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Cybersecurity-Spezialist baut Zentrale

Sicherheit als Maßstab der Gebäudetechnik

Im Vordergrund sind die Mitarbeiter von Wibu-Systems tätig, und im Hintergrund befindet sich das House of IT-Security.
Im Vordergrund sind die Mitarbeiter von Wibu-Systems tätig, und im Hintergrund befindet sich das House of IT-Security.
© Wibu-Systems

Nach welchen Grundsätzen gestaltet ein Cybersecurity-Unternehmen wie Wibu-Systems den Neubau seiner eigenen Zentrale? Der Karlsruher Softwareschutz- und -lizenzierungsexperte musste sich bei seinem Projekt damit auseinandersetzen und hat die technischen Herausforderungen wie folgt gelöst.

Für ein Unternehmen wie Wibu-Systems, das sich mit Schutz und Lizenzierung von Software beschäftigt, ist der eigene Stammsitz auch eine Visitenkarte in puncto Cybersecurity. Mit dem Gebäude vermittelt das Unternehmen seinen Kunden - Softwareherstellern und Herstellern intelligenter Geräte, die ihre Software schützen und lizenzieren wollen - ein Bild davon, wie ernst es seine Unternehmensprinzipien auch bei sich selbst nimmt. Abgesehen davon ist gerade bei ihm ein möglichst hoher Sicherheitsstandard auch im Headquarter eine Voraussetzung dafür, dass seine Entwicklungs- und Produktionsprozesse reibungslos ablaufen, ohne dass sensible Software und Daten das Gebäude unbefugt verlassen oder gehackt werden können.

Die neuen Räumlichkeiten von Wibu-Systems sind für zukünftiges Wachstum in allen Abteilungen ausgelegt, und schon in der Bauplanung wurden Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit berücksichtigt und dann entsprechend umgesetzt. Welche intelligenten Technologien kamen zum Einsatz? Wie sieht die Gebäudesicherheit bei einem Unternehmen aus, das wegen seiner Geschäftstätigkeiten im Security-Bereich besonders sensibel für die Themen Security und Safety ist?

Errichtet wurden zwei Gebäude mit jeweils 8400 qm Bürofläche. Das erste Gebäude wird zum Großteil von Wibu-Systems genutzt. Zwei Büroflächen von je 500 qm sind noch frei zur Vermietung. Das zweite Gebäude ist als „House of IT-Security“ ganz dem Security-Gedanken gewidmet. Neben Mietern aus dem Security-Bereich wird das Gebäude vom IT Security Club genutzt, um die Zusammenarbeit von Forschung, Startups und Industrie zu fördern. Dafür stehen anmietbare Team- und Projektflächen in einer Coworking Area zur Verfügung.

Details zum Gebäude

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Außenfassade von Wibu-Systems
Außenfassade von Wibu-Systems
© Wibu-Systems

Für Stabilität und Erdbebensicherheit sorgen insgesamt 500 Betonbohrpfähle. Die Pfähle reichen 12 m in die Tiefe, haben einen Innendurchmesser von 0,5 m und sind mit je 4 t Beton gefüllt. Die Gebäude von Wibu-Systems werden mit jeweils 240 kW Leistung geheizt, und zwar mit Fernwärme mit einem hohen Anteil an regenerativer Energie. Gleichzeitig werden die Gebäude von einer wasserbetriebenen Kältemaschine mit 420 kW Leistung gekühlt. Die Energie dafür kommt über die Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 80 kWp. Sowohl die Büros als auch die Besprechungsräume werden mit geräuschlosen und luftzugsfreien Heiz-/Kühlsegeln klimatisiert, die positive Eigenschaften für die Raumakustik mitbringen und eine komfortable Alternative zur klassischen Klimaanlage sind. Für noch mehr akustische Dämmung sorgen die an der Decke vertikal hängenden Baffeln, also Platten aus schallabsorbierendem Material.

Eine zusätzliche Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für ausschließlich „Frischluft“ in Mittelzonen, Besprechungsräumen, Lobby/Foyer, Konferenzraum, Cafeteria und Produktion. In Besprechungsräumen, Produktion und Cafeteria sorgen CO2-Sensoren und Volumenstromregler für gute Luft, um Meetings konzentriert und Corona-konform durchführen zu können. Die Corona-Maßnahmen wirken sich auch im Sanitärbereich aus: Automatisch geht das Licht an und aus, und es gibt berührungslose Wasserarmaturen, Seifenspender sowie Händetrockner, ebenfalls mit HEPA-Filter. Die Lüftung in diesem Bereich erfolgt mechanisch.

Innenansicht bei Wibu-Systems
Innenansicht bei Wibu-Systems
© Wibu-Systems

Die Mitarbeiter können die Temperatur von 18 bis 24 Grad in ihrem Arbeitsbereich individuell einstellen und zusätzlich ein schmales Außenfenster öffnen. Ebenso können sie über Stehleuchten das Licht bedarfsgerecht einstellen und den Lichteinfall über Jalousien manuell ändern. Temperatur und Licht zählen zu den Faktoren, die zum Wohlfühlen und zur Leistungsfähigkeit beitragen. Erkennen die Sensoren, dass der Mitarbeiter abwesend ist, fällt das System automatisiert auf die Standardeinstellungen der Wetterstation zurück.

Heutzutage stellt sich Unternehmen die Frage, wie sie an ihren Standorten mit den Themen Stromversorgung und Elektromobilität umgehen sollen. Wibu-Systems nutzt eine eigene Trafostation, die an das 20-kV-Ringleitungsnetz angeschlossen ist und das Gebäude mit „grünem Strom“ versorgt. Besucher und Mitarbeiter können ihre Autos und E-Bikes an den insgesamt 20 eichrechtskonformen Ladesäulen mit Lastmanagement auf den Außenparkplätzen, in der Tiefgarage oder an den Fahrradladesteckdosen aufladen. Bei Stromausfall springen ein Netzersatzaggregat, genauer gesagt: ein Diesel-Notstromaggregat mit 65 kW, und eine batteriegepufferte USV mit 400 V und 40 kW ein, um IT, Haustechnik und Produktion weiter mit Strom zu versorgen.


  1. Sicherheit als Maßstab der Gebäudetechnik
  2. Gebäudesicherheit und Produktion

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