beste industrielle Modell gewinnen«, erläutert Pawel Mroczkowski, Geschäftsführer der DBR77 GmbH. »Unsere industrielle Tiefe, unsere Engineering-Tradition und unsere Anforderungen an Datensouveränität sind kein Standortnachteil. Sie sind genau der Vorteil, den ein Industrie-LLM braucht.«
Anders als bei großen US-Modellen, die ihre Daten überwiegend in nordamerikanischen Cloud-Infrastrukturen verarbeiten, ist Vector laut DBR77 von Beginn an auf europäische Anforderungen ausgelegt. Die Plattform lässt sich On-Premise, über Private APIs (Application Programming Interface) oder in isolierten Unternehmensumgebungen betreiben. Kundendaten werden nicht für externes Modelltraining genutzt. Sämtliche Deployment-Prozesse bleiben vollständig auditierbar und auf die wachsenden regulatorischen Anforderungen an industrielle KI-Systeme in Europa ausgerichtet.
Damit will sich DBR77 als europäische Alternative zu den großen US-Modellen positionieren – mit dem Anspruch, industrielle KI nicht nur leistungsfähig, sondern auch kontrollierbar zu machen.
Vector ist mehr als ein Sprachmodell – es ist die zentrale KI-Schicht im DBR77-Portfolio und greift nahtlos in die Lösungen Consultify, Digital Twin, Industrial IoT und IRIS. Damit lassen sich Produktions-, Automatisierungs- und Transformationsprozesse über alle operativen Ebenen hinweg konsistent und auf Datenbasis optimieren.
Konkret unterstützt Vector unter anderem Bottleneck-Analysen, Greenfield- und Brownfield-Planungen, Automatisierungsstrategien und ROI-Bewertungen. Die Zielgruppe sind mittelständische und große Industrieunternehmen, die regelmäßig sieben- bis neunstellige Investitionsentscheidungen treffen – in Automotive, Maschinenbau, Logistik, Lebensmittelproduktion, Elektronikfertigung und angrenzenden Fertigungsbereichen.
Der Druck auf die deutsche Industrie wächst von mehreren Seiten gleichzeitig: Personal wird knapper, Energie teurer, internationale Konkurrenz aggressiver – und gleichzeitig wachsen die Erwartungen an Lieferfähigkeit, Flexibilität und CO₂-Bilanz. »Wer in diesem Umfeld nicht modernisiert, verliert, und wer falsch modernisiert, verliert schneller«, sagt Pawel Mroczkowski. »Genau hier setzt Vector an: als Werkzeug, das industrielle Erfahrung, aktuelle Betriebsdaten und KI-Analytik in einer Logik zusammenführt – entwickelt in Europa, betreibbar unter europäischen Bedingungen.«
Tiefergehende technische Einblicke bietet das begleitende Whitepaper »Introducing DBR77 Vector 1.0 – The First Industrial Reasoning Engine« von Dr. Piotr Wisniewski (Chief Executive Officer), Pawel Mroczkowski (Executive Director Westeuropa & Asia), Paweł Dera (Lead Industrial Engineer) und Konrad Milewski (Head of Artificial Intelligence).