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Advanced Manufacturing

Singapur – Globaler Partner für Industrie 4.0

26. März 2019, 13:38 Uhr   |  Christina Deinhardt

Singapur – Globaler Partner für Industrie 4.0
© EDB

Deutschland und Singapur unterhalten enge wirtschaftliche Beziehungen.

Deutschland und Singapur haben viele Gemeinsamkeiten. Sie sind beide hochindustrialisierte Länder, für die es wichtig ist die Fertigungsindustrie in die digitale Zukunft zu führen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei können sie sich gegenseitig unterstützen - auch im Bereich Industrie 4.0.

Das produzierende Gewerbe steuert heute schon etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes Singapurs bei und bietet rund 13 Prozent der Berufstätigen gute Arbeitsplätze. Der Stadtstaat fördert kontinuierlich dessen Wachstum – vor allem dort, wo Hightech-Fertigung und Highend-Service zusammengehen. Stichworte sind: Cloud-Computing, Augmented Reality, maschinelles Lernen, Robotik, selbstfahrende Autos und vieles mehr. Nach Angaben der Weltbank ist Singapur bereits der viertgrößte Exporteur von Hightech-Produkten nach Wert – hinter China, Deutschland und den USA – und nimmt eine führende Position in etlichen Branchen ein, wie Luft- und Raumfahrt, Elektronik, Biomedizin und Feinwerktechnik.

Um seine starke Position in Asien für Advanced Manufacturing zu festigen, investiert Singapur massiv in Industrie 4.0. Laut einer Studie der Boston Consulting Group sollen damit bis 2024 die Arbeitsproduktivität um etwa 30 Prozent und die Umsatzerlöse für lokale und ausländische Unternehmen in der Fertigung um zusätzliche 22 Milliarden Euro steigen. Dadurch eröffnen sich auch neue Chancen für deutsche Unternehmen.

Ein hohes Maß an Investitionssicherheit

Faktoren wie eine gut ausgebaute Plug-and-Play-Infrastruktur, eine große Auswahl an Top-Forschungs- und Bildungseinrichtungen, hochqualifizierte Mitarbeiter der neuen Generation und ein guter Schutz des geistigen Eigentums ermöglichen es Singapur, deutschen Unternehmen ein hohes Maß an Investitionssicherheit zu bieten. Über die Jahre haben sich zahlreiche führende Technologieanbieter im Stadtstaat angesiedelt und arbeiten in Singapurs vielfältiger Produktionsstätte, um gemeinsam neue Produkte, Lösungen und Geschäftsmodelle für Industry 4.0 zu entwickeln.

Siemens unterstützt Singapurs Smart-Nation-Initiative

Siemens beispielsweise – seit mittlerweile mehr als 100 Jahren in Singapur präsent – ist ein großer Treiber in punkto Digitalisierung und Internet der Dinge (IoT). Im Juli 2017 startete das Unternehmen den ersten voll integrierten Digitalisierungs-Hub im Stadtstaat, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, die sich in Asien durch die schnell voranschreitende Urbanisierung und Digitalisierung ergeben. Zusammen mit Kunden, Partnern und Universitäten arbeitet Siemens neue digitale Lösungen in der industriellen Welt des IoT aus. Darüber hinaus unterstützt der Hub von Siemens Singapur dabei, auf dem Weg zur Smart Nation voranzuschreiten – mit Fokus auf die fünf Felder »Transport«, »Haushalt und Umwelt«, »Fertigung«, »Gesundheit und Alterung« sowie »öffentlicher Dienstleistungssektor«.

So entwickelt Siemens zum Beispiel gemeinsam mit der Nanyang Technological University, Singapore (NTU) datengetriebene Innovationenfür städtische Infrastrukturen. Dazu gehören Mobilitätslösungen auf Basis von selbstfahrenden Fahrzeugen und moderne Datenanalysen zur Performance-Optimierung grüner Gebäude.

Bosch macht mit CISS Maschinen Industrie-4.0-fähig

Auch das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch, Stuttgart, hat in Singapur bereits mit etlichen Produkten und Lösungen für neue Impulse im Bereich IoT gesorgt – zum Beispiel mit seiner Connected Industrial Sensor Solution (CISS). Dabei handelt es sich um ein kleines, aber robustes Multisensor-Gerät, das für die Nachrüstung von Industriemaschinen gedacht ist, um Funktionen wie Zustandsüberwachung und vorausschauende Instandhaltung zu ermöglichen.

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele dafür, wie deutsche Unternehmen ihre Expansionspläne in Singapur effizient umsetzen. Der Mittelständler Pepperl + Fuchs, Mannheim, Hersteller für industrielle Sensorik und Automatisierungstechnik, nahm hier sein neues Global Distribution Center in Betrieb. Fast zeitgleich eröffnete der deutsche Filtrationsexperte Mann+Hummel, Ludwigsburg, sein erstes globales IoT-Labor in Singapur.

Hannover Messe in Singapur: Industrial Transformation Asia Pacific

Mit gemeinsamer Anstrengung können Deutschland und Singapur sich für die Zukunft gut aufstellen und voneinander profitieren – insbesondere auf dem Gebiet ​​Advanced Manufacturing. Dazu passt, dass im Herbst dieses Jahres in Singapur zum zweiten Mal die »Industrial Transformation Asia Pacific – an event of the Hannover Messe«, kurz ITAP, stattfinden wird. Als Asien-Pazifik-Version der Hannover Messe dient die ITAP als internationale Plattform, auf der Hersteller und Technologieanbieter Ideen und Best Practices austauschen, neue geschäftliche Verbindungen knüpfen und potenzielle Partner für Co-Innovationen identifiziert werden können. Zu den Kernbranchen zählen Luft- und Raumfahrt, Kraftfahrzeuge, biomedizinische Technik, Chemikalien, Konsumgüterproduktion, Elektronik, Marine- und Offshoretechnik, Öl und Gas sowie Feinmechanik.

EDB auf der Hannover Messe

Wer in Deutschland mehr darüber erfahren will, wie Singapur auf dem Gebiet des Advanced Manufacturing voranschreitet, kann Anfang April auf der Hannover Messe (Halle 16, Stand E08) zum Länder-Pavillon der Wirtschaftsentwicklungsbehörde Singapore Economic Development Board, kurz EDB, kommen. Dort stehen Experten verschiedener Branchen für Gespräche zur Verfügung. Außerdem zeigen in Halle 5 Unternehmen aus Singapur ihre innovativen Produkte und Lösungen.

Ein Highlight des Messeauftritts wird unter anderem das weltweit einzigartige Diagnose-Tool – der Smart Industry Readiness Index – sein. Der Benchmark hilft Unternehmen dabei, ihre Industrie-4.0-Migration zu starten. Als Diagnoseinstrument kann der Index von Firmen aller Branchen und Größen verwendet werden, um die Konzepte von Industrie 4.0 besser zu verstehen, den Zustand der eigenen Produktionsanlagen und Prozesse entsprechend zu bewerten und eine umfassende Transformations-Roadmap zu entwickeln, um für sich nachhaltigen Mehrwert zu schaffen.

Weitere Informationen liefert die EDB-Website.

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