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IO-Link Steering Committee

IO-Link-Daten über SPE übertragen

23. November 2020, 21:52 Uhr   |  Andreas Knoll

IO-Link-Daten über SPE übertragen
© Texas Instruments

Karim Jamal, Texas Instruments: »IO-Link bleibt IO-Link.«

Single-Pair-Ethernet (SPE) ermöglicht die Datenübertragung über ein einziges Adernpaar und ebnet daher den Industrial-Ethernet-Protokollen einen einfachen Weg zum Sensor. Welche Folgen hat dies für die Punkt-zu-Punkt-Verbindung IO-Link? Das IO-Link Steering Committee erarbeitet dazu jetzt Antworten.

Auf dem Weg in Richtung Smart Factory ergeben sich neue Anforderungen an IO-Link – etwa die, IO-Link-Daten über größere Distanzen als die aktuell spezifizierten 20 m zu übertragen. SPE verspricht hier einige Vorteile, so dass das IO-Link Steering Committee auf Basis der veröffentlichten Konzeptstudie „IO-Link over SPE“ jetzt einen Arbeitskreis ins Leben gerufen hat, der die Potentiale und technische Umsetzbarkeit der Studie beleuchten soll. Als Arbeitskreisleiter wurde Karim Jamal, Senior Member Technical Staff bei Texas Instruments, benannt. „Unser Ziel ist, nicht IO-Link zu ersetzen, sondern durch ein neues Interface – wo es Sinn hat – zu erweitern“, beschreibt er die Aufgabe. „Wir legen viel Wert auf die bisherigen IO-Link-Integrationsstandards wie IODD und werden die Kompatibilität im Vordergrund unserer technischen Betrachtung halten.“

IO-Link over SPE behält das Protokoll und Datenmodell von IO-Link bei und erweitert es um eine physikalische Schnittstelle. Mit SPE und einer möglichen Kombination mit PoDL (Power over Data Lines) lassen sich auch die Endgeräte – Sensoren oder Aktoren – in der unteren Feldebene mit ausreichender Datenbandbreite betreiben.

Anstatt die IO-Link-Nachrichten als pulscodierte Telegramme über das klassische Drei-Leiter-Kabel mit 24-V-Pegel zu übertragen, werden die IO-Link-Nachrichten bei IO-Link over SPE über eine Single-Pair-Leitung übertragen – ohne TCP/IP oder UDP. Der Vorteil: „Die Kernkomponenten der IO-Link-Kommunikation, die Implementierungen der Protokoll-Layer und die Funktionen bleiben unverändert“, wie Karim Jamal betont. „IO-Link bleibt also IO-Link.“ Es handele sich bei IO-Link over SPE um kein weiteres Bussystem auf Ethernet-Basis, sondern um eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung ohne IP-Adressierung. Alle definierten Schnittstellen und Funktionen sollen erhalten bleiben. Die etablierten IO-Link-Integrationsstandards wie IODD, OPC-UA-Companion-Standard, JSON-Mapping und Feldbusintegrationen lassen sich unverändert nutzen.

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